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Unter diesem Motto trafen sich gestern Mitglieder der drei Regionalkonferenzen und weitere Interessierte zu einem Symposium des Bundesamts für Energie über Wissenserhalt und Markierung geologischer Tiefenlager. In den vergangenen Jahren hatte sich eine internationale Expertengruppe intensiv mit der Fragestellung beschäftigt, wie eine systematische Informationsweitergabe an zukünftige Generationen ausgestaltet sein müsste, damit Informationen über geologische Tiefenlager lange Zeitspannen überdauern und in Zukunft noch verstanden werden.

BFE-Vizedirektor Roman Mayer begrüsste die rund 70 Anwesenden aus dem In- und Ausland im Vortragssaal des Kunsthauses Zürich. Über die Hintergründe und Zielsetzungen der Arbeit der internationalen Expertengruppe informierte der Vorsitzende, Stephan Hotzel (GRS), in seinem Einleitungsreferat. Anschliessend erläuterte Anne Claudel (Nagra) die Chancen und Herausforderungen beim Erhalt und der Überlieferung von Wissen, Archivdokumenten und kollektiver Erinnerung. Die internationale Expertengruppe entwickelte zwei neue Konzepte, die dem Wissenserhalt dienen sollen. Das Konzept des Key Information Files erläuterte Jean-Noël Dumont (Andra) anhand des Fallbeispiels Centre de Stockage de la Manche in Frankreich. Alle zu einem Tiefenlager relevanten Unterlagen sollen in das Set of Essential Records Eingang finden. Die umfangreichen Arbeiten dazu wurden von Ulrich Noseck (GRS) vorgestellt. Anna Volkmar (Universität Leiden) informierte über die Rolle der Künste beim Wissenserhalt zu Lagern mit radioaktiven Abfällen. Die anschliessende Mittagspause bot ausreichend Gelegenheit, sich mit den Exponaten des Museums für Kommunikation zum Thema «Memoire» auseinanderzusetzen – ein Exponat widmet sich explizit der Frage der Markierung geologischer Tiefenlager.

Am Nachmittag widmeten sich die Referentinnen und Referenten der Frage, wie sich die Situation bezüglich Wissenserhalt und Markierung geologischer Tiefenlager in der Schweiz darstellt. Nach einer Erläuterung der rechtlichen Grundlagen durch Felix Altorfer (ENSI), zeigte Anne Claudel den Weg zu einer möglichen Wissenserhalts- und Markierungsstrategie in der Schweiz auf. Markus Gut (Universität Zürich) referierte über den Beitrag literarischer Verfahren im Dienste des Wissenserhalts.

Den Abschluss des Symposiums bildete der Vortrag von Cornelis Holtdorf (UNESCO Lehrstuhl für Heritages Futurs der Linnéuniversität im schwedischen Kalmar) zur Wissenstradierung aus Sicht der Archäologie und Kulturbeforschung. In diesen Wissenschaften werden radioaktive Abfälle als Kulturerbe der Zukunft Eingang finden.

Alle Folien der Referate finden sich auf der Website des BFE. 

Simone Brander, Leiterin Grundlagen Entsorgung, BFE

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