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Noch vor wenigen Jahrzehnten galt Solarstrom als teure Nischentechnologie. Heute liefert die Sonne einen bedeutenden Anteil des Schweizer Stroms. Wie wurde aus Solarzellen mit einem Wirkungsgrad von kaum einem Prozent eine der wichtigsten Stromquellen des Landes?

Von der Antike bis zur ersten Solarzelle im 19. Jahrhundert

Bereits in der Antike nutzten die Griechen und Römer die Energie der Sonne. Gebäude wurden so ausgerichtet und gestaltet, dass sie im Winter möglichst viel Sonnenwärme aufnahmen und im Sommer vor Überhitzung geschützt waren. Ausserdem nutzten sie sogenannte Brennspiegel, um Sonnenstrahlen zu bündeln und damit Feuer oder Fackeln zu entzünden oder um Metalle zu schmelzen.

Im Jahr 1767 beobachtete der Genfer Naturforscher Horace Bénédict de Saussure, dass sich Flächen unter einer Glasabdeckung stärker erwärmen als solche ohne eine Abdeckung. In der Folge baute er sogenannte Hitzekisten – das heisst, Holzkästen mit schwarzem Boden und einer Abdeckung aus mehreren Glasscheiben. Diese kleinen, gewächshausähnlichen Konstruktionen erwärmten sich auf bis zu 87 Grad Celsius. Den photovoltaischen Effekt beobachtete der französische Physiker Alexandre Edmond Becquerel erstmals im Jahr 1839. Er fand heraus, dass das Licht in bestimmten Materialien eine elektrische Spannung erzeugen kann. Diese Entdeckung bildete die Grundlage für die spätere Entwicklung der Photovoltaik, die die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie ermöglicht.

Der Begriff «Photovoltaik» setzt sich aus dem griechischen Wort «phos» und der elektrischen Einheit «Volt», benannt nach dem italienischen Physiker Alessandro Volta, zusammen. Unter Photovoltaik wird die Umwandlung von Lichtenergie, meistens in Form von Sonnenenergie, in elektrische Energie verstanden. Die ersten Solarzellen am Ende des 19. Jahrhunderts auf Selenbasis wiesen lediglich einen Wirkungsgrad von rund 1 % auf. Selen ist ein chemisches Element mit halbleitenden Eigenschaften. Es kann bei Lichteinstrahlung elektrische Ladungen freisetzen und eignete sich deshalb für die ersten Versuche zur direkten Umwandlung von Sonnenlicht in Strom. Aufgrund seines geringen Wirkungsgrads wurde Selen später jedoch weitgehend durch leistungsfähigere Materialien wie Silizium ersetzt. Der Wirkungsgrad einer Solarzelle zeigt, wie effizient sie Sonnenlicht in Strom umwandelt. Ein höherer Wirkungsgrad bedeutet, dass ein grösserer Anteil der Sonnenenergie genutzt wird.

Der Boom der Solarenergie am Ende des 20. Jahrhunderts

Im Jahr 1954 entwickelte ein Forscherteam der Bell Laboratories in den Vereinigten Staaten die erste funktionsfähige Solarzelle aus Silizium. Das Forscherteam fand heraus, dass halbleitende Materialien wie Silizium effektiver als Selen waren. Ihre erste Solarzelle erreichte einen Wirkungsgrad von 6 %, das heisst, sie konnte 6 % der auftreffenden Sonnenenergie in Strom umwandeln. Zum Vergleich: moderne Solarmodule erreichen einen Wirkungsgrad von 22% bis 24%. Um die Zuverlässigkeit der neuen Technologie zu demonstrieren und mangels geeigneter Alternativen zur Energieversorgung im All, wurde 1958 der Satellit Vanguard I mit Solarzellen ausgestattet. Der erfolgreiche Einsatz trug wesentlich dazu bei, das Potenzial der Photovoltaik aufzuzeigen. Die Ölkrise von 1973 vergrösserte das Interesse an erneuerbaren Energiequellen und als Folge profitierte die Solarenergie von erhöhter Aufmerksamkeit, was ihre Entwicklung zusätzlich beschleunigte.

