In der Herbstsession 2026 befassen sich die eidgenössischen Räte unter anderem mit der Anpassung des Elektrizitätsgesetzes. Mit der Vorlage sollen Planungs- und Bewilligungsverfahren beim Um- und Ausbau des Stromnetzes vereinfacht und verkürzt werden. Uneinig sind sich die Räte punkto Moorschutz. Zudem berät der Ständerat über Finanzhilfen für systemkritische Stromkonzerne in Krisensituationen. Energeiaplus mit einem Überblick über die wichtigsten energiepolitischen Geschäfte.

Ein leistungsfähiges Stromnetz ist zentral für die sichere Energieversorgung der Schweiz. Der Bundesrat schlägt deshalb vor, das Elektrizitätsgesetz so anzupassen, dass Verfahren für Aus- und Umbauten schneller werden. Einig sind sich National- und Ständerat, dass Hoch- und Höchstspannungsleitungen grundsätzlich oberirdisch verlegt werden sollen. Der Ständerat sprach sich aber in der Sommersession 2026 als Zweitrat dafür aus, dass dieser Grundsatz in Bauzonen nicht gelten soll. Zudem soll eine Erdleitung möglich sein, wenn dies billiger zu realisieren ist oder aus technischen Gründen nötig ist. Differenzen bestehen weiter beim Umgang mit Moorgebieten, wenn diese von Projekten für den Aus- oder Umbau des Stromnetzes betroffen sind.

In der Herbstsession ist zunächst der Nationalrat wieder am Zug. Nach Ansicht der vorberatenden Kommission des Nationalrats (UREK-N) soll der Moorschutz nicht aufgeweicht werden. Das könne die Akzeptanz der Vorlage gefährden. Die UREK-N schlägt deshalb vor, den absoluten Moorschutz gemäss Verfassung beizubehalten. Das Ziel ist – gemäss Traktandenliste – die Differenzen in der Herbstsession zu bereinigen.

Fireg im Ständerat

Thema im Ständerat ist zudem das Bundesgesetz über subsidiäre Finanzhilfen zur Rettung systemkritischer Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft (Fireg). Der Bundesrat beantragt mit dem Fireg, die Geltungsdauer des Rettungsschirms um fünf Jahre zu verlängern. Der Nationalrat ist damit nicht einverstanden. Im März trat er nicht auf die Vorlage ein. Die vorberatende Kommission des Ständerats (UREK-S) schlägt jetzt vor, dem Nationalrat zu folgen. Nimmt der Ständerat diesen Antrag an, wird das Gesetz am 31. Dezember 2026 auslaufen, womit auch die Finanzhilfen nicht länger bereitstehen. Nach Meinung der UREK-S haben die systemkritischen Unternehmen der Strombranche die Zeit genutzt, um sich auf Marktverwerfungen vorzubereiten. Die Kommission zweifelt indes, ob alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden sind.

Traktandiert im Ständerat ist eine parlamentarische Initiative der UREK-N. Mit der Initiative soll das Stromversorgungsgesetz so präzisiert werden, dass künftig Verluste und Gewinne aus der Strombeschaffung symmetrisch behandelt werden. Heute tragen Grundversorger Verluste aus Ausgleichgeschäften allein, während Gewinne den Kundinnen und Kunden nicht zugutekommen. Diese Schieflage soll korrigiert werden.

Weitere parlamentarische Vorstösse

Ständerat:

Ständerat Fabio Regazzi (Die Mitte/TI) verlangt vom Bundesrat einen Bericht zu den Auswirkungen der europäischen Automobilkrise auf die Schweizer Autobranche – dies im Hinblick auf die Erarbeitung der längerfristigen CO2-Regulierung für Fahrzeuge. Der Bundesrat beantrage die Annahme des Postulats.

Traktandiert sind zwei Vorstösse von Ständerat Jakob Stark (SVP/TG):
Mit seinem Postulat möchte er bessere und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen erreichen, damit weiterhin in neue Stromproduktionsanlagen investiert wird, unabhängig von der verwendeten Technologie. Der Bundesrat soll deshalb aufzeigen, wie die heutigen unterschiedlichen und befristeten Förderbestimmungen durch eine langfristige und nicht befristete generelle Regelung abgelöst werden können. Auch dieses Postulat empfiehlt der Bundesrat zur Annahme.

