Der Kanton Genf baut sein Fernwärmenetz aus: Im Dezember wurde das solarthermische Kraftwerk SolarCADII ans Netz angeschlossen. Es ist mit neuartigen Solarkollektoren ausgerüstet. Am Donnerstag wurde es nun offiziell eingeweiht von Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Dank solcher innovativer Technologien könne die Schweiz die Klimaziele erreichen, sagte die Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) bei der Einweihung.

Erneuerbare Energie und Fernwärmenetze sind Schlüsselfaktoren in der Energie-Strategie 2050 des Bundes. Das neue solarthermische Kraftwerk SIG SolarCADII in Genf kombiniert beides. Mehr als 0,5 GWh Wärme produziert das Werk pro Jahr für Heizung und Warmwasseraufbereitung dank neuartiger Solarwärme-Kollektoren. Das entspricht 70 Prozent des Wärmebedarfs des Standortes des Genfer Energieversorgers SIG in Lignon GE, wo 1200 Angestellte arbeiten.

CO2-freie thermische Energie

Diese Art von Kollektoren werden in der Schweiz noch kaum eingesetzt, schon gar nicht in Kombination mit einem Wärmenetz. Das Innovative daran ist die Kombination dieser neuen Generation von Vakuumkollektoren mit Fernwärmenetzen. Man verspricht sich davon eine verbesserte Wirtschaftlichkeit.

Solarthermisches Kraftwerk von SIG am Standort Lignon in Genf

Die Solarkollektoren hat das in Genf ansässige Cleantech-Unternehmen TVP Solar entwickelt. Sie liefern CO2-freie thermische Energie zwischen 80°Grad und 180°Grad. Erste Messungen im Januar 2021 haben gezeigt, dass das 800m2-grosse Kollektorfeld fünf Stunden Wärme von 75°Grad geliefert hat – trotz sehr tiefer Umgebungstemperaturen.

Innovative Technologie für den Klimaschutz

Für Bundesrätin Simonetta Sommaruga sind solche Innovationen zentral. «Wir können die Klimaziele erreichen dank innovativer Technologien wie bei diesem Solarwärme-Kraftwerk.» Und das sei wichtig. Denn: «Die Wärmeerzeugung verursacht über einen Drittel der CO2-Emissionen in der Schweiz», sagte die Energieministerin bei der Einweihung des neuen Solar-Kraftwerks. Die Schweiz habe deshalb ein grosses Interesse, von fossilen auf erneuerbare Energien umzusteigen. Ausserdem:  Das schafft Arbeitsplätze in innovativen Branchen, von denen sowohl die Wirtschaft als auch der Klimaschutz profitieren.

SolarCAD II ist das zweite Solarwärme-Kraftwerk, das der Genfer Energieversorger SIG (Services industriels de Genève) realisiert hat und folgt auf SolarCAD, welches zwischen 1985 und 1990 betrieben wurde. Der Bau des Kraftwerks hat zwei Millionen Franken gekostet. Das Bundesamt für Energie unterstützt das Projekt im Rahmen des Pilot- und Demonstrationsprogramms mit gut 300’000 Franken.

Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie

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2 Kommentare
  1. Bruno Vogt
    Bruno Vogt sagte:

    Super Projekt. Finde ich toll.
    Solarthermisches Heizwerk als Name würde hier besser passen. Das Wort ‚Kraft‘ in Kraftwerk assoziiert das hier auch mechanische Energie im Spiel ist, welche allenfalls in elektrische Energie umgewandelt wird. Das schein aber nicht der Fall zu sein.

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