Die Schweiz als weltweite Spitzenreiterin

Die erste netzgekoppelte Photovoltaik (PV)-Anlage Europas mit dem Namen Ticino Solare (TISO-10) wurde 1982 in Lugano installiert und liefert heute noch Strom (mehr dazu hier). Drei Jahre später, im Jahr 1985, fand das weltweit erste Rennen für solarbetriebene Autos in der Schweiz statt, die sogenannte Tour de Sol. Die Strecke führte in fünf Etappen vom Bodensee bis an den Genfersee. Von 73 gestarteten Solarmobilen erreichten 58 Fahrzeuge das Ziel. Die Veranstaltung entwickelte sich zu einem Publikumserfolg und fand jährlich bis 1993 statt. Die Tour de Sol förderte zahlreiche technische Innovationen im Bereich der Elektromobilität und bewies der Öffentlichkeit, dass die Nutzung von solarbetriebenen Fahrzeugen auch in weniger sonnigen Regionen möglich ist.

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 verstärkte das Interesse an alternativen und erneuerbaren Energiequellen zusätzlich und verlieh der Photovoltaik weiteren Auftrieb. Die Stadt Burgdorf führte 1991 als eine der ersten Gemeinden eine Vergütung für Solarstrom ein. Pro eingespeiste Kilowattstunde wurden die Produzenten mit einem Franken vergütet. Ein Jahr später wurde das Sonnenkraftwerk Mont Soleil im Berner Jura durch den damaligen Bundesrat Adolf Ogi offiziell eröffnet. Zum Zeitpunkt seiner Inbetriebnahme war Mont Soleil mit einer Nennleistung von 560 Kilowatt (kW) eine der grössten Photovoltaikanlagen Europas. Zwischen 1987 und 1998 vergrösserte sich die Nutzung der Photovoltaik in der Schweiz um den Faktor 14, wodurch die Schweiz zu einer der weltweiten Spitzenreiterinnen wurde.

Nach der Jahrtausendwende flachte der Boom der Solarenergie in der Schweiz ab. Dies wurde auch in der Abstimmung über die Volksinitiative «Für einen Solarrappen (Solar-Initiative)» am 24. September 2000 sichtbar. Die Initiative wollte die Solarenergie in der Schweiz gezielt fördern. Dafür sollten Stromkundinnen und Stromkunden während 25 Jahren eine Abgabe von maximal 0,5 Rappen pro verbrauchter Kilowattstunde auf Strom aus nicht erneuerbaren Energiequellen bezahlen. Die daraus erzielten Einnahmen wären in den Ausbau erneuerbarer Energien geflossen, wobei die Hälfte ausdrücklich für die Förderung der Solarenergie vorgesehen war. Die Bevölkerung stand dem Vorschlag jedoch kritisch gegenüber: In der Volksabstimmung wurde die Solarinitiative mit 68,18 % der Stimmen deutlich abgelehnt.

Ende 2025 machte die Solarenergie in der Schweiz knapp 12 Prozent an der Stromproduktion aus. Rafael Stähli, Fachspezialist für erneuerbare Energien im Bundesamt für Energie, erklärt die Bedeutung der Solarenergie und wo die Herausforderungen sind.

Rafael Stähli

Rafael Stähli, Fachspezialist für erneuerbare Energie im BFE.

Energeiaplus: Welche Rolle spielt die Solarenergie heute im Schweizer Stromsystem?

Um die Umwelt zu schonen und unsere Klimaziele zu erreichen, hat die Schweizer Bevölkerung entschieden, den Verbrauch von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Das bedeutet unter anderem, dass wir Verkehr, Industrie und Gebäude zunehmend elektrifizieren müssen. Dadurch wird der Stromverbrauch steigen. Die grosse Herausforderung der kommenden Jahre ist die sichere und nachhaltige Versorgung der Schweiz mit Strom.

Für eine sichere und nachhaltige Stromversorgung brauchen wir einen breiten Strommix. Die Photovoltaik spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Jahr 2025 deckte die Photovoltaik mit rund 8 Terawattstunden (TWh) schon 14% des gesamten Verbrauchs ab. Photovoltaik ist günstig und kann vor allem auf bereits bebauten Flächen und in der Nähe der Verbraucher ausgebaut werden. Das langfristig nutzbare Potenzial der Photovoltaik beträgt rund 100 TWh pro Jahr und ist noch lange nicht ausgeschöpft.

Welche Herausforderungen bringt der zunehmende Anteil von Solarstrom für die Stromnetze mit sich?

