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Photovoltaik entwickelt sich zu einer tragenden Säule der Schweizer Stromversorgung


Das Bundesamt für Energie (BFE) hat heute den Vorabzug der Schweizerischen Statistik der Erneuerbaren Energien, Ausgabe 2021 veröffentlicht. Die Statistik zeigt, dass 2021 eine Photovoltaik Leistung von 705 Megawatt (MW) verkauft wurde. Das ist ein neuer Jahres-Zubau-Rekord. Insgesamt sind in der Schweiz nun 3’650 MW Leistung installiert. Das entspricht einer Modulfläche von etwa 3’000 Fussballfeldern oder 20 Millionen Quadratmetern. Gegenüber 2019 hat sich der Zubau mehr als verdoppelt und gegenüber 2017 sogar fast verdreifacht. Im laufenden Jahr 2022 scheint sich das starke Wachstum fortzusetzen: Erwartet wird ein Zubau von etwa 900 MW.

Die folgende Grafik illustriert den Boom der Photovoltaik in der Schweiz in den letzten Jahren. Insbesondere seit 2020 hat sich der Markt sehr stark beschleunigt.

Grafik: Jährlicher Zubau an PV-Leistung in der Schweiz (Quelle: BFE)

Diese Zahlen sind auch im Kontext eindrücklich:

Kontext «Installierte Leistung pro Kopf»: Bei der pro Kopf installierten Leistung liegt die Schweiz im europäischen Vergleich auf dem vierten Platz nach den Niederlanden, Deutschland und Belgien (siehe nachfolgende Grafik). Ende 2021 war in der Schweiz pro Kopf doppelt so viel Photovoltaikleistung installiert wie in Frankreich, je 40% mehr wie in Österreich und in Spanien sowie 10% mehr wie in Italien.

Grafik: Ländervergleich der pro Kopf und Jahr gesamten installierten PV-Leistung (Quelle: IRENA, Eurostat, BFE)

 

Kontext «Stromproduktion»: Im Mittel der letzten 10 Jahre haben die in der Schweiz installierten PV-Anlagen etwa 960 kWh Elektrizität pro Kilowatt (kW) installierte Leistung produziert. Daraus folgt, dass mit der Ende 2021 in der Schweiz installierten PV-Leistung von 3’650 MW pro Jahr über 3.5 Terawattstunden (TWh) Strom produziert werden kann. Zum Vergleich: 2021 produzierte Block 1 des Kernkraftwerks Beznau rund 3 TWh Strom. Diese über 3.5 TWh decken nun also bereits 6% des mittleren Schweizer Stromendverbrauchs.

Kontext «Ausbauziele Bund»: Auch in Bezug auf die Ausbauziele des Bundes ist die Entwicklung der Photovoltaik auf Kurs. Im Bundesgesetz für eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien (derzeit in parlamentarischer Beratung) hatte der Bundesrat dem Parlament 2021 vorgeschlagen, dass im Jahr 2035 jährlich 17 TWh Strom aus erneuerbaren Energien produziert werden sollen, davon 14 TWh aus Photovoltaik. Damit können dann über 20% des Schweizer Stromendverbrauchs (gemäss Energieperspektiven 2050+) gedeckt werden. Mit dem aktuellen Zubauniveau kann dieses Ziel sicher erreicht werden. Denn dafür wäre in der Periode 2021 bis 2035 ein jährlicher Zubau von 750 MW nötig, der mit 705 MW bereits im ersten Jahr (2021) dieser Periode schon fast erreicht wurde.

2022 wird das notwendige Zubauniveau voraussichtlich deutlich übertroffen und 2023 ist mit einer weiteren Steigerung zu rechnen. Denn 2023 wird das neue Förderinstrument der hohen Einmalvergütung für Anlagen ohne Eigenverbrauch eingeführt. Dieses erschliesst zusätzliches Solarpotenzial: Grosse Anlagen auf Dächern von Gebäuden mit wenig Stromverbrauch (z.B. Scheunen oder Lagerhallen) oder auf Infrastrukturen. Solche Anlagen können neu mit einer Einmalvergütung von bis zu 60% gefördert werden.

Aufgrund der aktuellen Marktdynamik und des neuen Förderinstruments rechnet das Bundesamt für Energie damit, dass in wenigen Jahren jährlich über 1 Gigawatt (GW) PV-Leistung zugebaut wird. Damit würde das vom Bundesrat vorgeschlagene Ziel für 2035 deutlich übertroffen und gegen 30% unseres Stromendverbrauchs könnte dann mit PV gedeckt werden. Die Photovoltaik wird damit zu einer soliden Säule der Schweizer Stromversorgung.

Wieland Hintz, Verantwortlicher Solarenergie, Bundesamt für Energie
Bild: Shutterstock

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