Das Bundesamt für Energie (BFE) ist verantwortlich für die Umsetzung der Energiestrategie 2050, die den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz zum Ziel hat. Die Schweiz hat sich zudem verpflichtet, ihre Netto-Kohlenstoffemissionen bis 2050 auf Null zu reduzieren. Dies sind grosse Herausforderungen. Unser Energiesystem muss dafür umstrukturiert werden. Es soll künftig erneuerbar, digital, dezentralisiert und vernetzt sein. In diesem Prozess müssen wir auch dafür sorgen, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist.

Zu diesem Zweck reformieren wir die Gesetze im Energiebereich. Aber Politik und Verwaltung können die künftigen Herausforderungen nicht allein bewältigen. Markt und Forschung werden eine wichtige Rolle spielen müssen, um Lösungen für diese Herausforderungen zu finden. Mit der Lancierung des neuen Forschungsprogramms SWEET «SWiss Energy research for the Energy Transition» will das BFE ein Instrument schaffen, das auf der exzellenten Schweizer Grundlagenforschung aufbaut. SWEET soll sich mit den wichtigsten wissenschaftlichen Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts befassen und anwendungsorientierte Lösungen entwickeln. Mit diesem Programm will der Bundesrat eine nahtlose Nachfolge für die Swiss Competence Centers in Energy Research (SCCER) schaffen. Das BFE hat sich deshalb entschieden, die erste SWEET-Ausschreibung jetzt zu erstellen – sie wurde letzte Woche lanciert und läuft bis zum 12. Oktober 2020. Dies erlaubt es, mit dem ersten Thema zeitnah an die SCCER-Periode anzuknüpfen und gibt die Gelegenheit, von den Ressourcen zu profitieren, die im Rahmen der SCCER aufgebaut wurden.

Für die zukünftigen Herausforderungen einer nachhaltigen, sicheren und wirtschaftlich verträglichen Energiestrategie werden sektorübergreifende Ansätze und Systembetrachtungen immer relevanter. SWEET soll mit der Förderung von langfristig angelegten Konsortialprojekten diesen Ansprüchen Rechnung tragen und mithelfen, die notwendigen Technologien und Systeme im Markt zu verankern. Zur Erreichung der ambitionierten Klimaziele der Schweiz ist die Forschung unter anderem über die Negativen Emissionstechnologien (NET) gefordert. SWEET gibt die Möglichkeit, über thematische Ausschreibungen aktuelle Forschungsfragen zu durchleuchten, die für die Energiestrategie von wesentlicher Bedeutung sind.

Die Ausschreibung wurde in Anlehnung an internationale Modelle ausgearbeitet. Die SWEET-Förderung wird – basierend auf einer Bewertung nach den Kriterien «Excellence», «Impact» und «Implementation» – kompetitiv vergeben. Erfahrungen aus der ersten SWEET-Ausschreibung werden für die zukünftige Ausrichtung des langfristig angelegten Instruments einfliessen.

Ich freue mich auf interessante Vorschläge, die sich auf konkrete Anwendungen, breite Konsortien und die aktive Beteiligung der Industrie konzentrieren. Ich zähle auf Sie alle und wünsche mir einen konstruktiven Dialog rund um die Energieforschung.

Benoît Revaz, Direktor des BFE

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1 Antwort
  1. B. Cosandey
    B. Cosandey sagte:

    Bevor der Bevölkerung mit wissenschaftlicher Unterstützung unzählige ‚constraints‘ und ’new goals‘ übergestülpt werden, würde ich gerne die genauen Definitionen erkennen können, was Sie da disruptiv verändern wollen:
    Vielleicht kann jemand Links zu solchen Fragen posten , oder besser das BFE macht sich zunächst die Mühe, solche einfachen Fragen zu klären (..die heute oft nicht „mit einer Stimme sprechen“):
    * Was umfasst die Begriffsdefinition “ Energiesystem“ in diesem Kontext (Abgrenzung)
    * Was ist genau gemeint mit einem „digitalen Energiesystem“ ? (geht es nur um die verwaltungstechnische Informatisierung, oder geht die definition weiter, z.B. Bots)
    * dezentral: das kann wohl nur auf bestimmte Attribute zutreffen. (Dezentrale Wasserstoffproduktion und -Aufbereitung z.B. wäre ein totaler Overkill..) Eingrenzung?
    * Vernetzt: Welche heute nicht vernetzten Teile „des Energiesystems sind da angesprochen? Oder ziehlt „vernetzt“ auf die Businessprozesse / Markt / autonome Bidder-Seller Prozesse usw?
    Definition und Abgrenzung als erster Schritt tut der Qualität des Veränderungsprozesses nur Gutes.
    Man könnte auch im ’nebulösen Schattenboxen‘ à la Minder weitermachen..

    Antworten

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