Unser Stromnetz wurde ursprünglich für wenige grosse Kraftwerke gebaut, um den Strom von den oberen auf die unteren Netzebenen zu verteilen. Erneuerbare Energien führen vermehrt zu einer dezentralen Einspeisung ins Netz auf den unteren Netzebenen. Gleichzeitig wächst durch die Elektrifizierung auch die Anzahl neuer Verbraucher wie beispielsweise Wärmepumpen oder Elektroautos, welche den Strombedarf und die Netzbelastung grundsätzlich erhöhen. Aber: Weil der Solarstrom häufig direkt am Ort des Stromverbrauchs produziert wird, wirkt er auch netzentlastend. Dieser Effekt kann durch aktive und intelligente Steuerung der Erzeuger, Verbraucher und Speicher maximiert werden. Dabei werden Produktion, Verbrauch und Speicherung von Strom so aufeinander abgestimmt, dass das Netz möglichst effizient genutzt und Spitzenbelastungen vermieden werden.

Welche Rolle spielen Energiespeicher für die Nutzung von Solarenergie?

Energiespeicher erfüllen mehrere Rollen gleichzeitig: In Kombination mit einem Energiemanagementsystem (EMS) erlauben Energiespeicher die Optimierung des Eigenverbrauchs und Stabilisierung des Gesamtsystems. Die erzeugte Solarenergie lässt sich mit einem Energiespeicher bedarfsgerecht speichern, vor Ort nutzen und zu wirtschaftlich optimalen Zeiten einspeisen, beispielsweise dann, wenn die Nachfrage nach Strom hoch ist und sich die Einspeisung besonders lohnt. Das entlastet die Infrastruktur, ermöglicht eine flexible Reaktion auf Eigenbedarf und Marktpreise und sorgt für eine effiziente, finanziell nachhaltige Energienutzung.

Wie wichtig werden intelligente Netze (Smart Grids) für die Integration von Solarstrom?

Smart Grids sind kein optionales Zusatzinstrument, sondern eine systemische Voraussetzung für eine funktionierende Solarstromintegration. Je höher der Photovoltaikanteil im Netz, desto wichtiger werden Intelligenz, Flexibilität und Digitalisierung als Grundlage für einen sicheren, kosteneffizienten und nachhaltigen Netzbetrieb.

Welche Bedeutung haben lokale Elektrizitätsgemeinschaften und Eigenverbrauchsgemeinschaften für die Stromversorgung?

Die zunehmend dezentrale Stromproduktion vieler Photovoltaik-Produzenten erlaubt es, den Solarstrom direkt vor Ort zu nutzen und so die Netznutzung zu reduzieren. Eigenverbrauchsgemeinschaften und lokale Elektrizitätsgemeinschaften bieten dafür die reglementarische Grundlage, um produzierten Solarstrom lokal zu beziehen oder lokal zu verkaufen, teils ganz ohne und teils zu reduzierten Netzkosten. Nebst dem netzschonenden Effekt schaffen sie einen Marktmechanismus, der den bestehenden und künftigen Solarstromzubau wirtschaftlicher und breiter zugänglich macht. Mehrfamilien-Neubauten mit Solaranlage werden bereits des Öfteren mit einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch gebaut.

Welche Rolle spielen alpine Solaranlagen für die Stromversorgung im Winter?

Im Rahmen der Energiestrategie 2050 ist Winterstrom ein zentrales Thema, da der Stromverbrauch im Winter höher ist, herkömmliche PV-Anlagen aber gerade im Winter weniger produzieren. Da alpine Solaranlagen einen erheblich besseren Winterstromertrag als PV-Anlagen im Flachland liefern, können alpine Solaranlagen die saisonale Lücke teilweise schliessen und damit einen wichtigen Beitrag zur ganzjährigen Stromproduktion leisten.

Die Solarenergie wird heute meist mit Photovoltaik gleichgesetzt, obwohl es noch andere Formen der Nutzung der Solarenergie gibt. Welche Rolle spielt die Nutzung der Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung heute noch? Welches Potenzial sehen Sie für Solarwärme in der Schweiz in den kommenden Jahrzehnten?

Solarwärme wird wohl die Photovoltaik in der Schweiz mengenmässig nicht mehr einholen, dafür ist der Vorsprung zu gross, und im Einfamilienhaus-Segment verdrängt die Kombination von Wärmepumpe und PV-Anlage die klassische Solarthermie zunehmend. Das Potenzial der kommenden Jahrzehnte liegt aber nicht im Verdrängungswettbewerb mit der Photovoltaik, sondern in ergänzender Betrachtung mit hohem Systemnutzen.

