Die Schweiz steht im Energiebereich vor grossen Herausforderungen. Um die Energiestrategie 2050 und die Klimaziele umsetzen und die immer komplexer werdenden Fragenstellungen beantworten zu können, braucht es ganzheitliche Systemansätze. Weg vom Silodenken, hin zu einer inter- und transdisziplinären Forschung. Genau hier setzt das Förderprogramm SWEET an, welches das Bundesamt für Energie 2021 gestartet hat.

Unterstützt werden untereinander verknüpfte Forschungs- und Innovationsprojekte, sogenannte Konsortialprojekte, in denen Universitäten, der ETH-Bereich und Fachhochschulen mit Institutionen der öffentlichen Hand – Bund, Kantone und Gemeinden –, der Privatwirtschaft sowie weiteren Organisationen zusammenarbeiten. Der Fokus liegt dabei auf anwendungsorientierter Forschung in relevanten Themengebieten und auf der Überführung von Resultaten von der Forschung in die Praxis.

Dem systemischen Ansatz folgt auch die Eidgenössische Energieforschungskommission CORE: «Bei der Lancierung neuer Forschungsthemen oder –programme empfiehlt die Kommission, inter- und transdisziplinäre Fragestellungen zu thematisieren. Der Kommission ist klar, dass die Herausforderungen im Bereich Energie nicht alleine durch technologische Lösungen bewältigt werden können», erklärt Rolf Schmitz, Co-Leiter Energieforschung und Cleantech des BFE.

Rolf Schmitz ist Co-Leiter Energieforschung und Cleantech im Bundesamt für Energie.

Living & Working – Stakeholder aus der Praxis von Anfang an dabei

Die zweite Ausschreibung von SWEET zum Thema «Living & Working» ist ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen. Im Zentrum steht der sich künftig verändernde Energieverbrauch der Schweiz durch neue Lebens- und Arbeitsweisen, ein anderes Mobilitätsverhalten oder steigendes Umweltbewusstsein. Neben technischen, ökonomischen oder regulatorischen Lösungen spielen Verhalten, soziale Normen, Akzeptanz und Wertewandel der verschiedensten Akteurinnen und Akteure eine wichtige Rolle.

Im Rahmen von «Living Labs» sollen neue wissenschaftliche Ansätze, Methoden und Technologien implementiert, in Demonstratoren getestet und bewertet werden. Der Mensch als Individuum, aber auch als Teil der Gesellschaft und des Systems, stellt dabei ein wesentliches Element dar. Nur wenn Wissenschaft und Praxis gemeinsam nach Lösungen suchen, kann das Ziel, nämlich emissionsarme, ressourcenschonende und effiziente Formen von Wohnen und Arbeiten unter gleichzeitiger Beibehaltung und, wenn möglich Erhöhung der Lebensqualität, erreicht werden.

Die im Rahmen der ersten Ausschreibung 1-2020 «Integration erneuerbare Energien» ausgewählten vier Konsortien starteten ihre Projekte im Frühling 2021. 30 Millionen Franken stehen dafür zur Verfügung. Diesen Herbst geht die zweite SWEET-Ausschreibung mit dem Leitthema «Living & Working» in die zweite Runde. Die ausgewählten Konsortien werden eingeladen, ein Full Proposal einzureichen. Für diesen Call sind 20 Millionen vorgesehen. Im September wird auch die dritte SWEET-Ausschreibung 2-2021 «Kritische Infrastrukturen» lanciert.

Andrea Leu, Senarclens Leu und Partner, im Auftrag von Bundesamt für Energie

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3 Kommentare
  1. Jürg+Jehle
    Jürg+Jehle sagte:

    Woher kommt unser Strom?

    Aus einem guten Zeitungsbeitrag ging leider nicht hervor, dass während x-tausend Stunden pro Jahr, bei Dunkelheit alle Solaranlagen gleichzeitig, kein Solarstrom liefern. Woher kommt dann unser Strom? In den übrigen Stunden können Sonne und Wind Strom liefern für die Energiewende.
    Wer Beweise will, kann an jeder Solar- und Wind- Anlage an einem Zähler die addierten Stunden pro Jahr ablesen, wo Strom geliefert wurde oder nicht geliefert wurde. 
    https://epaper.solothurnerzeitung.ch/article/1101369/1101369/2021-08-23/4/293421734?signature=7bb1ee807f150f286e09cc5f8a43914ca9dd97a18310817b923239c4079184e3

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  2. werner plüss
    werner plüss sagte:

    „Im September wird auch die dritte SWEET-Ausschreibung 2-2021 «Kritische Infrastrukturen» lanciert.“
    Ich nehme mal an, das beinhaltet auch die Versorgungssicherheit der Schweiz mit Strom. Dann ist es aber gefährlich spät, dieses Thema erst jetzt anzugehen. Praktische Sofortlösungen sind gefragt. Es ist erschreckend, bis jetzt hat unsere Regierung keinen Plan, wie 3GW sofort verfügbaren Import in Winternächten zu ersetzen. Von Frankreich und Deutschland kommt bald nichts mehr, die wollen selber importieren. Und wir wachsen von 8 auf 10 Millionen Einwohner. Und zu Tode sparen, Höhlenbewohner Dasein fristen, ist ja auch keine Option. Also wo den Pfuus hernehmen, konkret, in ein, zwei Jahren?

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