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Die Energiestrategie 2050 hat sich zum Ziel gesetzt, die Jahresnutzung der Bioenergie auf 27‘800 Gigawattstunden bis im Jahr 2050 fast zu verdoppeln. Eine erfolgreiche Umsetzung dieses Ziels erfordert eine Priorisierung von Projekten in Regionen mit reichlichen Bioenergie-Ressourcen.

In Zusammenarbeit mit dem WSL (SCCER-Biosweet), der ETH Zürich und der Universität Genf wurde die räumliche Verteilung des nachhaltigen Bioenergiepotenzials untersucht, um Schweizer Hot- und Coldspots für neue Bioenergieprojekte zu identifizieren. Die Schweizer Hotspots befinden sich in grossen urbanen Regionen sowie im Mittelland mit angrenzenden hügeligen Gemeinden, in denen intensive Landwirtschaft betrieben wird. Die Coldspots liegen fast ausschliesslich in den Alpen.

Fünf Gruppen ähnlicher Arten von Schweizer Gemeinden können unterschieden werden, um kontextspezifischen Bioenergie-Strategien zu entwickeln:

·         Waldholz: Die waldbewachsenen Gemeinden im Mittelland und im Jura zeichnen sich durch ihr Potenzial an Wald- und Altholz aus.

·         Hofdünger: Einige landwirtschaftliche Gemeinden im Mittelland sind sehr stark von der Verfügbarkeit von Hofdünger und in geringerem Masse von Waldholz abhängig.

·         Gemischte Landwirtschaft: Eine weitere Gruppe von Landwirtschaftsgemeinden im Mittelland hat das grösste Potenzial durch landwirtschaftliche Nebenprodukte und in geringerem Masse  Hofdünger und Waldholz.

·         Anthropogene Bioenergie: Die Schweizer Stadtgebiete verfügen über ein hohes anthropogenes Bioenergiepotenzial an Grüngut, organische Industrieabfälle, organischer Kehricht sowie Klärschlamm.

·         Geringes Potenzial: Die Alpengebiete insgesamt weisen ein vergleichsweise geringes nutzbares Potenzial aller Arten von Bioenergie auf.

Diese Ergebnisse sind nützlich, um die spezifischen Schweizer Gemeinden und Grossregionen mit kontextspezifischen Strategien für Innovationen im Bereich der Bioenergie anzusprechen. Die Karte könnte auch Grundlage für die regionale Zusammenarbeit werden, um grosse Gebiete mit reichlich Bioenergie zu erschliessen und die ähnlichen Gemeinden fürs Austauschen der Erfahrungen und Know-how zur Bioenergienutzung zu vernetzen.

Die vollständige Publikation ist auf Anfrage erhältlich unter evelina.trutnevyte@unige.ch

Prof. Evelina Trutnevyte, Erneuerbare Energiesysteme, Universität Genf

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