In seiner Interpellation äussert er Zweifel, dass die Innovationsförderung gemäss Klima- und Innovationsgesetz nicht die gewünschte Wirkung erzielt. In seiner Antwort legt der Bundesrat dar, dass die Projekte sorgfältig ausgewählt werden, um insbesonder Mitnahmeeffekte zu vermeiden.

Ständerat Benedikt Würth (Die Mitte, SG) hat Fragen zum Batteriespeicher, der unmittelbar neben dem ehemaligen Sitz von Swissgrid realisiert wird. Er möchte vom Bundesrat Antworten zur technischen Sicherheit, zur Eigentümerschaft und zu den Interessen der Investoren.

Nationalrat:

In der grossen Kammer sind verschiedene Vorstösse der Grünen zum Thema Kernenergie traktandiert. Nationalrätin Florence Brenzikofer (Grüne/BL) will den Bundesrat beauftragen, das Kernenergiegesetz KEG so anzupassen, dass kein AKW länger als 60 Jahren betrieben werden kann. Nationalrätin Delphine Klopfenstein Broggini (Grüne/GE) verlangt vom Bundesrat einen Bericht zur Sicherheit der Kernkraftwerke unter anderem in Zusammenhang mit Cyberangriffen oder Terroranschlägen. Nationalrat Christophe Clivaz (Grüne/VS) fordert vom Bundesrat einen Bericht darüber, ob und unter welchen Bedingungen radioaktive Abfälle aus dem geplanten Tiefenlager Nördlich Lägern wieder zurückgeholt werden können. Nationalrat Raphaël Mahaim (Grüne/VD) will Aufschluss über die Kosten bestehender und allfällig neuer Kernkraftwerke in der Schweiz. Der Bundesrat empfiehlt alle vier Vorstösse zur Ablehnung.

Eine Auswahl der weiteren traktandierten Vorstösse im Nationalrat:

  • Nationalrätin Susanne Vinzenz-Stauffacher (FDP/SG) möchte die Bedingungen für den Ausbau und die Förderung von Agri-PV-Anlagen verbessern
  • Nationalrat Christian Imark (SVP/SO) verlangt eine Regulierung, damit die Netzbetreiber ihre Gewinne auf der Netznutzung über Strompreisrabatte zurückverteilen müssen, wenn bereits hohe Gewinne aus dem Handel erzielt wurden.
  • Nationalrat Jon Pult (SP/GR) verlangt, dass der Bundesrat Anreize schafft, damit Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien verstärkt für die Wärmeerzeugung genutzt werden, insbesondere durch zeitweise vergünstigte Netztarife.

Auch diese drei Vorstösse beantragt der Bundesrat, abzulehnen.

Text: Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie (BFE)
Bild: Parlamentsdienste / Pascal Mora

 

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Die Technologien für den Umbau des Energiesystems sind weitgehend vorhanden. Ob sie sich auch durchsetzen, entscheidet jedoch unter anderem die Gesellschaft. Wie soziale Innovationen dazu beitragen können, den Weg zu Netto-Null zu ebnen, wurde an der Paneldiskussion der fünften SWEET-Konferenz vom 1. September 2026 in Bern diskutiert. Weiterlesen

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Seit 2025 gelten auch für Schwere Nutzfahrzeuge (SNF) CO2-Emissionsvorschriften. Nun liegt die Bilanz des ersten Berichtjahrs vor. Sie zeigt: Elektrische Fahrzeuge sind beliebt. Die Importeure erreichen ihre Zielvorgaben grösstenteils. Entsprechend tief fallen die Sanktionszahlungen aus. Wie sind diese Resultate zu werten? Energeiaplus hat bei Peter Weibel, Fachspezialist für energieeffizienten Verkehr, nachgefragt. 

Die Vollzugsresultate für SNF im Überblick:
– Rund 6300 neu zugelassene schwere Nutzfahrzeuge, davon rund 2000 im Geltungsbereich der CO2-Emissionsvorschriften
– Von den 13 Grossimporteuren unterschreiten – mit Ausnahme von einem – alle die Zielwerte.
– Reinelektrische SNF machten 2025 rund 20.8 Prozent aller Neuzulassungen aus, was deutlich über dem europäischen Schnitt liegt.

Energeiaplus: Wie überraschend sind diese Vollzugsresultate?

