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Der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS, das umfassende Gebäudelabel von Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz NNBS, wurde im August 2016 mit Unterstützung von EnergieSchweiz lanciert. Das Label dient der Zertifizierung von Büro- und Verwaltungsgebäuden sowie grosser Wohngebäude und zukünftig auch Schulbauten. Es ist eine Antwort auf die steigenden Anforderungen von Politik und Gesellschaft an die Art, wie wir bauen. Nach dem Motto «Bauen für eine neue Generation» stellt der SNBS die Bedürfnisse der heute 15- bis 24-Jährigen nach Umweltverträglichkeit, ethischer Korrektheit und moderner Technologie in den Vordergrund. In der Schweiz sind aktuell sechs Gebäude, darunter der Verwaltungsneubau am Guisanplatz in Bern (Bild) und das Maison Olympique in Lausanne, zertifiziert. 35 weitere Projekte sind im Bau oder befinden sich in der Planungsphase. Zukünftig soll der SNBS zudem auch auf Infrastrukturprojekte und eine SNBS-Portfoliobewertung ausgeweitet werden.

Nachhaltig Bauen bedeutet nicht nur, den Energie- und Ressourcenverbrauch eines Gebäudes zu verringern, sondern vielmehr einen Mehrwert für die Nutzenden, das Quartier und die Gemeinde zu schaffen. Der SNBS Hochbau harmonisiert den komplexen Begriff der Nachhaltigkeit und macht diese damit beurteil-, vergleich- und zertifizierbar. Das Label steht dabei hinter dem ganzheitlichen Prinzip der Nachhaltigkeit. Folglich ist der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes zu berücksichtigen. Dabei müssen gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Ziele unter einen Hut gebracht werden. So konzentriert sich der SNBS beispielsweise auf die umweltschonende Erbauung, den Wohnkomfort, die Anbindung an die Verkehrsnetze sowie die Lebenszykluskosten einer Immobilie. Ein durchdachtes Mobilitätskonzept sorgt zum Beispiel für kürzere Arbeitswege und damit mehr Komfort für die Nutzenden. Eine gute Erreichbarkeit der Immobilie ist aber auch aus ökologischer Sicht (Erreichbarkeit zu Fuss, mit dem Fahrrad und dem ÖV) und aus wirtschaftlicher Sicht für Arbeitnehmer und Arbeitgeber von grosser Bedeutung. Oft unterstützen sich die einzelnen Elemente der Nachhaltigkeit gegenseitig. Es ist jedoch auch möglich, dass bei der Planung eines Gebäudes Zielkonflikte auftreten. So wird für die Produktion des Dämmmaterials beispielsweise meist viel graue Energie benötigt. Ein gut gedämmtes Gebäude ist aber für das Wohlbefinden der Nutzenden wichtig. Nachhaltiges Bauen ist also häufig als Optimierungsprozess zu verstehen.

Bauherrschaften und Bauplanerinnen und -planer nutzen den SNBS als Instrument zur  strategischen Planung ihres Projekts. Dabei lohnt es sich, von Beginn an festzulegen, welches Niveau an Nachhaltigkeit erreicht werden soll. So kann ein Projekt beispielsweise im Bereich Gesellschaft nachhaltiger sein als im Bereich Umwelt. Während des Planungsprozesses dient der SNBS als Kompass und verschafft einen Überblick darüber, wo das Gebäude hinsichtlich Nachhaltigkeit steht. Letztendlich obliegt es der Bauherrschaft, ob sie das Gebäude zusätzlich durch die Firma SGS zertifizieren möchte. Ohne Zertifizierung ist die Bauherrschaft selbst für die Zielsetzung, Beurteilung und Qualitätssicherung des Standards verantwortlich. Dies erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit allen Beteiligten. Die externe Qualitätssicherung im Rahmen der Zertifizierung sorgt für definierte Anforderungen und bietet den Planenden einen klaren Anforderungskatalog. Die dabei anfallenden Zertifizierungskosten werden bereits heute von sechs Kantonen entweder vollständig übernommen oder im Rahmen von Förderbeiträge ausbezahlt.                                                                           

Joe Luthiger, Geschäftsführer von Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz NNBS, war im Bundesamt für Energie BFE zu Gast und hat dabei betont, welche Verantwortung die Schweiz in der aktuellen Klimaentwicklung trage, und dass das Bedürfnis nach nachhaltigem Bauen in den vergangenen Jahren stark zugenommen habe. «Die Bevölkerung hat ein grosses Verantwortungsbewusstsein gegenüber künftigen Generationen entwickelt», weshalb es so wichtig sei, dass die bestehenden nachhaltigen Labels und Standards für nachhaltiges Bauen erfolgreich nach aussen kommuniziert und bekannter gemacht werden, sagte Luthiger weiter. Für Investoren schaffe die Zertifizierung nach SNBS einen eindeutigen Mehrwert. Sie erhöhe den Marktwert einer Immobilie und fördere die Reputation der Bauherrschaft. Dennoch erfordere nachhaltiges Bauen weiterhin viel Engagement und Zeit aller Beteiligten.

David Eyhorn, Hochschulpraktikant Gebäude, BFE

 

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