Nelle Alpi, i moduli fotovoltaici sono esposti, tra l’altro, a temperature basse e a elevati carichi di neve. Un team della Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana SUPSI, in collaborazione con partner austriaci, ha analizzato quali requisiti debbano soddisfare i moduli solari per resistere a queste condizioni estreme. A tal fine, i ricercatori hanno messo a punto specifici protocolli di prova che sottopongono i moduli destinati all’ambiente alpino a sollecitazioni più intense, permettendo in alcuni casi di abbreviare i tempi di test. Weiterlesen
Schlagwortarchiv für: Kommunikation
Thermische Netze schneller ausbauen – so unterstützen Gemeinden, Städte, Kantone und der Bund.
Aufgerissene Strassen in ganzen Quartieren zeigen es: Hier werden Leitungen verlegt. Die Leitungen sollen künftig Wärme zu den Häusern bringen. Der Ausbau von Fernwärmenetzen ist sichtbar, insbesondere in den Städten, aber zunehmend auch in ländlicheren Gemeinden. Weiterlesen




Noch keine BewertungenEmmi senkt mit der Pinch-Analyse Energiekosten und CO2-Ausstoss
Volatile Energiepreise und ambitionierte Klimaziele erhöhen den Druck auf die Milchverarbeiter. Eine Pinch-Analyse weist systematisch den Weg für tiefere Energiekosten und CO2-Emissionen. Das Beispiel Emmi Dagmersellen belegt: Der Nutzen geht weit über technische Optimierungen hinaus. Weiterlesen




Noch keine BewertungenMobil unterwegs, aber energieeffizient: Wo sind die Herausforderungen?
Kein Sektor verursacht in der Schweiz mehr Treibhausgase als der Verkehr. Der Grund: 90% der benötigten Energie stammt aus fossilen Quellen im Ausland. Wenn die Schweiz das Netto-Null-Ziel beim Verkehr erreichen will, muss zukünftig erneuerbare Energie statt Benzin oder Diesel Autos, Busse und Lastwagen antreiben. Weiterlesen




3 Vote(s), Durchschnitt: 3,67Die Bedeutung des EU-Strombinnenmarkts für die Schweiz
Der europäische Strommarkt ermöglicht es, Strom über Grenzen hinweg zu handeln und Engpässe auszugleichen. Während der Energiekrise war das wichtig für die Versorgungssicherheit. Für die Schweiz stellt sich eine zentrale Frage: Wie umfassend will sie an diesem Markt teilnehmen? Weiterlesen




Noch keine BewertungenNoch aussagekräftigere PV-Prognosen: Update für Energiedashboard
Wie viel Solarstrom wird die Schweiz morgen produzieren? Diese Frage beantwortet das Energiedashboard des Bundesamts für Energie künftig noch genauer. Dafür werden neu satellitengestützte Strahlungsdaten für jeden Standort genutzt und Wetterunsicherheiten mit einem Prognosebereich statt mit einem einzelnen Wert dargestellt. Das verbessert sowohl die Schätzung der aktuellen PV-Produktion als auch die Zuverlässigkeit der Prognosen.
Seit der Veröffentlichung der regionalen Daten zur Photovoltaikproduktion im Energiedashboard hat das Bundesamt für Energie zahlreiche Rückmeldungen von Netzbetreibern, Forschenden und weiteren Behörden erhalten. Besonders der Austausch mit MeteoSchweiz hat wertvolle Hinweise darauf gegeben, wie die Qualität der Daten und Prognosen weiter verbessert werden kann.
Diese Rückmeldungen fliessen nun in eine überarbeitete Version des Modells ein.
Präzisere Produktionsdaten dank Gitterdatenpunkte
Bisher wurden für die Berechnung der PV-Produktion Strahlungsdaten von den einzelnen Messstationen von MeteoSchweiz verwendet. Neu basiert die Berechnung auf sehr genauen satellitengestützten Strahlungsdaten von MeteoSat, die als räumliche Rasterdaten bereitgestellt werden und die gesamte Schweiz abdecken. Für jede PV-Anlage wird die Sonneneinstrahlung des nächstgelegenen Rasterpunkts berücksichtigt.