Peter Weibel: Die Resultate kommen nicht überraschend: Elektro-Lastwagen profitieren in der Schweiz von günstigen Rahmenbedingungen. Sie sind derzeit befreit von der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA). Zudem sind die Transportwege in der Schweiz oft vergleichsweise kurz, was den Einsatz von Elektro-LKW erleichtert. Kommt hinzu: In der Schweiz sind E-LKW deutlich stärker verbreitet als in der EU. Da sich die Schweizer CO2-Zielwerte an der EU-Regulierung orientieren, welche auf den weniger stark elektrifizierten EU-Markt angepasst ist, konnten viele Importeure ihre Zielwerte problemlos erreichen.

Peter Weibel ist Fachspezialist Energieeffizienter Verkehr beim Bundesamt für Energie. Bild: BFE

Insbesondere die Grossimporteure sind gemäss den Zahlen Musterschüler. Wie erklärt sich das?

Aktuell lohnen sich E-LKW besonders, da sie voraussichtlich bis 2030 zu 100 Prozent von der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) befreit sind und bis 2035 einen reduzierten Tarif bezahlen. Dadurch sind E-LKW über ihre gesamte Nutzungsdauer trotz aktuell höheren Anschaffungskosten wirtschaftlicher als Verbrenner. Hier möchte ich aber auch erwähnen, dass nicht alle grossen Importeure, welche sanktionsfrei blieben, einen hohen Anteil an E-LKW in ihren Flotten aufweisen. Es ist unter der aktuellen Gesetzgebung durchaus möglich, die Zielwerte auch mit effizienteren Verbrennerfahrzeugen zu erreichen.

Bei den Importeuren mit weniger als fünf neu zugelassenen Fahrzeugen im Berichtsjahr 2025 sieht die Bilanz nicht ganz so gut aus. Ist es für Kleinimporteure schwieriger, die Zielwerte einzuhalten?

Importeure mit grösseren Fahrzeugpools können Fahrzeuge mit hohen CO2-Emissionen durch Fahrzeuge mit niedrigen CO2-Emissionen kompensieren. Bei kleinen Importeuren, welche nur Verbrenner anschaffen, kann eine Kompensation innerhalb des eigenen Fahrzeugpools schwer sein.

Importeure haben aber die Möglichkeit, Fahrzeuge aus ihrem Fahrzeugpool an einen anderen Importeur zu übertragen beziehungsweise abzutreten. Dadurch erscheint das Fahrzeug bei der Sanktionsberechnung nicht mehr bei der abtretenden, sondern bei der übernehmenden Partei im Fahrzeugpool und eine allfällige Sanktion kann so vermieden werden.

Welche Rolle spielen die Förderprojekte für Ladeinfrastruktur, die im Rahmen des Klima- und Innovationsgesetzes vom Bund unterstützt werden?

Der Aufbau von Ladeinfrastruktur für Elektro-Lastwagen ist mit hohen Investitionen verbunden. Der Bund unterstützt Unternehmen deshalb finanziell bei der Errichtung von Ladestationen auf ihrem Betriebsgelände. Damit soll die rasche Verbreitung von Elektro-LKW im Güterverkehr gefördert werden. Parallel dazu unterstützt das Bundesamt für Strassen ASTRA die öffentliche Ladeinfrastruktur entlang der Nationalstrassen. Im Herbst soll der Zuschlag für die drei Lose von Schnellladestationen aus dem zu Jahresbeginn lancierten Projektaufruf erfolgen. Die öffentliche Ladeinfrastruktur ist eine wichtige Ergänzung zur Ladeinfrastruktur in den Depots.

Roadmap Elektromobilität 2030 – neu mit Lastwagen

Mit der Lancierung der dritten Etappe der Roadmap Elektromobilität sind nun auch Lastwagen, leichte Nutzfahrzeuge und Busse des ÖV Teil der Roadmap. Die Akteure aus der Logistikbranche können so in dieser Initiative Erfahrungen austauschen, Wissen bündeln und gemeinsame Lösungen entwickeln. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.energieschweiz.ch/roadmap-elektromobilitaet/ueber-die-roadmap/

Werfen wir noch einen Blick auf die Neuzulassungen von SNF im ersten Halbjahr 2026. Das zeigt weiterhin ein deutliches Wachstum bei den E-LKW. Kann man daraus schon Schlüsse ziehen für das Vollzugsjahr 2026?

