Digitalisierung, Daten und Analytics spielen bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050 und für den Klimaschutz eine zentrale Rolle. Die Einführung eines nationalen Datenhubs mit einheitlichem und fairem Datenzugang ermöglicht innovative und nachhaltige Geschäftsmodelle über den Energiesektor hinaus und verbessert ganz nebenbei die Effizienz von etablierten Prozessen im Strommarkt.

Angestossen durch Grundlagen des Digital Innovation Office des Bundesamts für Energie zum Datahub hat 2019 eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus der Bankenbranche (Raiffeisen und SIX), der Empa und Energieexperten die Organisation eines nationalen Datahub reflektiert sowie sein Potential für Innovationen und Geschäftsmodelle untersucht. Die Erkenntnisse finden sich im Bericht Swiss Hub for Energy Data. Die Arbeitsgruppe identifizierte insbesondere Analogien des Ansatzes zum Finanzsektor und mögliche neue Geschäftsfälle ausserhalb des Stromsektors. Das Bundesamt für Energie unterstützte das Projekt finanziell.

Die Bankenbranche hatte vor Jahren eine ähnliche Herausforderung über die Gründung der SIX gelöst. Die Neutralität der Governance eines solchen Datahubs ist wesentlich für Innovationen und das Realisieren der Nutzenpotentiale. Das User-owned, User-governed Prinzip der SIX könnte als Ansatz bei der Organisation eines Datenhubs dienen. Auf den Energiebereich übertragen würde das bedeuten, dass möglichst alle Akteure, wie Energieproduzenten, Händler, Netzbetreiber und Verteiler, aber auch Endverbraucher inkl. Industrie und schweizweit tätige Ketten und Distributoren, Dienstleister, Hochschulen, kleinste Startups, Innovatoren, Konsumentenvertreter, etc. ausgewogen in der Eigentümerstruktur einer Datenhub-Organisation vertreten sein müssten. Die Steuerung eines solchen Konsortiums ist aber komplex und anspruchsvoll und sollte daher frühzeitig adressiert und abgestimmt geplant werden.

Ein nationaler Datahub für die Energiewirtschaft erzeugt einen relevanten volkwirtschaftlichen Mehrwert. Die technische Umsetzung eines Datenhubs ist mit heutiger State-of-the-Art Technologie in ein bis zwei Jahren möglich. Vorausgesetzt werden eine neutrale Governance und eine Pflichtnutzung der Akteure. Die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen wird das UVEK im Rahmen der Revision StromVG erarbeiten. Das StromVG wird u.a. Grundfunktionalitäten festlegen, die später erweiterbar sein sollen, sowie Aufgaben, Verantwortlichkeiten und die Kostentragung. Dabei muss der Zugang zu Daten und digitalen Inhalten für Konsumenten, von ihnen berechtigten Dritten und Wissenschaft zentral, einheitlich und so einfach wie möglich ermöglicht werden. Das unterstützt datenbasierte Innovationen und die Erneuerbaren Energien. Als nächste Schritte werden die Gründung einer Trägerschaft, die Ausarbeitung eines Gesamtkonzepts und die Implementierung eines Prototyps empfohlen.

Karl Werlen, Misurio AG
Jürgen Petry, New Business Innovator – Digital Transformation Raiffeisen Schweiz Genossenschaft & Co-Director Swiss Fintech Innovations
Prof. Matthias Sulzer, Head SCCER FEEB&D Empa Swiss Federal Laboratories for Materials Science and Technology

 

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  1. […] Potential für Innovationen und Geschäftsmodelle untersucht. Die Erkenntnisse finden sich in einem Blogbeitrag des BFE-Magazins energeiaplus sowie im Detail im Bericht Swiss Hub for Energy […]

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