Das Labor Spiez hat per Januar 2021 die Re-Designierung als Collaborating Center der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) erhalten. Die Weiterführung der Zusammenarbeit ist Ausdruck einer sehr erfolgreichen Kooperation während dem ersten Designierungszeitraum von 2017 bis 2020. Die Zusammenarbeit mit dem Labor Spiez umfasst insbesondere Messungen vor Ort, die Probennahme sowie die Etablierung analytischer Verfahren zur Untersuchung von Radionukliden in Umweltproben. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Capacity Building innerhalb des ALMERA Netzwerks (ALMERA = Analytical Laboratories for the Measurement of Environmental Radioactivity) der IAEA. Die Fortführung der Arbeiten konzentrieren sich auf die Entwicklung von Analyseverfahren zur Untersuchung von radioaktiven Substanzen in Umwelt- sowie Materialproben. Konkrete Beispiele sind zum Beispiel die Unterstützung bei der Sammlung und Überwachung von Proben aus Küstengewässern in der Präfektur Fukushima (Japan) sowie die Thematisierung des Rückbaus von Kernkraftwerken. In diesem Bereich sollen in den kommenden Jahren messtechnische Lücken zur Klassierung des Rückbaumaterials geschlossen werden.

Die Re-Designierung erfolgte heute im Rahmen einer kurzen Zeremonie per Videokonferenz. Najat Mokhtar, Vizedirektorin des IAEA Departements für Nuklearwissenschaften und -anwendungen würdigte in ihrer Ansprache die gute Zusammenarbeit mit dem Labor Spiez und der Schweiz. Sie sagte: «In den vergangenen Jahren hat das Labor Spiez wertvolles Fachwissen bei der Etablierung von radioanalytischen Methoden zur Verfügung gestellt, um den höchsten Qualitätsstandard in den Mitgliedsstaaten zu erreichen. Das Labor Spiez hat eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung des japanischen Programms zur Überwachung der Meeresradioaktivität gespielt. Seine Abteilung für Nuklearchemie hat während des Einsatzes im vergangenen Jahr Proben aus den Küstengewässern um das stillgelegte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gesammelt. Die Experten des Labors Spiez unterstützen auch die Entwicklung nationaler Kapazitäten für die Radioaktivitätsüberwachung bei ähnlichen Missionen im Südpazifik. Insbesondere in der Republik Marshallinseln ist es wichtig, die Werte der Fallout-Radionuklide aus den atmosphärischen Kernwaffentests zu überwachen.».

Collaborating Centers sind auserlesene wissenschaftliche Institutionen wie Laboratorien, Universitäten und Forschungsinstitute, die mit der IAEA zusammenarbeiten, insbesondere in den Bereichen Umweltschutz, Nahrungsmittelsicherheit, Ressourcenmanagement oder im Gesundheitswesen. Derzeit unterhält die IAEA mit rund 47 Instituten Collaborating Centers weltweit. Die Schweiz ist mit einem weiteren IAEA Collaborating Center zusammen mit der EPFL in Lausanne im Bereich der Nuklearen Sicherheitsforschung designiert. Das ist ein Beleg dafür, dass die nukleare Forschung in der Schweiz eine grosse internationale Reputation besitzt und einen wesentlichen Beitrag zu den hohen nationalen und internationalen nuklearen Sicherheitsstandards leistet. Die Zusammenarbeit wird die wissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten in anderen IAEA Mitgliedstaaten verbessern und ist im Einklang mit der Energiestrategie 2050, welche die Weiterführung der nuklearen Forschung im Bereich der Sicherheit von Kernkraftwerken vorsieht. Das BFE hat die Re-Designierung des Labor Spiez zusammen mit dem EDA massgeblich unterstützt.

Ralf Straub, Fachspezialist Internationale Kernenergie, BFE

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