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Die Schweizer Stromproduktion wird online angezeigt

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Seit gestern kann man auf einer neuen Online-Plattform verfolgen, wie sich die Stromproduktion in der Schweiz, die Importe sowie die Exporte entwickeln. Die Website www.energy-charts.ch bietet einen visuellen Überblick in Form einer leicht verständlichen Grafik. Die Daten sind sehr reaktionsschnell, sie werden fast minütlich aktualisiert, mit Ausnahme der Photovoltaik, die mehr Zeit benötigt, um in das System implementiert zu werden. Es ist möglich, Änderungen in der Produktion schnell zu beobachten, wie z.B. als das Kernkraftwerk Gösgen am 12. November für einige Stunden abgeschaltet wurde.

Durch die Verbindung der Plattform mit der Leipziger Strombörse EEX ist es auch möglich, die Informationen mit anderen europäischen Ländern zu vergleichen. Das Ganze soll in den nächsten Jahren weiterentwickelt werden, unter anderem in Bezug auf die schnelle Beschaffung von Produktionsdaten oder auch detailliertere Daten je nach Technologie. Die Kontrolle der Daten, die auf der Plattform zur Verfügung gestellt werden, wird ebenfalls ein wichtiger Punkt in ihrem Betrieb sein.

Swiss Energy-Charts wurde von der TNC Consulting AG in der Schweiz und dem Fraunhofer Institut für Solarenergiesysteme ISE in Freiburg im Breisgau in Deutschland entwickelt. Die Basis der Plattform wurde an die Plattform angepasst, die Fraunhofer ISE für Deutschland entwickelt hatte und seit 2014 nutzt. EnergieSchweiz, das Programm des Bundes für Energieeffizienz und erneuerbare Energien, hat bei der Anpassung für die Schweiz geholfen, da die Plattform auf eine immer stärker werdende Nachfrage nach kurzfristigen Informationen reagiert. Eine Forderung, die auch der Grünliberale Nationalrat Jürg Grossen (BE) in seiner Motion "Schweizer Stromnetz. Für volle Transparenz", die er 2019 eingereicht hatte. Darin forderte er eine Plattform, die sich an unseren deutschen Nachbarn orientiert, um Diskussionen im Strombereich auf Basis aktueller Zahlen zu ermöglichen. Denn bislang waren viele der in den Diskussionen verwendeten Daten zur Stromerzeugung nicht korrekt. Wir wollten wissen, ob diese Plattform ihre Erwartungen erfüllt.

Nationalrat Juerg Grossen, GLP-BE

Energeiaplus: Warum haben Sie in Ihrer Motion gefordert, dass Informationen über die Stromproduktion schnell verfügbar sein sollen?

Jürg Grossen: Bisher waren nur Statistiken verfügbar, die vor allem der Geschichtsschreibung dienen, da sie erst nach vielen Monaten für das abgelaufene Kalenderjahr veröffentlicht werden. Eine dezentrale Energieversorgung kann nur mit Transparenz und aktuellen Daten sinnvoll aufgebaut werden.

Sind Sie zufrieden mit dem, was für die Schweiz auf den Weg gebracht wurde, auch wenn Ihr Antrag im Parlament nicht behandelt wurde?
Swiss Energy-Charts ist ein wichtiger und ausgezeichneter Beitrag zu einem besseren Verständnis der Stromflüsse in der Schweiz und bildet die Grundlage für das zukünftige Smart Grid in der Schweiz. Ich begrüße seine Einführung.

Welches Potenzial sehen Sie in diesem statistischen Instrument und was glauben Sie, wird es in die Diskussionen rund um den Strom einbringen?

Die Swiss Energy Charts können und müssen ständig weiterentwickelt werden, um die tatsächlichen Stromflüsse in Echtzeit abzubilden. Dies würde dem Schweizer Stromsystem viel Transparenz und Effizienz verleihen, was wir für die Umsetzung der Energiestrategie 2050 benötigen.

Text und Interview: Fabien Lüthi, Kommunikation Bundesamt für Energie

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1 Antwort
  1. werner plüss
    werner plüss sagte:

    Jetzt einmal Lob. Sehr gut. Visuell leicht zu verstehen, interaktive, informative ‚charts‘. Trotzdem, etwas spät vs. seit Jahren schon bei Agorameter für Deutschland.

    Antworten

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