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DeCarbCH: Was will das SWEET-Konsortium erreichen?


Heizen und Kühlen, ohne einen CO2-Fussabdruck zu hinterlassen. Wie lässt sich das mit erneuerbaren Energiequellen, Wärmenetzen und Energiespeicher realisieren? Und wo liegt das Potenzial negativer Emissionstechnologien? Das sind die Schwerpunkte, die das Konsortium DeCarbCH untersucht.

DeCarbCH wird von der Universität Genf geleitet und ist eines der vier Konsortien, die bei der ersten Ausschreibung des Förderprogramms SWEET ausgewählt wurden. Im Video-Interview mit Energeiaplus.com erklärt Forschungsleiter Martin Patel, Professor am Lehrstuhl für Energie-Effizienz der Universität Genf das Konsortial-Projekt.

Martin Patel leitet das Konsortialprojekt DeCarbCH.

Was will DeCarbCH mit seinem Konsortial-Projekt erreichen?

Martin Patel: Mit unserem Projekt packen wir die herausfordernde Aufgabe an, das Kühlen und Heizen von Gebäuden in nur wenigen Jahrzehnten zu dekarbonisieren. Ausserdem wollen wir die Basis legen für negative CO2-Emissions-Technologien.

Hauptsächlich geht es dabei darum, den Einsatz von erneuerbarer Energie zu erleichtern, zu beschleunigen und dies ohne zusätzliche Risiken – in der Industrie, im Dienstleistungs- und im Gebäudebereich.

Wie soll die Zusammenarbeit zwischen den Partnern aus anderen Institutionen im Projekt laufen?

Martin Patel: Am Projekt DeCarbCH sind 16 Forschungs-Partner aus zehn Institutionen beteiligt plus zusätzlich 40 Kooperations-Partner aus der Industrie. Wir arbeiten interdisziplinär zusammen. Was wir gemeinsam erreichen wollen, sind evidenzbasierte Handlungsmöglichkeiten.

Welche Rolle spielen die Sozial- und Geisteswissenschaften in der Energieforschung?

Martin Patel: Die Sozialwissenschaften spielen eine bedeutende Rolle im Projekt DeCarbCH, weil wir Handlungsempfehlungen liefern möchten, die sich auf Fakten und Wissen abstützen. Evidenzbasierte Erkenntnisse verlangen ein solides Verständnis auf der technologischen und ökonomischen Seite, weil wir Lösungen vorschlagen wollen, die funktionieren. Aber diese Lösungen müssen auch für die Menschen nachvollziehbar sein.

 

SWEET – «SWiss Energy research for the Energy Transition» – ist ein Forschungsförderprogramm des Bundesamts für Energie (BFE). Ziel von SWEET ist die Förderung von Innovationen, die wesentlich zur erfolgreichen Umsetzung der Energiestrategie 2050 und der Erreichung der Schweizer Klimaziele beitragen.Das heisst: Um mögliche Risiken auszuschliessen, müssen wir in jedem Fall den rechtlichen Kontext, die geltenden Gesetze und allfällige Gesetze, die geplant sind oder im Raum stehen, einbeziehen.

 

Und: Wir müssen die Rolle der verschiedenen Anspruchsgruppen berücksichtigen. Nur wenn alle mitziehen, kann dieser sehr komplexe Übergang zu einem neuen Energiesystem gelingen.

Welchen konkreten Beitrag leistet DeCarbCH zur Energiestrategie 2050?

Martin Patel: Wir wollen Instrumente und Leitlinien bieten, damit diese Ziele erreicht werden können. Dazu müssen wir zuerst wissen, welche Technologien oder welche Kombination von Technologien implementiert werden sollen. Diese müssen den Praxistest bestehen.

Wir brauchen dazu Pilot- und Demonstrationsprojekte (P+D) und begleitende Projekte. Und all das muss in den Kontext des grossen Ganzen passen. Das heisst: Wir haben Modelle auf verschiedenen Stufen.

Indem wir all diese Elemente zusammenführen, können wir einen Beitrag zur Energiestrategie 2050 leisten. Entscheidungsträger können auf dieser Basis ihre Schlüsse ziehen.

Interview. Andrea Leu, Myriam Hofmann, Kommunikation Senarclens

Hier gehts zum Video: (Englisch)

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