Die Neuzulassungszahlen für das erste Halbjahr 2026 zeigen, dass die Importeure und die Transportunternehmen verstärkt auf E-LKW setzen. Inzwischen hat jeder vierte neue LKW einen Elektroantrieb. Generell gehen wir davon aus, dass die Zielwerte auch 2026 grösstenteils eingehalten werden können. Bezüglich der zu erwartenden Sanktionen für das laufende Vollzugsjahr kann ich aber noch keine belastbaren Prognosen stellen. Bereits einzelne Importeure können die Sanktionszahlen deutlich erhöhen oder vermindern. Interessant wird sein, ob der Abtretungsmarkt im laufenden Jahr stärker genutzt wird als im Vorjahr. Dies könnte insbesondere für kleine Importeure eine Möglichkeit zur Sanktionsvermeidung sein und einen entsprechenden Einfluss auf den totalen Sanktionsbetrag haben.

Interview: Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie
Bild: Shutterstock; Michael Derrer Fuchs; Asset-ID: 2426313455

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Aufgerissene Strassen in ganzen Quartieren zeigen es: Hier werden Leitungen verlegt. Die Leitungen sollen künftig Wärme zu den Häusern bringen. Der Ausbau von Fernwärmenetzen ist sichtbar, insbesondere in den Städten, aber zunehmend auch in ländlicheren Gemeinden. Weiterlesen

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Volatile Energiepreise und ambitionierte Klimaziele erhöhen den Druck auf die Milchverarbeiter. Eine Pinch-Analyse weist systematisch den Weg für tiefere Energiekosten und CO2-Emissionen. Das Beispiel Emmi Dagmersellen belegt: Der Nutzen geht weit über technische Optimierungen hinaus. Weiterlesen

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Kein Sektor verursacht in der Schweiz mehr Treibhausgase als der Verkehr. Der Grund: 90% der benötigten Energie stammt aus fossilen Quellen im Ausland. Wenn die Schweiz das Netto-Null-Ziel beim Verkehr erreichen will, muss zukünftig erneuerbare Energie statt Benzin oder Diesel Autos, Busse und Lastwagen antreiben. Weiterlesen

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Der europäische Strommarkt ermöglicht es, Strom über Grenzen hinweg zu handeln und Engpässe auszugleichen. Während der Energiekrise war das wichtig für die Versorgungssicherheit. Für die Schweiz stellt sich eine zentrale Frage: Wie umfassend will sie an diesem Markt teilnehmen? Weiterlesen

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Künftig soll mehr Strom aus erneuerbaren Quellen stammen. Die neue Regulierung sorgt dafür, dass sich die Einspeisevergütungen für die Produzenten stärker am Markt orientieren und das Stromnetz effizienter genutzt wird. Weiterlesen

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Wie viel Solarstrom wird die Schweiz morgen produzieren? Diese Frage beantwortet das Energiedashboard des Bundesamts für Energie künftig noch genauer. Dafür werden neu satellitengestützte Strahlungsdaten für jeden Standort genutzt und Wetterunsicherheiten mit einem Prognosebereich statt mit einem einzelnen Wert dargestellt. Das verbessert sowohl die Schätzung der aktuellen PV-Produktion als auch die Zuverlässigkeit der Prognosen.  

Seit der Veröffentlichung der regionalen Daten zur Photovoltaikproduktion im Energiedashboard hat das Bundesamt für Energie zahlreiche Rückmeldungen von Netzbetreibern, Forschenden und weiteren Behörden erhalten. Besonders der Austausch mit MeteoSchweiz hat wertvolle Hinweise darauf gegeben, wie die Qualität der Daten und Prognosen weiter verbessert werden kann. 

Diese Rückmeldungen fliessen nun in eine überarbeitete Version des Modells ein. 

Präzisere Produktionsdaten dank Gitterdatenpunkte 

Bisher wurden für die Berechnung der PV-Produktion Strahlungsdaten von den einzelnen Messstationen von MeteoSchweiz verwendet. Neu basiert die Berechnung auf sehr genauen satellitengestützten Strahlungsdaten von MeteoSat, die als räumliche Rasterdaten bereitgestellt werden und die gesamte Schweiz abdecken. Für jede PV-Anlage wird die Sonneneinstrahlung des nächstgelegenen Rasterpunkts berücksichtigt. 

