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Vom 10. bis 12. Juni 2019 tagte das Board of Governors (BoG) der Internationalen Atomenergie Agentur (IAEA) zum zweiten Mal in diesem Jahr in Wien. Der Governeursrat liess sich von Generaldirektor (GD) Amano über den Stand der Technischen Kooperation, der nuklearen Sicherheit und Sicherung, der nuklearen Anwendungen sowie der Verifikation und Monitoring informieren. Im weiteren Fokus standen die Aktivitäten der Agentur in der Technischen Kooperation (TC), einem Schlüsselbereich der IAEA, der Beiträge zu den Sustainable Development Goals (SDG’s) der Vereinten Nationen leistet.

 Beraten wurde auch das IAEA Budget 2020 und 2021. Die Agentur sieht für die zwei kommenden Jahre eine moderate Erhöhung (2%) der finanziellen Mittel vor. Sie berücksichtigt dabei die nationalen Haushalte der Staaten, welche die IAEA durch Ihre Mitgliedsbeträge finanzieren. Diese mässige Budgetpolitik wird von der Schweiz ausdrücklich begrüsst. Die anstehenden Aufgaben zur nuklearen Sicherheit und Sicherung sowie die zusätzlichen Tätigkeiten der Inspektoren im Rahmen des Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) im Iran erfordern jedoch eine arbeitsfähige Organisation.

Das BoG diskutiert weiter über die Entwicklungen im Bereich der nuklearen Sicherheit und Sicherung. Die Schweiz führte im letzten Jahr eine sogenannte International Physical Protection Advisory Service (IPPAS) Mission durch. IPPAS Missionen bieten Erfahrungsaustausch und Beratung und ermöglichen so Erkenntnisgewinn, Vertrauensbildung und die Identifikation von Verbesserungspotenzial bei der nuklearen Sicherung der Kernanlagen. Im weiteren unterstützt die Schweiz die Vorbereitungen der für 2021 vorgesehenen Überprüfungskonferenz der Konvention der physischen Sicherung von nuklearen Materialien (CPPNM/A).

Abschliessend informierte DG Amano das BoG über den Bereich Verifikation und Monitoring. Hier spielen der Safeguards Implementation Report 2018 (SIR) sowie der Bericht über die Zusammenarbeit zwischen der Agentur und den Ländern Iran, Syrien und Nordkorea eine Hauptrolle.

Während der Boardwoche wurde die EPFL als zweites IAEA Collaboration Center designiert (Foto). Bei der Zusammenarbeit zwischen EPFL und IAEA geht es um die Entwicklung und Validierung einer wissenschaftlichen Plattform für Computersimulationen von heutigen und fortgeschrittenen Nuklearreaktoren. Für die Schweiz sind Anwendungen, die der Verbesserung der Sicherheit bestehender Reaktoren dienen, im starken Interesse. Die Plattform wird allen IAEA-Mitgliedsländern im Bereich der nuklearen Forschung zur Verfügung stehen.

Neben dem Labor Spiez ist die EPFL das zweite IAEA Collaborating Center der Schweiz. Die Designierung ist ein Beleg dafür, dass die nukleare Forschung in der Schweiz eine grosse internationale Reputation besitzt und einen wesentlichen Beitrag zu den hohen nationalen und internationalen nuklearen Sicherheitsstandards leistet. Dies ist im Einklang mit der Energiestrategie 2050, welche die Weiterführung der nuklearen Forschung im Bereich der Sicherheit von Kernkraftwerken vorsieht. Das BFE hat das Zustandekommen der Kooperation tatkräftig unterstützt.

Ralf Straub, Fachspezialist Internationale Kernenergie, BFE

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