Dies hat mehrere Vorteile. Die Strahlungsdaten liegen räumlich näher am tatsächlichen Standort der jeweiligen Anlage und bilden lokale Unterschiede besser ab. Gerade in einem topografisch vielfältigen Land wie der Schweiz verbessert dies die räumliche Genauigkeit bei der Schätzung der PV-Produktion.
Von einem Prognosewert zu einem Prognosebereich
Auch bei den Prognosen gibt es eine wichtige Neuerung.
In der ersten Version des Modells wurde für jeden Zeitpunkt ein einzelner Prognosewert ausgewiesen (deterministische Vorhersage), ohne Berücksichtigung der Unsicherheit in der Wetterprognose. Die Erfahrungen der letzten Monate haben jedoch gezeigt, dass solche deterministischen Prognosen bei unsicheren Wetterlagen teilweise grössere Abweichungen aufweisen können. Deshalb setzt das Bundesamt für Energie künftig auf einen probabilistischen Ansatz. MeteoSchweiz stellt dafür ein Ensemble mit 20 möglichen Wetterentwicklungen zur Verfügung, die unterschiedliche Verläufe der Wetterlage abbilden.
Anstatt nur einen einzelnen Wert anzuzeigen, weist das Energiedashboard neu einen wahrscheinlichen Prognosebereich zwischen dem 25. und dem 75. Perzentil sowie einen erweiterten Prognosebereich zwischen dem 5. und dem 95. Perzentil aus. Der wahrscheinliche Bereich umfasst damit die mittleren 50 Prozent der Szenarien, der erweiterte Bereich 90 Prozent. Dadurch wird sichtbar, in welcher Bandbreite sich die PV-Produktion voraussichtlich bewegen wird und wie gross die Unsicherheit der Prognose ist.
Die Prognosebereiche machen sichtbar, wie stark die erwartete Solarstromproduktion je nach Wetterentwicklung schwanken kann. So kann für einen bestimmten Zeitpunkt zwar ein mittlerer Produktionswert erwartet werden, bei wechselnder Bewölkung aber auch eine deutlich tiefere oder höhere Produktion eintreten. Die Darstellung der Bandbreite hilft deshalb, die Prognose realistisch einzuordnen, anstatt sich auf einen einzelnen Wert zu verlassen.
Verschattung als nächster Entwicklungsschritt
Ein weiterer Ausbau des Modells ist bereits in Arbeit. Künftig sollen Verschattungen durch Berge, Gebäude oder andere Hindernisse direkt in die Berechnung einfliessen.
Ohne Berücksichtigung von Verschattungen wird angenommen, dass die verfügbare Sonneneinstrahlung ungehindert auf die PV-Anlage trifft. In der Realität können insbesondere in Bergregionen oder dicht bebauten Gebieten zeitweise deutliche Verschattungen auftreten. Die Integration solcher Informationen wird die Qualität der Produktionsschätzungen weiter verbessern und regionale Unterschiede noch realistischer abbilden.
Offene Daten schaffen Mehrwert
Die Weiterentwicklung des Modells zeigt exemplarisch, welchen Mehrwert offene und leicht zugängliche Daten schaffen können. Die Kombination aus öffentlichen Geodaten, Wetterdaten, künstlicher Intelligenz, physikalischen PV-Modellen und fachlichem Feedback aus der Praxis ermöglicht es, die Schätzung und Prognose der PV-Produktion kontinuierlich zu verbessern. Eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung und Validierung solcher Schätzungen und Prognosen bleiben jedoch qualitativ hochwertige Messdaten zur tatsächlich produzierten Strommenge.
