Neben der weitläufig bekannten batteriebetriebenen Elektromobilität gilt auch der Brennstoffzellenantrieb als vielversprechende Alternative, um die CO2-Emissionen im Verkehr zu reduzieren.
Trotz des ersten Serienmodells eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs aus dem Jahr 2013 war es aufgrund von fehlenden Wasserstoff-Tankstellen zeitweise schwierig, ein solches Auto in der Schweiz zu fahren. Dies änderte sich 2016, als die Empa zusammen mit den Industriepartnern H2 Energy und Hyundai im Rahmen  eines Pilotprojekts die beiden schweizweit ersten öffentlichen Wasserstoff-Tankstellen baute.

Mit dem Bau und Betrieb der Tankstellen konnten wertvolle Erfahrungen gewonnen werden, beispielsweise in Bezug auf deren technische und logistische Integration in das Gesamtsystem der Wasserstoff-Mobilität. Damit auch andere davon profitieren können, erarbeitete die Empa in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern einen Leitfaden zum Aufbau von Wasserstoff-Tankstellen. Dieser erläutert den Ablauf in einzelnen Schritten, von der Definition der Eckdaten bis zur Wartung der späteren Tankstelle. Der Leitfaden wurde letzten Herbst veröffentlicht und von der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV) als «Schweizer Guideline SNG 10000:2019» aufgenommen. Auch konnte in Zusammenarbeit mit der Suva eine Möglichkeit gefunden werden, dass unter bestimmten Bedingungen auf eine explosionsgefährdete Zone (Ex-Zone) um die Zapfsäule verzichtet werden kann. Eine solche Ex-Zone sorgt dafür, dass Wasserstoff-Zapfsäulen nur mit Zusatzaufwand und Mehrkosten in eine konventionelle Tankstelle integriert werden können.

Das vom Pilot- und Demonstrationsprogramm des Bundesamts für Energie (BFE) mit 1.8 Millionen unterstützte Projekt hat dazu beigetragen, dass die Wasserstoff-Mobilität in der Schweiz Fuss fassen kann. So waren letzten Herbst schweizweit über 60 Brennstoffzellen-Fahrzeuge immatrikuliert. Hyundai plant bis ins Jahr 2025 1’600 Brennstoffzellen-Lastwagen auf den Schweizer Markt zu bringen. Dieses Jahr sollen die ersten 50 Stück geliefert werden. Damit sie auch betankt werden können, beabsichtigt der Förderverein H2 Mobilität Schweiz ein flächendeckendes Tankstellennetzwerk in der Schweiz aufzubauen.

Weitere Informationen finden Sie im Schlussbericht des Projekts sowie im Infoclip und dem Fachartikel.

Nathalie Rüegg, Hochschulpraktikantin Energieforschung und Cleantech, BFE

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