Die jüngste Marktumfrage, die der Verein für umweltgerechte Energie VUE im Auftrag des Bundesamts für Energie BFE durchgeführt hat, zeigt: Mehr als ein Drittel aller Schweizer Haushalte bestellt bewusst Strom aus erneuerbaren Quellen.

57.2 Terawattstunden (TWh) Strom wurden in der Schweiz 2019 verbraucht. Davon stammten drei Viertel, oder 42.7 TWh aus erneuerbaren Quellen.

Rund 1.8 Millionen Haushalte, das sind mehr als ein Drittel aller Schweizer Haushalte, haben sich im Jahr 2019 bewusst für erneuerbaren Strom entschieden. Dazu kommen rund 80’000 Unternehmen und öffentliche Institutionen, die aktiv Stromprodukte aus erneuerbaren Energien bestellen. Insgesamt wurden 2019 auf diese Weise 16.741 TWh erneuerbarer Strom bewusst bestellt.

Kleinere Stromkunden mit einem Verbrauch von weniger als 100’000 Kilowattstunden pro Jahr, sind im heute nur teilgeöffneten Strommarkt an ihren Energieversorger gebunden. Immer mehr Energieversorger bieten ihren gebundenen Kunden in der Grundversorgung ein Standard-Stromprodukt (Default) aus 100% erneuerbaren Energien an.

Diese Green-Default-Angebote werden in der Marktumfrage des VUE aber nur dann erfasst, wenn die gebundenen Kundinnen und Kunden keine Opting-out Möglichkeit haben, also nicht auf ein (teilweise) nicht erneuerbares Produkt wechseln können. 2019 hatten 27 Energieversorger Green-Default-Produkte ohne Opting-out-Möglichkeit im Angebot. Die gelieferte Strommenge dieser Green-Default-Produkte ohne Opting-out lag 2019 bei 7.591 TWh.

Viele der oben erwähnten 1.8 Millionen Haushalte entscheiden sich statt für das Green-Default-Produkt für ein anders zusammengestelltes erneuerbares Stromprodukt. Meist, zu 66%, sind das Mixprodukte aus unterschiedlichen erneuerbaren Energiequellen (Wasser, Sonne, Wind, Biomasse). 32% waren reine Wasserkraftprodukt und rund 2% reine Solar-, Wind- oder Biomasse-Produkte, wobei hier der Solarstrom den grössten Anteil hat.

Der Anteil der KundInnen, die ein 100% erneuerbares Standard-Stromprodukt erhalten und damit zufrieden sind, hat in den vergangenen Jahren laufend zugenommen. Diese Zunahme war möglich, weil immer mehr Energieversorger einen solchen Green-Default anbieten. Abgenommen hat hingegen die Zahl der KundInnen, die ein anderes gründes Strom-Produkt bestellen. Dies zeigt, dass sich viele KundInnen zwar ein erneuerbares Produkt wünschen, dessen Qualität aber eine kleinere Rolle spielt und sie sich auch nicht darum kümmern möchten.

Somit liegt die Qualität der Schweizer Liefermixes zu einem grossen Teil in der Hand der Energieversorger selbst. Denn sie stellen die Green-Default-Angebote der gebundenen KundInnen zusammen . Bei den Haushalten zeigt sich dies sehr deutlich:  2019 wurden knapp 85%des Stromverbrauchs der Schweizer Haushalte mit erneuerbaren Strom-Produkten gedeckt (mit oder ohne Wahlmöglichkeit). Potenzial gibt es aber noch bei den Betrieben. Diese beziehen erst  etwas über 20% des Stroms in Form von erneuerbaren Produkten.

Die Marktumfrage erfasst neben den Stromprodukten auch den Absatz von Biogasprodukten und Erdgasprodukten mit Biogasanteil im Jahr 2019. Der Schlussbericht «Der Markt für erneuerbare Energieprodukte 2019» ist auf der Webseite des VUE verfügbar.

Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie

 

 

 

 

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4 Kommentare
  1. Jürg+Jehle
    Jürg+Jehle sagte:

    Erneuerbare sind kein Beitrag zur Energiewende weil Kraftwerke noch Strom liefern bei Dunkelheit und Windstille – über 4000 Std pro Jahr.
    Also Vorsicht beim Abstellen von Kraftwerken.

    Antworten
    • Max Blatter
      Max Blatter sagte:

      Hä? Mal zur Begriffsklärung: Als „Kraftwerke“ bezeichnet man alle Produktionsanlagen für elektrische Energie, egal ob diese aus erneuerbaren oder nicht-erneuerbaren Ressourcen gewonnen wird.
      Und dann: Wasserkraft liefert Strom bei Dunkelheit und Windstille. Biomasse liefert Strom bei Dunkelheit und Windstille, kann sogar Spitzenenergie liefern. Geothermie (und irgendwann wird auch in der Schweiz das erste Geothermiekraftwerk ans Netz gehen) liefert Strom bei Dunkelheit und Windstille, sogar konstante Bandenergie. Fotovoltaik liefert Strom bei Windstille. Windturbinen liefern Strom bei Dunkelheit, im Winter mehr als im Sommer, was eine gute Ergänzung zur Fotovoltaik ist.
      Die Vielfalt macht’s aus … man sollte sich wieder vermehrt an den Öko-Slogan erinnern: Vielfalt statt Einfalt!

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    • Max Blatter
      Max Blatter sagte:

      Der Natur ist es ziemlich egal, ob „Neue Erneuerbare“ der „Alte Erneuerbare“ genutzt werden! Richtig ist, dass der künftige Zubau gesichert werden muss. Dies ist aber auch beim Strombezug aus Fotovoltaik oder Windenergie nicht gewährleistet; da müsste man z.B. auf das Label „naturemade star“ achten. DAS sollte tatsächlich von den EVU vermehrt beworben werden!

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