Weiterführende Links:
OGD Energiedashboard: Metadatenkatalog
OGD MeteoSchweiz: https://www.meteoschweiz.admin.ch/service-und-publikationen/service/open-data.html
Lucas Tochtermann, Stv. Leiter Digitalisierung und Informatik
Erica Madonna, Fachspezialist/in Analysen Perspektiven
Bild: BFE – Screenshot Energiedashboard




Noch keine BewertungenTiefenlagerregion trifft KKW Mühleberg: Junge Menschen erhalten Einblick ins stillgelegte Kernkraftwerk
Was geschieht in einem Kernkraftwerk nach der endgültigen Abschaltung? Junge Mitglieder der Regionalkonferenz Nördlich Lägern erhielten bei einem Besuch des stillgelegten Kernkraftwerks Mühleberg (KKM) Einblick in den laufenden Rückbau der Anlage. Vor Ort wurde sichtbar, welcher technische und organisatorische Aufwand mit der Stilllegung einer Kernanlage verbunden ist. Weiterlesen




1 Vote(s), Durchschnitt: 5,00Drei Stellschrauben für erfolgreiche Elektrizitätsgemeinschaften
Mit der Revision des Stromversorgungsgesetzes dürfen Nachbarschaften seit dem 1. Januar 2026 ihren Solarstrom über Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) teilen. Als Anreiz winkt ein um bis zu 40 Prozent reduzierter Netztarif. Weiterlesen




Noch keine BewertungenStrömende Kraft: Wie Wasserkraft die Stromversorgung der Schweiz prägte und auch künftig prägen wird
Die Nutzung der Wasserkraft in der Schweiz hat eine lange Tradition. Schon die Römer betrieben damit ihre Getreidemühlen. Heute macht sie knapp 60% der schweizerischen Stromproduktion aus. Doch wie kam die Wasserkraft zu ihrer wichtigen Rolle in der Stromversorgung der Schweiz?
Was ist Wasserkraft?
In der Schweiz wird zwischen Gross- und Kleinwasserkraft unterschieden. Grosswasserkraftwerke haben eine Leistung von mehr als 10 Megawatt (MW) und verfügen häufig über grosse Staumauern. Sie produzieren rund 90% des Stroms aus Wasser. Kleinwasserkraftwerke mit weniger als 10 MW tragen die restlichen 10% bei.
Die Wasserkraftwerke lassen sich weiter in drei verschiedene Typen einteilen. Es gibt Laufwasserkraftwerke, die an Bächen und Flüssen liegen und die ständig fliessendes Wasser zur Stromproduktion verwenden. Sie unterliegen starken saisonalen Schwankungen. Die Speicherkraftwerke wiederum können ihre Stromerzeugung dem aktuellen Bedarf anpassen. In Speicherseen, die sich meistens in alpinen Gebieten befinden, wird Wasser zurückgehalten und bei Bedarf für die Stromproduktion genutzt. Die grosse Stärke von Speicherkraftwerken ist, dass Wasser saisonal gespeichert werden kann und somit in den Wintermonaten für die Stromproduktion zur Verfügung steht. Das macht sie essenziell für die schweizerische Winterstromproduktion. Schliesslich gibt es noch die Pumpspeicherkraftwerke, die im Gegensatz zu den Speicherkraftwerken noch über ein weiteres, tiefer liegendes Wasserreservoir verfügen. In Situationen, in denen ein Stromüberschuss herrscht, kann mittels Pumpen das Wasser im unteren Reservoir in das obere gepumpt werden. Mit diesem Wasser kann dann erneut Strom produziert werden. Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke tragen einen wesentlichen Teil zur Stromnetzstabilität bei.
Von Getreidemühlen, Webmaschinen und dem ersten Licht in der Schweiz
Bereits die Römer nutzten die Kraft des Wassers, um grosse Mühlesteine in Getreidemühlen anzutreiben. Der Vorteil war, dass sich mit wasserbetriebenen Mühlen erheblich mehr Korn mahlen liess als von Hand. In Cham-Hagendorn im Kanton Zug wurde 1944 die erste römische Mühle in der Schweiz entdeckt. Die archäologischen Untersuchungen haben ergeben, dass sie zwischen 185 und 195 n.u.Z. erstellt worden ist, womit sie eine der frühsten Beweise für die Wasserkraftnutzung in der Schweiz ist.