Welche Rolle wird die Photovoltaik in der Schweizer Stromversorgung 2050 spielen?

Die Photovoltaik hat bereits heute eine tragende Rolle für die Schweizer Stromversorgung und wird diese Rolle in der Zukunft noch weiter ausbauen. Die Sonne ist ein verlässlicher, nachhaltiger Lieferant, welcher man auch in Zukunft sehr gut zur Stromgewinnung verwenden kann. Mit der sich verändernden Grösse der PV-Produktion in der Schweiz werden sich die Rahmenbedingungen anpassen müssen. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Solarenergie eines unserer besten Mittel für den erneuerbaren Umbau des Energienetzes und eine nachhaltige Schweizer Stromversorgung 2050 sein wird.

Die Solarenergie ist damit bereits heute ein wichtiger Bestandteil der schweizerischen Stromversorgung. Gemäss der Energiestrategie 2050 des Bundes soll sie auch künftig eine zentrale Rolle bei der Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele spielen. Laut dem Energiegesetz (EnG) soll bis 2050 insgesamt 45 Terrawattstunden (TWh) an erneuerbarem Strom produziert werden, wobei der grösste Teil aus PV-Anlagen stammen soll.

Dieser Blogbeitrag über die Solarenergie ist der Vierte und Letzte in der Blogreihe über die Geschichte der erneuerbaren Energien mit dem Fokus auf die Schweiz. Den ersten Blogbeitrag über die Geothermie finden Sie hier, den zweiten über die Windenergie hier, und den dritten über die Wasserkraft hier.

 Mattia Pesolillo, Hochschulpraktikant Kommunikation, Bundesamt für Energie (BFE)

Bild: Shutterstock

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In der Herbstsession 2026 befassen sich die eidgenössischen Räte unter anderem mit der Anpassung des Elektrizitätsgesetzes. Mit der Vorlage sollen Planungs- und Bewilligungsverfahren beim Um- und Ausbau des Stromnetzes vereinfacht und verkürzt werden. Uneinig sind sich die Räte punkto Moorschutz. Zudem berät der Ständerat über Finanzhilfen für systemkritische Stromkonzerne in Krisensituationen. Energeiaplus mit einem Überblick über die wichtigsten energiepolitischen Geschäfte.

Ein leistungsfähiges Stromnetz ist zentral für die sichere Energieversorgung der Schweiz. Der Bundesrat schlägt deshalb vor, das Elektrizitätsgesetz so anzupassen, dass Verfahren für Aus- und Umbauten schneller werden. Einig sind sich National- und Ständerat, dass Hoch- und Höchstspannungsleitungen grundsätzlich oberirdisch verlegt werden sollen. Der Ständerat sprach sich aber in der Sommersession 2026 als Zweitrat dafür aus, dass dieser Grundsatz in Bauzonen nicht gelten soll. Zudem soll eine Erdleitung möglich sein, wenn dies billiger zu realisieren ist oder aus technischen Gründen nötig ist. Differenzen bestehen weiter beim Umgang mit Moorgebieten, wenn diese von Projekten für den Aus- oder Umbau des Stromnetzes betroffen sind.

In der Herbstsession ist zunächst der Nationalrat wieder am Zug. Nach Ansicht der vorberatenden Kommission des Nationalrats (UREK-N) soll der Moorschutz nicht aufgeweicht werden. Das könne die Akzeptanz der Vorlage gefährden. Die UREK-N schlägt deshalb vor, den absoluten Moorschutz gemäss Verfassung beizubehalten. Das Ziel ist – gemäss Traktandenliste – die Differenzen in der Herbstsession zu bereinigen.

Fireg im Ständerat

Thema im Ständerat ist zudem das Bundesgesetz über subsidiäre Finanzhilfen zur Rettung systemkritischer Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft (Fireg). Der Bundesrat beantragt mit dem Fireg, die Geltungsdauer des Rettungsschirms um fünf Jahre zu verlängern. Der Nationalrat ist damit nicht einverstanden. Im März trat er nicht auf die Vorlage ein. Die vorberatende Kommission des Ständerats (UREK-S) schlägt jetzt vor, dem Nationalrat zu folgen. Nimmt der Ständerat diesen Antrag an, wird das Gesetz am 31. Dezember 2026 auslaufen, womit auch die Finanzhilfen nicht länger bereitstehen. Nach Meinung der UREK-S haben die systemkritischen Unternehmen der Strombranche die Zeit genutzt, um sich auf Marktverwerfungen vorzubereiten. Die Kommission zweifelt indes, ob alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden sind.

