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Rückblick SWEET-Konferenz – Vielfältige Einblicke in die Energieforschung


Am 6. September 2023 traf sich die Energieforschungs-Community in Bern zur zweiten SWEET-Konferenz. Diese bot eine Plattform für den Austausch zwischen der Energieforschung und Umsetzungspartnern aus der Privatwirtschaft, von Verbänden, Kantonen, Städten, Gemeinden und dem Bund.

Mit der VR-Brille auf einer Schweizer Karte die Energieversorgung im Jahr 2050 erkunden oder in einem Online-Game in die Rolle eines Energieversorgers schlüpfen und erfahren, wie sich Entscheide auf das Energiesystem auswirken: An der SWEET-Konferenz erfuhren die Teilnehmenden nicht nur in Referaten, wo die Forschung der laufenden Konsortien steht. In den Pausen hatten sie auf dem «Marktplatz» die Gelegenheit, die Projekte interaktiv kennenzulernen und sich mit den Forschenden auszutauschen. Um die Vernetzung auch über SWEET hinaus zu fördern, wurden drei Projekte aus Programmen von Innosuisse, des National Centers for Climate Change (NCCS) und des BFE (P+D) vorgestellt.

Simulationen neu denken
Für das Konsortium CoSi (Co-Evolution and Coordinated Simulation of the Swiss Energy System and Swiss Society), das den Zuschlag Anfang Jahr erhalten hatte, stellte sich Prof. Hannes Weigt von der Universität Basel den Fragen der Moderatorin: «Wo sehen sie den Kern der Aufgaben? Welche Aktivitäten sind geplant?» Wie in der Ausschreibung gefordert, sieht das Konsortium den Kernauftrag darin, die Simulationen zum Schweizer Energiesystem zu koordinieren und die Geistes- und Sozialwissenschaften stärker in die Energieforschungs-Community einzubinden. Im Januar ist ein erstes Treffen geplant mit «non-modelers», also mit Forschenden, die sich bis anhin noch nicht mit Energieszenarien und Modellen befasst haben. Dabei werden Bedürfnisse erfasst, die später in die Modelle einfliessen sollen. Einen Vorteil sieht Weigt in der langen Dauer des Konsortiums, das über zehn Jahre läuft. So könnten die Forschenden ein integriertes Modell in drei Phasen entwickeln. Zwischen den drei «Runs» stehe genügend Zeit zur Verfügung, um Anpassungen vorzunehmen und das Modell zu optimieren.

In den Pausen konnten die Teilnehmenden an Marktständen mit den Konsortien in Kontakt treten.

Die Crux mit digitalen Energiedaten
Für Modelle und Simulationen braucht es Daten. Energiedaten digital zu erheben und der Forschung zur Verfügung zu stellen, gehört aber nicht zu den Stärken der Schweiz, wie bereits die Aktivität CROSSDat gezeigt hat (Beitrag in energeiaplus). Mit drei Kurzreferaten von Fachleuten des Bundes, der Forschung und eines Energieversorgers und einer anschliessenden Diskussion wurde das Thema an der SWEET-Konferenz vertieft. Das Fazit: Viele Daten sind vorhanden, aber noch nicht verfügbar. Nicht zu unterschätzen ist aber der Aufwand für die Energieversorger, die Daten aufzubereiten. Neben Energiedaten sind auch Daten zur Politik in der Forschung gefragt. Doch diese werden nicht systematisch erhoben und aktualisiert. Warum es mit den Daten hapert, ist vielschichtig begründbar. Es fehlen Anreize und gesetzliche Grundlagen. Zudem verhindert ein «Cocktail aus Unsicherheit» einen entspannteren Umgang mit Daten. Während Deutschland mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen hat, sind etwa England oder nordische Länder viel weiter.

Grenzen für erneuerbare Treibstoffe im Inland
Einen ersten Einblick in die geplanten Arbeiten gewährte auch das zweite Konsortium, das in diesem Jahr eine Ausschreibung gewonnen hat: «reFuel.ch» zum Thema «Nachhaltige erneuerbare Treib- und Brennstoffe». Wie Christian Bach von der Empa ausführte, steht u.a. die Produktion von Treib- und Brennstoffen und Plattformchemikalien im Ausland im Fokus ihrer Arbeit. Denn in der Schweiz fehle der Platz für neue Grossanlagen und es könne in absehbarer Zeit nicht genügend erneuerbarer Strom für zusätzliche Anwendungen zur Verfügung gestellt werden.

Die Präsentationen und Poster der Konferenz sind hier erhältlich.

SWEET – «SWiss Energy research for the Energy Transition» – ist ein Förderprogramm des Bundesamtes für Energie (BFE). Ziel von SWEET ist es, Innovationen zu fördern, die wesentlich zur erfolgreichen Umsetzung der Energiestrategie 2050 und zur Erreichung der Klimaziele der Schweiz beitragen. 

Irene Bättig, Sprachwerk GmbH im Auftrag der Geschäftsstelle SWEET, Bundesamt für Energie (BFE)
Bilder: BFE

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