In der Phase der Frühindustrialisierung der Schweiz wurde die Wasserkraft für den Antrieb von Spinnereien und Webmaschinen gebraucht. Dagegen setzte die Nutzung der Wasserkraft für die Stromproduktion erst deutlich später ein. Als Johannes Badrutt, ein Schweizer Hotelier, nach seinem Besuch an der Pariser Weltausstellung 1878 in seine Heimat nach St. Moritz zurückkehrte, erzählte er fasziniert von seinen Erlebnissen und der an der Weltausstellung präsentierten elektrischen Beleuchtungsanlage. Badrutt wollte diese neuartige Technologie in die Schweiz bringen und schliesslich brannte am 18. Juli 1879 im Speisesaal des Hotel Kulms das erste elektrische Licht in der Schweiz, angetrieben von einer Wasserturbine.
Die Wasserkraft in der Schweiz im 20. Jahrhundert
Die erste Phase der schweizerischen Stromerzeugung war geprägt von Kleinwasserkraft und von kommunal betriebenen Elektrizitätswerken. Mit dem Aufkommen von neuen Technologien, die den Stromtransport ermöglichten und später erleichterten, begann sich die Produktion und Nutzung der elektrischen Energie räumlich zu trennen. 1898 wurde in Rheinfelden im Kanton Aargau das erste grosse Wasserkraftwerk der Schweiz, und gleichzeitig eines der ersten und grössten in Europa, erbaut. Das Wasserkraftwerk Rheinfelden, an der deutsch-schweizerischen Grenze, legte den Grundstein für ein länderübergreifendes Stromnetzwerk.
Auch politisch rückte die Wasserkraft ins Zentrum: die erste energiepolitische Volksabstimmung in der Schweiz betraf wenig überraschend die Wasserkraft. Das Schweizer Stimmvolk nahm am 25. Oktober 1908 den direkten Gegenentwurf mit dem Titel «Bundesbeschluss betreffend die Aufnahme eines Zusatzartikels 24bis in die Bundesverfassung betreffend die Gesetzgebung des Bundes über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte und über die Fortleitung und die Abgabe der elektrischen Energie» mit 84.4% der Stimmen an. Hinter dem sehr langen und umständlichen Titel zur Änderung der Bundesverfassung stand die Erkenntnis, dass der Bund mit dem zunehmenden Ausbau der Wasserkraft erste Gesetze erlassen sollte. Es hatte sich gezeigt, dass bei der Nutzung von Flussläufen zur Stromproduktion oft das Interesse mehrerer Kantone miteinander konkurrierte und dass die kantonalen Vorschriften als nicht ausreichend angesehen wurden. Schliesslich befürchtete der Bund, dass sowohl in- als auch ausländische Privatunternehmen von der günstigen Schweizer Wasserkraft profitieren könnten. Aus diesen Gründen sah sich der Bundesrat dazu veranlasst, die Nutzung der Wasserkraft besser zu regulieren.
Die Phase nach dem Zweiten Weltkrieg bis ungefähr 1970 war von einem intensiven Ausbau der Wasserkraft geprägt, um die schweizerische Energieautarkie zu stärken. Dies war vor allem auch darauf zurückzuführen, dass in dieser Zeit die Stromnachfrage stark stieg, attraktive ökonomische Rahmenbedingungen Anreize für die Realisierung von neuen Wasserkraftwerken lieferten und dass neben der Wasserkraft keine konkurrenzfähige Alternativenergie existierte. So wurde im Kanton Wallis von 1951 bis 1965 die Staumauer Grande Dixence errichtet, die höchste Gewichtsstaumauer der Welt. Zeitgleich wurde von 1954 bis 1969 die Staumauer Mattmark im Saastal, ebenfalls im Kanton Wallis, gebaut. Die gleichzeitige Errichtung von zwei so grossen Energieinfrastrukturprojekten führte zu einem akuten Arbeitermangel, weshalb die Rekrutierung von ausländischen Arbeitern, hauptsächlich aus Italien, begann. Am 30. August 1965 kam es während den Arbeiten am Staudamm Mattmark zur grössten Katastrophe auf einer Baustelle in der Geschichte der Schweiz. Nach einem Gletscherabbruch wurden die Arbeiter vor Ort verschüttet, insgesamt 88 Menschen starben, davon waren 56 italienische Gastarbeiter.