Traktandiert im Ständerat ist eine parlamentarische Initiative der UREK-N. Mit der Initiative soll das Stromversorgungsgesetz so präzisiert werden, dass künftig Verluste und Gewinne aus der Strombeschaffung symmetrisch behandelt werden. Heute tragen Grundversorger Verluste aus Ausgleichgeschäften allein, während Gewinne den Kundinnen und Kunden nicht zugutekommen. Diese Schieflage soll korrigiert werden.

Weitere parlamentarische Vorstösse

Ständerat:

Ständerat Fabio Regazzi (Die Mitte/TI) verlangt vom Bundesrat einen Bericht zu den Auswirkungen der europäischen Automobilkrise auf die Schweizer Autobranche – dies im Hinblick auf die Erarbeitung der längerfristigen CO2-Regulierung für Fahrzeuge. Der Bundesrat beantrage die Annahme des Postulats.

Traktandiert sind zwei Vorstösse von Ständerat Jakob Stark (SVP/TG):
Mit seinem Postulat möchte er bessere und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen erreichen, damit weiterhin in neue Stromproduktionsanlagen investiert wird, unabhängig von der verwendeten Technologie. Der Bundesrat soll deshalb aufzeigen, wie die heutigen unterschiedlichen und befristeten Förderbestimmungen durch eine langfristige und nicht befristete generelle Regelung abgelöst werden können. Auch dieses Postulat empfiehlt der Bundesrat zur Annahme.

In seiner Interpellation äussert er Zweifel, dass die Innovationsförderung gemäss Klima- und Innovationsgesetz nicht die gewünschte Wirkung erzielt. In seiner Antwort legt der Bundesrat dar, dass die Projekte sorgfältig ausgewählt werden, um insbesonder Mitnahmeeffekte zu vermeiden.

Ständerat Benedikt Würth (Die Mitte, SG) hat Fragen zum Batteriespeicher, der unmittelbar neben dem ehemaligen Sitz von Swissgrid realisiert wird. Er möchte vom Bundesrat Antworten zur technischen Sicherheit, zur Eigentümerschaft und zu den Interessen der Investoren.

Nationalrat:

In der grossen Kammer sind verschiedene Vorstösse der Grünen zum Thema Kernenergie traktandiert. Nationalrätin Florence Brenzikofer (Grüne/BL) will den Bundesrat beauftragen, das Kernenergiegesetz KEG so anzupassen, dass kein AKW länger als 60 Jahren betrieben werden kann. Nationalrätin Delphine Klopfenstein Broggini (Grüne/GE) verlangt vom Bundesrat einen Bericht zur Sicherheit der Kernkraftwerke unter anderem in Zusammenhang mit Cyberangriffen oder Terroranschlägen. Nationalrat Christophe Clivaz (Grüne/VS) fordert vom Bundesrat einen Bericht darüber, ob und unter welchen Bedingungen radioaktive Abfälle aus dem geplanten Tiefenlager Nördlich Lägern wieder zurückgeholt werden können. Nationalrat Raphaël Mahaim (Grüne/VD) will Aufschluss über die Kosten bestehender und allfällig neuer Kernkraftwerke in der Schweiz. Der Bundesrat empfiehlt alle vier Vorstösse zur Ablehnung.

Eine Auswahl der weiteren traktandierten Vorstösse im Nationalrat:

  • Nationalrätin Susanne Vinzenz-Stauffacher (FDP/SG) möchte die Bedingungen für den Ausbau und die Förderung von Agri-PV-Anlagen verbessern
  • Nationalrat Christian Imark (SVP/SO) verlangt eine Regulierung, damit die Netzbetreiber ihre Gewinne auf der Netznutzung über Strompreisrabatte zurückverteilen müssen, wenn bereits hohe Gewinne aus dem Handel erzielt wurden.
  • Nationalrat Jon Pult (SP/GR) verlangt, dass der Bundesrat Anreize schafft, damit Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien verstärkt für die Wärmeerzeugung genutzt werden, insbesondere durch zeitweise vergünstigte Netztarife.

Auch diese drei Vorstösse beantragt der Bundesrat, abzulehnen.