Dies hat mehrere Vorteile. Die Strahlungsdaten liegen räumlich näher am tatsächlichen Standort der jeweiligen Anlage und bilden lokale Unterschiede besser ab. Gerade in einem topografisch vielfältigen Land wie der Schweiz verbessert dies die räumliche Genauigkeit bei der Schätzung der PV-Produktion.  

Von einem Prognosewert zu einem Prognosebereich 

Auch bei den Prognosen gibt es eine wichtige Neuerung. 

In der ersten Version des Modells wurde für jeden Zeitpunkt ein einzelner Prognosewert ausgewiesen (deterministische Vorhersage), ohne Berücksichtigung der Unsicherheit in der Wetterprognose. Die Erfahrungen der letzten Monate haben jedoch gezeigt, dass solche deterministischen Prognosen bei unsicheren Wetterlagen teilweise grössere Abweichungen aufweisen können. Deshalb setzt das Bundesamt für Energie künftig auf einen probabilistischen Ansatz. MeteoSchweiz stellt dafür ein Ensemble mit 20 möglichen Wetterentwicklungen zur Verfügung, die unterschiedliche Verläufe der Wetterlage abbilden.  

Anstatt nur einen einzelnen Wert anzuzeigen, weist das Energiedashboard neu einen wahrscheinlichen Prognosebereich zwischen dem 25. und dem 75. Perzentil sowie einen erweiterten Prognosebereich zwischen dem 5. und dem 95. Perzentil aus. Der wahrscheinliche Bereich umfasst damit die mittleren 50 Prozent der Szenarien, der erweiterte Bereich 90 Prozent. Dadurch wird sichtbar, in welcher Bandbreite sich die PV-Produktion voraussichtlich bewegen wird und wie gross die Unsicherheit der Prognose ist. 

Die Prognosebereiche machen sichtbar, wie stark die erwartete Solarstromproduktion je nach Wetterentwicklung schwanken kann. So kann für einen bestimmten Zeitpunkt zwar ein mittlerer Produktionswert erwartet werden, bei wechselnder Bewölkung aber auch eine deutlich tiefere oder höhere Produktion eintreten. Die Darstellung der Bandbreite hilft deshalb, die Prognose realistisch einzuordnen, anstatt sich auf einen einzelnen Wert zu verlassen. 

Verschattung als nächster Entwicklungsschritt 

Ein weiterer Ausbau des Modells ist bereits in Arbeit. Künftig sollen Verschattungen durch Berge, Gebäude oder andere Hindernisse direkt in die Berechnung einfliessen. 

Ohne Berücksichtigung von Verschattungen wird angenommen, dass die verfügbare Sonneneinstrahlung ungehindert auf die PV-Anlage trifft. In der Realität können insbesondere in Bergregionen oder dicht bebauten Gebieten zeitweise deutliche Verschattungen auftreten. Die Integration solcher Informationen wird die Qualität der Produktionsschätzungen weiter verbessern und regionale Unterschiede noch realistischer abbilden. 

Offene Daten schaffen Mehrwert 

Die Weiterentwicklung des Modells zeigt exemplarisch, welchen Mehrwert offene und leicht zugängliche Daten schaffen können. Die Kombination aus öffentlichen Geodaten, Wetterdaten, künstlicher Intelligenz, physikalischen PV-Modellen und fachlichem Feedback aus der Praxis ermöglicht es, die Schätzung und Prognose der PV-Produktion kontinuierlich zu verbessern. Eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung und Validierung solcher Schätzungen und Prognosen bleiben jedoch qualitativ hochwertige Messdaten zur tatsächlich produzierten Strommenge. 

Weiterführende Links: 

OGD Energiedashboard: Metadatenkatalog 

OGD MeteoSchweiz: https://www.meteoschweiz.admin.ch/service-und-publikationen/service/open-data.html  

Lucas Tochtermann, Stv. Leiter Digitalisierung und Informatik
Erica Madonna, Fachspezialist/in Analysen Perspektiven
Bild: BFE – Screenshot Energiedashboard  

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Was geschieht in einem Kernkraftwerk nach der endgültigen Abschaltung? Junge Mitglieder der Regionalkonferenz Nördlich Lägern erhielten bei einem Besuch des stillgelegten Kernkraftwerks Mühleberg (KKM) Einblick in den laufenden Rückbau der Anlage. Vor Ort wurde sichtbar, welcher technische und organisatorische Aufwand mit der Stilllegung einer Kernanlage verbunden ist. Weiterlesen

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