Wasserkraft in der Energiestrategie 2050
Gemäss der Energiestrategie 2050 des Bundesamtes für Energie (BFE) trägt die Wasserkraft bereits heute den Grossteil zur Schweizer Stromversorgung bei und soll laut dem Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien noch stärker ausgebaut werden. Seit 2000 ist die Stromproduktion aus Wasserkraft kontinuierlich gestiegen, was auf den Neubau von Anlagen und Erweiterungen sowie Optimierungen bestehender Anlagen zurückzuführen ist. Im Jahr 2035 soll die durchschnittliche Produktion gemäss dem im Energiegesetz verankertem Zielwert bei 37’900 Gigawattstunden (GWh) betragen.
Zur Stärkung der Versorgungssicherheit im Winter soll laut dem Bundesgesetz für eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien bis 2040 ein Zubau von Kraftwerken zur Erzeugung von erneuerbarer Energie von mindestens 6 Terrawattstunden (TWh) realisiert werden. Davon müssen im Winter mindestens 2 TWh sicher abrufbar sein. Der Ausbau setzt prioritär bei den Speicherwasserkraftwerken an, um dieses Ziel zu erreichen. Aus diesem Grund identifizierten Vertreterinnen und Vertreter der Energiewirtschaft, der Kantone und von Naturschutzorganisationen an einem vom Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) 2021 organisierten Runden Tisch eine Liste mit 15 Speicherwasserkraft-Projekten.

Christian Dupraz, Leiter der Sektion Wasserkraft im Bundesamt für Energie (BFE).
Um eine Einschätzung zu erhalten, wo die Wasserkraft heute steht und welche Herausforderungen die Zukunft für sie bringt, haben wir uns bei unserem zuständigen Leiter für Wasserkraft, Christian Dupraz, erkundigt.
Energeiaplus: Wo liegen die grössten Chancen, damit Wasserkraft ihre Rolle als Systemstütze auch künftig erfüllen kann?
Die grössten Chancen für die Wasserkraft liegen in ihrer Flexibilität, und zwar über alle Zeitspannen hinweg. Die Wasserkraft gleicht in einer kurzen Frist Schwankungen im Sekundenbereich aus und stabilisiert die Frequenz, auf der anderen Seite ermöglichen die Speicherseen eine saisonale Umlagerung und damit eine Reserve für die versorgungskritische Zeit im Winter.
Wie stark beeinflusst der Klimawandel bereits heute die Produktion von Wasserkraft?
Am stärksten macht sich der Klimawandel in der Schweiz durch den Rückgang der Gletscher bemerkbar. Dieser führt bei den hochalpinen Kraftwerken zu einem deutlichen Überschuss an Sommerzuflüssen und damit zu einer überdurchschnittlichen Produktion im Vergleich zur ursprünglichen Anlagenauslegung.
Was erwarten Sie langfristig: mehr Schwankungen, eine Verschiebung der Wasserkraftproduktion in den Winter oder ein generelles Rückgangsrisiko der Wasserkraft?
Einigkeit besteht, dass die Zuflussregime sich stärker in den Winter verschieben, insbesondere, da Schnee zunehmend nur in den Höhenlagen lange liegen bleibt. Wie anhand der Gletscher dargelegt, wird – nachdem diese eine neue Gleichgewichtslage gefunden haben (also verschwunden sind oder nicht mehr weiter zurückschmelzen) – dieses Überschusswasser fehlen und daher die Produktion etwas zurückgehen. Aussagen zur Entwicklung der Variabilität sind mit noch höheren Prognoseunsicherheiten verbunden.
Wo sehen Sie realistisches Ausbaupotenzial in der Schweiz – eher bei Speicherwerken, Laufwasserkraft oder Pumpspeichern?
