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Am Mittwoch 15. Mai 2019 gehen Fachexperten aus Wissenschaft und Branche im historischen Kantonsratssaal von St.Gallen der Frage nach, wie eine Transformation hin zu einer erneuerbaren Wärmeversorgung vorangetrieben werden kann. Die Tagung richtet sich an all diejenigen, welche sich mit dem künftigen Wärmesystem der Schweiz beschäftigen – insbesondere an Entscheidungsträger und Fachspezialisten von Energieversorgern, Industrie und Verwaltung sowie an politische Vorgesetzte und Verwaltungsräte.

Die Wärmeversorgung hat zentrale Bedeutung für eine erfolgreiche Transformation des Energiesystems. Rund die Hälfte des Schweizer Endenergieverbrauchs wird für die Bereitstellung von Wärme – insbesondere im Gebäudebereich – verwendet. Die Wärmeversorgung basiert dabei mehrheitlich auf fossilen Energieträgern: Rund 70 Prozent des Raumwärmeverbrauchs in Gebäuden entfiel 2016 auf Heizöl und Erdgas. Damit sind Gebäude für knapp ein Viertel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Mit der Ratifizierung des Übereinkommens von Paris hat sich die Schweiz verpflichtet, diese bis 2030 um 50 Prozent gegenüber 1990 zu senken.

Zur Erreichung der klimapolitischen Ziele ist der durch Wärme verursachte Endenergieverbrauch deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die Wärmeversorgung durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger zu dekarbonisieren. Die Universität St.Gallen nimmt letzteren Punkt auf und stellt die Dekarbonisierung des Wärmesystems in den Mittelpunkt ihrer kommenden Wärmetagung.

Die Veranstaltung geht der Frage nach, wie unter Einbezug der bestehenden Infrastruktur – wie bspw. Gasnetzen oder Wärmverbünden – eine Transformation hin zu einer erneuerbaren Wärmeversorgung vorangetrieben werden kann. Neben den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen werden in diesem Rahmen auch zentrale Diskussionsbeiträge vorgestellt – unter anderem von Seiten der Empa (Potenzialanalyse Power-to-Gas in der Schweiz), der econcept AG (Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger beim Heizungsersatz) sowie des WWF Schweiz (Schweizer Gasversorgung: Die Mär vom grünen Mäntelchen).

Neben einer Analyse zentraler Rahmenbedingungen – wie bspw. des in Bern und Solothurn medienwirksam diskutierten Potenzials von Energievorschriften im Gebäudebereich (Stichwort: MuKEn) – wagen die Referierenden auch einen Blick in die Zukunft: So wird als Alternative zum klassischen Ausbau der Fernwärmeversorgung der ursprünglich aus Schweden stammende sog. ectogrid-Ansatz für den Betrieb eines anergetischen Netzes für die Wärme- und Kälteversorgung vorgestellt. Zudem wird ein branchen- und gewerbeübergreifender Ansatz für ganzheitliche Lösungen im Gebäudebereich diskutiert und anhand des Beispiels Zürich eine übergreifende städtische Energieplanung sowohl aus konzeptioneller, wie auch aus Umsetzungssicht skizziert.

Ein detailliertes Programm sowie Anmeldemöglichkeiten sind unter www.waermetagung.ch verfügbar.

Dr. Christian Opitz, Leiter Kompetenzzentrum Energy Management (ior/cf-HSG), Universität St.Gallen

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