Text: Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie (BFE)
Bild: Parlamentsdienste / Pascal Mora

 

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Die Technologien für den Umbau des Energiesystems sind weitgehend vorhanden. Ob sie sich auch durchsetzen, entscheidet jedoch unter anderem die Gesellschaft. Wie soziale Innovationen dazu beitragen können, den Weg zu Netto-Null zu ebnen, wurde an der Paneldiskussion der fünften SWEET-Konferenz vom 1. September 2026 in Bern diskutiert. Weiterlesen

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Mit der Energiestrategie 2050 will der Bund die Energieversorgung der Schweiz bis im Jahr 2050 auf erneuerbare Quellen umstellen und auf Effizienz trimmen. Die Forschung kann die Erreichung dieses Ziels massgeblich unterstützen, wenn sie transdisziplinär ausgerichtet ist, wenn sie also nicht nur interessante wissenschaftliche Publikationen hervorbringt, sondern Ergebnisse, die tatsächlich zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 beitragen. Wie das gelingen kann, erprobt das Bundesamt für Energie gegenwärtig im Forschungsförderinstrument SWEETER. Weiterlesen

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Die Herstellung von Bündnerfleisch braucht Zeit: Zwölf Wochen dauert es im Schnitt, bis aus dem rohen Rindfleisch die luftgetrocknete Bündner Spezialität entsteht. Dabei laufen Lüftung, Kühlung und Klimasteuerung oft rund um die Uhr. Entsprechend hoch ist der Energiebedarf. Ein Bündner Unternehmen hat diesen Prozess nun optimiert. Mit Unterstützung des Förderprogramms ProKilowatt zeigt es, dass mit Energieeffizienzmassnahmen viel Strom gespart werden kann.  Weiterlesen

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Aufgerissene Strassen in ganzen Quartieren zeigen es: Hier werden Leitungen verlegt. Die Leitungen sollen künftig Wärme zu den Häusern bringen. Der Ausbau von Fernwärmenetzen ist sichtbar, insbesondere in den Städten, aber zunehmend auch in ländlicheren Gemeinden. Weiterlesen

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Kein Sektor verursacht in der Schweiz mehr Treibhausgase als der Verkehr. Der Grund: 90% der benötigten Energie stammt aus fossilen Quellen im Ausland. Wenn die Schweiz das Netto-Null-Ziel beim Verkehr erreichen will, muss zukünftig erneuerbare Energie statt Benzin oder Diesel Autos, Busse und Lastwagen antreiben. Weiterlesen

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Der europäische Strommarkt ermöglicht es, Strom über Grenzen hinweg zu handeln und Engpässe auszugleichen. Während der Energiekrise war das wichtig für die Versorgungssicherheit. Für die Schweiz stellt sich eine zentrale Frage: Wie umfassend will sie an diesem Markt teilnehmen? Weiterlesen

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Wie viel Solarstrom wird die Schweiz morgen produzieren? Diese Frage beantwortet das Energiedashboard des Bundesamts für Energie künftig noch genauer. Dafür werden neu satellitengestützte Strahlungsdaten für jeden Standort genutzt und Wetterunsicherheiten mit einem Prognosebereich statt mit einem einzelnen Wert dargestellt. Das verbessert sowohl die Schätzung der aktuellen PV-Produktion als auch die Zuverlässigkeit der Prognosen.  

Seit der Veröffentlichung der regionalen Daten zur Photovoltaikproduktion im Energiedashboard hat das Bundesamt für Energie zahlreiche Rückmeldungen von Netzbetreibern, Forschenden und weiteren Behörden erhalten. Besonders der Austausch mit MeteoSchweiz hat wertvolle Hinweise darauf gegeben, wie die Qualität der Daten und Prognosen weiter verbessert werden kann. 

Diese Rückmeldungen fliessen nun in eine überarbeitete Version des Modells ein. 

Präzisere Produktionsdaten dank Gitterdatenpunkte 

Bisher wurden für die Berechnung der PV-Produktion Strahlungsdaten von den einzelnen Messstationen von MeteoSchweiz verwendet. Neu basiert die Berechnung auf sehr genauen satellitengestützten Strahlungsdaten von MeteoSat, die als räumliche Rasterdaten bereitgestellt werden und die gesamte Schweiz abdecken. Für jede PV-Anlage wird die Sonneneinstrahlung des nächstgelegenen Rasterpunkts berücksichtigt. 