Das Ausbaupotenzial ist nicht mehr sehr gross, jedoch ist in allen Bereichen noch Potenzial vorhanden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Speicherausbau, damit die Versorgungssicherheit im Winter gestärkt und das Ziel von mindestens 2 TWh neuem Speicher erreicht wird. Wir haben aber auch Produktionsziele, zu denen der Speicherausbau kaum beiträgt, weshalb es auch neue Laufwasserkraftproduktion braucht. Ein aktuelles Projekt in diesem Bereich ist die neue Zentrale Massongex-Bex, die in den nächsten Jahren gebaut werden soll. Nachdem im Bereich Pumpspeicher seit 2015 zwei grosse Neuanlagen in Betrieb gegangen sind, war hier grössere Zurückhaltung zu sehen, weil die Investitionen in den ersten Jahren nicht wirtschaftlich waren. Angesichts des geplanten Zubaus ist auch hier zu erwarten, dass Projektanten neue Projekte an die Hand nehmen.
Was ist der aktuelle Stand bezüglich den 15 Speicherwasserkraft-Projekten des Runden Tisches?
Es sind 16 Projekte, 15 Projekte im Anhang und ein Projekt im Artikel 9a selbst. Das Bundesamt für Energie (BFE) verfolgt diese Projekte seit mehreren Jahren. Im letzten Jahr hat das UVEK informiert, dass bis 2040 voraussichtlich nicht alle Projekte realisiert werden können. Einige Projekte sind bereits im Bewilligungsverfahren und weiter fortgeschritten. Andere Projekte sind noch in der Abklärung, es zeigt sich aber, dass sie im Umfang verkleinert oder nicht realisiert werden können. Aktuell sind die beteiligten Bundesämter daher daran, die Liste zu überprüfen, was zu einem allfälligen Ergänzungsvorschlag mit neuen Projekten führen könnte.
Wie sieht die Schweizer Wasserkraft im Jahr 2050 aus?
Sehr ähnlich wie heute. Wir haben sicher einige neue Zentralen, aber wir haben aktuell bereits einen sehr grossen Zentralenstock. Bei den Besitzverhältnissen wird sich 2050 einiges getan haben. Mit den Konzessionserneuerungen werden die Standortkantone und Gemeinden sicher grössere Anteile an den Kraftwerken übernehmen. Zudem werden die Kraftwerke bis 2050 noch nachhaltiger sein, da einerseits mit der Konzessionserneuerung die Restwassermengen angepasst werden und andererseits bis dahin auch die Massnahmen zur ökologischen Sanierung der Wasserkraft umgesetzt sind.
Die Zukunft der Wasserkraft
Wasserkraft hat die Energiegeschichte der Schweiz geprägt wie kein anderer Energieträger. Sie entstand aus einfachen Mühlen, entwickelte sich zu grossen Infrastrukturprojekten und bildet heute das Rückgrat der Schweizerischen Stromproduktion. Auch in Zukunft wird sie eine Schlüsselrolle spielen: als flexible Winterenergie, als Speicher für Stromspitzen und als verlässliche Säule eines klimaneutralen Energiesystems. Die Schweiz baut damit auf eine Energiequelle, die seit Jahrtausenden fliesst und auch in den kommenden Jahrzehnten Richtung Zukunft weist.
Dieser Blogbeitrag über die Wasserkraft ist der Dritte in der Blogreihe über die Geschichte der erneuerbaren Energien mit dem Fokus auf die Schweiz. Den ersten Blogbeitrag über die Geothermie finden Sie hier und den zweiten über die Windenergie hier. Mehr zur Geschichte der erneuerbaren Energien erfahren Sie im kommenden Beitrag über die Photovoltaik.
Mattia Pesolillo, Hochschulpraktikant Kommunikation, Bundesamt für Energie (BFE)
Bild: shutterstock




2 Vote(s), Durchschnitt: 5,00Mehr als Strassen und Schienen: Mobilität braucht neue Kompetenzen
Mobilität ist längst nicht mehr nur eine Frage von Strassen und Fahrplänen. Heute geht es um Energie, Verhalten, Digitalisierung, Raumplanung, Klimaziele und Kosten. Kein Wunder, dass in der Schweiz inzwischen eine ganze Reihe von CAS-Weiterbildungs-Programmen entstanden ist, die Themen wie Mobilitätsmanagement, Flottenbeschaffung oder verhaltenspsychologische Ansätze beinhalten. Doch braucht es all diese Angebote? Und wie behält man den Überblick?
