Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat eine gemeinsame politische Deklaration des Pentalateralen Energieforums unterzeichnet. Es geht dabei um die Rolle von Wasserstoff bei der Dekarbonisierung des Energiesystems.

Bis 2050 soll die Schweiz Netto keine Treibhausgase mehr ausstossen. Zu diesem Ziel hat sich der Schweizer Bundesrat wie auch die EU im Jahr 2019 bekannt. Einige Sektoren gelten aufgrund ihres Bedarfs an verdichteter Energie als besonders schwierig zu dekarbonisieren. Zu denken ist etwa an Hochöfen in der Stahlproduktion oder an Gütertransporte auf Lastwagen. Wasserstoff (H2) – das leichteste, chemische Element der Erde – bietet für diese Sektoren interessante Lösungen.

An einer Wasserstoffwirtschaft wird bereits seit Jahrzehnten geforscht. Durchsetzen konnte sich der Wasserstoff aber bis heute nicht. Ist dieses Mal alles anders? Einiges könnte darauf hindeuten. Für eine verstärkte Dekarbonisierung müssen neue Energieträger etabliert und Produktionsprozesse umgestaltet werden.

Dies ist allerdings nur der erste Schritt. Damit der erforderliche Markthochlauf gelingt, ist ein regulatorischer Rahmen notwendig, der den Marktakteuren geeignete Anreize setzt. Hier setzt die Deklaration des Pentalateralen Energieforums an. Die Mitglieder des Pentaforums wollen gemeinsam diskutieren, wie der Weg hin zu einem Wasserstoffmarkt aussehen könnte. Eine Zusammenarbeit soll beispielweise in folgenden Bereichen stattfinden:

  • Design einer gemeinsamen Langfrist-Vision für 100% erneuerbaren Wasserstoff in Europa
  • Erarbeitung gemeinsamer Definitionen für Wasserstoff und Regeln für Herkunftsnachweise
  • Harmonisierung der Wasserstoffbeimischung in Erdgasnetze
  • Technische Standards für Gasinfrastrukturen
  • Die Rolle von CO2-Steuern, Energiesteuern und Energieabgaben

Im Pentalateralen Energieforum arbeiten die Energieministerien aus Belgien, Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz (seit 2011) auf freiwilliger Basis zusammen. Ziel ist die Gestaltung regional integrierter Strom- und Energiemärkte.

Christian Bühlmann, Schweizer Mission bei der EU, Brüssel

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