Dies hat mehrere Vorteile. Die Strahlungsdaten liegen räumlich näher am tatsächlichen Standort der jeweiligen Anlage und bilden lokale Unterschiede besser ab. Gerade in einem topografisch vielfältigen Land wie der Schweiz verbessert dies die räumliche Genauigkeit bei der Schätzung der PV-Produktion.  

Von einem Prognosewert zu einem Prognosebereich 

Auch bei den Prognosen gibt es eine wichtige Neuerung. 

In der ersten Version des Modells wurde für jeden Zeitpunkt ein einzelner Prognosewert ausgewiesen (deterministische Vorhersage), ohne Berücksichtigung der Unsicherheit in der Wetterprognose. Die Erfahrungen der letzten Monate haben jedoch gezeigt, dass solche deterministischen Prognosen bei unsicheren Wetterlagen teilweise grössere Abweichungen aufweisen können. Deshalb setzt das Bundesamt für Energie künftig auf einen probabilistischen Ansatz. MeteoSchweiz stellt dafür ein Ensemble mit 20 möglichen Wetterentwicklungen zur Verfügung, die unterschiedliche Verläufe der Wetterlage abbilden.  

Anstatt nur einen einzelnen Wert anzuzeigen, weist das Energiedashboard neu einen wahrscheinlichen Prognosebereich zwischen dem 25. und dem 75. Perzentil sowie einen erweiterten Prognosebereich zwischen dem 5. und dem 95. Perzentil aus. Der wahrscheinliche Bereich umfasst damit die mittleren 50 Prozent der Szenarien, der erweiterte Bereich 90 Prozent. Dadurch wird sichtbar, in welcher Bandbreite sich die PV-Produktion voraussichtlich bewegen wird und wie gross die Unsicherheit der Prognose ist. 

Die Prognosebereiche machen sichtbar, wie stark die erwartete Solarstromproduktion je nach Wetterentwicklung schwanken kann. So kann für einen bestimmten Zeitpunkt zwar ein mittlerer Produktionswert erwartet werden, bei wechselnder Bewölkung aber auch eine deutlich tiefere oder höhere Produktion eintreten. Die Darstellung der Bandbreite hilft deshalb, die Prognose realistisch einzuordnen, anstatt sich auf einen einzelnen Wert zu verlassen. 

Verschattung als nächster Entwicklungsschritt 

Ein weiterer Ausbau des Modells ist bereits in Arbeit. Künftig sollen Verschattungen durch Berge, Gebäude oder andere Hindernisse direkt in die Berechnung einfliessen. 

Ohne Berücksichtigung von Verschattungen wird angenommen, dass die verfügbare Sonneneinstrahlung ungehindert auf die PV-Anlage trifft. In der Realität können insbesondere in Bergregionen oder dicht bebauten Gebieten zeitweise deutliche Verschattungen auftreten. Die Integration solcher Informationen wird die Qualität der Produktionsschätzungen weiter verbessern und regionale Unterschiede noch realistischer abbilden. 

Offene Daten schaffen Mehrwert 

Die Weiterentwicklung des Modells zeigt exemplarisch, welchen Mehrwert offene und leicht zugängliche Daten schaffen können. Die Kombination aus öffentlichen Geodaten, Wetterdaten, künstlicher Intelligenz, physikalischen PV-Modellen und fachlichem Feedback aus der Praxis ermöglicht es, die Schätzung und Prognose der PV-Produktion kontinuierlich zu verbessern. Eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung und Validierung solcher Schätzungen und Prognosen bleiben jedoch qualitativ hochwertige Messdaten zur tatsächlich produzierten Strommenge. 

Weiterführende Links: 

OGD Energiedashboard: Metadatenkatalog 

OGD MeteoSchweiz: https://www.meteoschweiz.admin.ch/service-und-publikationen/service/open-data.html  

Lucas Tochtermann, Stv. Leiter Digitalisierung und Informatik
Erica Madonna, Fachspezialist/in Analysen Perspektiven
Bild: BFE – Screenshot Energiedashboard  

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Die Schweiz ist eng in das europäische Stromsystem eingebunden. Rechtlich gehört sie aber nicht zum Strombinnenmarkt der EU. Das schafft zunehmend Kosten und Risiken bezüglich Versorgungssicherheit und Sicherstellung des stabilen Betriebs der Stromnetze. Das geplante Abkommen mit der EU sichert die Einbindung der Schweiz ins europäische Stromsystem ab und stärkt den Handel und den Austausch von Strom in Europa. Weiterlesen

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