Mobilität ist einer der grossen Hebel der Schweizer Energie? und Klimapolitik. Rund ein Drittel der CO2-Emissionen in der Schweiz wird durch den Verkehr verursacht. Jede Fahrt, jeder Transport, jede Pendlerbewegung, jede Freizeitaktivität beeinflusst den Energieverbrauch und die Emissionen. Gleichzeitig stehen Unternehmen, Kantone und Gemeinden vor neuen Herausforderungen: Flotten elektrifizieren, Ladeinfrastruktur planen, Verkehrsströme lenken, Raum und Verkehr aufeinander abstimmen.
Da Mobilität ein interdisziplinäres Thema ist, decken klassische Grundausbildungen diese Breite oft nicht ab. Deshalb entstehen Weiterbildungen, die Praxiswissen vermitteln und verschiedene Fachbereiche zusammenbringen. Mit Unterstützung von EnergieSchweiz startet im Herbst der neue CAS Mobilitätsmanagement an der Ostschweizer Fachhochschule.
Barbara Schäfli ist Fachspezialistin Aus- und Weiterbildung beim Bundesamt für Energie.
Energeiaplus wollte von ihr wissen, warum EnergieSchweiz diesen Weiterbildungsgang unterstützt.

Barbara Schäfli ist im Bundesamt für Energie zuständig für Aus- und Weiterbildung im Energiebereich. Bild: BFE
Barbara Schäfli: Heute ist klar: Die Klimaziele im Verkehrsbereich lassen sich nicht allein durch den Ausbau von Infrastruktur, verbesserte Fahrzeugeffizienz oder Elektrifizierung erreichen. Eine zentrale Rolle spielt vielmehr das Mobilitätsverhalten selbst. Genau hier setzt der CAS Mobilitätsmanagement der Fachhochschule OST an.
Der CAS vermittelt praxisnahes Wissen zur Förderung nachhaltiger Mobilität in Unternehmen, Gemeinden und Arealen. Ziel ist es nicht, einzelne Verkehrsmittel gegeneinander auszuspielen, sondern sie situationsgerecht zu kombinieren und optimal aufeinander abzustimmen.
Die Teilnehmenden erwerben Kompetenzen, um Mobilitätskonzepte mit Fokus auf Klima- und Siedlungsverträglichkeit zu entwickeln, umzusetzen und zu evaluieren. Sie erhalten Instrumente und Tipps, wie sie in Organisationen konkrete Veränderungen anstossen können.
Damit unterstützt der CAS wichtige Schwerpunkte von EnergieSchweiz. Die Förderung einer nachhaltigen Mobilität in Gemeinden und Unternehmen durch die Anwendung folgender vier «V»: Den Verkehr «vermeiden», auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel «verlagern», den Verkehr durch Einsatz von optimierten und effizienteren Technologien «verträglich gestalten» und durch intelligentes Kombinieren und Integrieren von verschiedenen Verkehrsmitteln «vernetzen.
Energeiaplus: Mobilität ist ein beliebtes Thema im Weiterbildungsmarkt. Warum gibt es immer mehr Weiterbildungen in diesem Bereich?
Barbara Schäfli: Das Angebot ist Ausdruck eines strukturellen Wandels. Mobilität wird heute nicht mehr isoliert als Verkehrsfrage betrachtet, sondern als zentraler Faktor für Energieverbrauch, Emissionen und Standortqualität. Gleichzeitig hat der Verkehrssektor seine Klimaziele bislang nicht erreicht.
Klassische Ansätze wie neue Infrastrukturen oder Effizienzsteigerungen einzelner Verkehrsträger reichen allein nicht aus. Entscheidend ist zunehmend, wie Mobilität tatsächlich genutzt wird, also das Verhalten von Unternehmen, Mitarbeitenden und der Bevölkerung.
Zudem nimmt die Komplexität zu: Elektrifizierung, neue Arbeitsformen und Digitalisierung verändern die Mobilität grundlegend. Entsprechend wächst der Bedarf an neuen Kompetenzen.
Neue Weiterbildungsangebote sind deshalb aus unserer Sicht weniger ein Trend im Bildungsmarkt, sondern vielmehr eine Reaktion auf einen realen Bedarf in der Praxis.
Braucht es diese Vielfalt oder sorgt das eher für Verwirrung?
Die Vielfalt ist sinnvoll, weil sie die Breite des Themas widerspiegelt. Mobilität bewegt sich heute im Spannungsfeld von Technik, Verhalten, Organisation und Raum- und Verkehrsplanung. Entsprechend vielfältig sind auch die Rollen der Fachpersonen: Sie reichen von der strategischen Planung über das Mobilitätsmanagement in Unternehmen und Gemeinden bis hin zu Flottenmanagement, kommunaler und kantonaler Verkehrsplanung, technischen Neuerungen oder der Begleitung von Transformationsprozessen.
Diese Breite erfordert eine klare Profilierung der einzelnen Angebote. Aus Sicht von EnergieSchweiz sind insbesondere Umsetzungskompetenzen wichtig. In Unternehmen und Gemeinden fehlt es häufig an Fachpersonen, die Konzepte nicht nur verstehen, sondern auch umsetzen können.
Konkret: Worin unterscheiden sich beispielsweise der CAS der Fachhochschule OST oder das Angebot der ETH zur Mobilität der Zukunft oder das HSG-Programm CAS Smart Mobility Management?
Die verschiedenen Programme setzen unterschiedliche, sich ergänzende Schwerpunkte.
- Die Angebote an der ETH fokussieren stärker auf technologische und systemische Fragen.
- Programme wie das CAS Smart Mobility Management der HSG sind stärker strategisch und managementorientiert.
- Der neue CAS der OST hingegen setzt den Schwerpunkt auf betriebliches, kommunales und arealbezogenes Mobilitätsmanagement sowie dessen konkrete Umsetzung. Es richtet sich an Mitarbeitende in Büros, Gemeinden, Kantonen, Arealentwicklern und allen, die zielgerichtet etwas bewegen wollen.
Die klare Differenzierung macht die Programme komplementär und nicht redundant.
Welche Rolle spielt professionelles Mobilitätsmanagement, wenn die Schweiz ihr Energiesystem umbaut – insbesondere im Hinblick auf Strombedarf, Raumplanung und Klimaziele?
Mobilitätsmanagement ist zentral, weil es direkt an der Schnittstelle von Energie, Verkehr und Raumplanung ansetzt. Der Verkehr verursacht 38% des Endenergieverbrauches der Schweiz (vgl. BFE, Schweiz. Gesamtenergiestatistik 2025, Tab 2 )und ist verantwortlich für 33.5% der Treibhausgasemissionen. Mit der Elektrifizierung steigt zudem der Strombedarf.
Mobilitätsmanagement kann hier steuernd wirken: Es reduziert Verkehrsaufkommen, fördert effizientere Verkehrsmittel und hilft, Nachfrage zu verlagern, räumlich, zeitlich oder nach Verkehrsträgern. Dadurch kann der Energiebedarf gesenkt und besser planbar gemacht werden. Zugleich ermöglicht eine gute Abstimmung von Raum- und Verkehrsplanung langfristig eine Reduktion von Verkehr und Energieverbrauch.
Fakten zum Verkehr
- Der Verkehr verursacht mit rund einem Drittel einen grossen Teil der Schweizer CO-Emissionen.
- Rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs gehen auf das Konto des Verkehrs
- Mit der Elektrifizierung des Verkehrs steigt der Bedarf an Strom – und dieser muss auch produziert und ins System integriert werden.
- EnergieSchweiz unterstützt Nachhaltige Mobilität in Unternehmen und in Gemeinden.
- Informationen zur Förderung von Bildungsprojekten finden Sie unter Finanzielle Förderung von Bildungsangeboten im Energiebereich
Eine Liste von CAS im Bereich Mobilität/Verkehrsplanung finden Sie hier: Weiterbildung und Kurse | SVI
Interview: Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie
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