Vom 27. bis 29. April 2026 fand bei der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) in Wettingen das interaktive «KIF-Working Meeting: From Theory to Practice» der Nuclear Energy Agency (NEA) statt. Im Zentrum stand das sogenannte Key Information File (KIF): ein kurzes, verständlich formuliertes Übersichtsdokument, das der Gesellschaft ein grundlegendes Verständnis über Zweck und Inhalt eines Tiefenlagers vermitteln soll – mit dem Ziel, ungewollte menschliche Eingriffe auch langfristig zu verhindern.
Die NEA hatte bereits 2019 einen Bericht zu diesem Thema veröffentlicht, welcher neben der Mitwirkung in der Expertengruppe Archiving and Awareness Preservation (EGAAP) der NEA eine nützliche Grundlage für die Erarbeitung eines KIF in der Schweiz bietet. Die Nagra hat die Arbeit an einem solchen KIF für das mögliche geologische Tiefenlager in der Schweiz bereits aufgenommen.
Neben Mitgliedern der EGAAP sowie mehreren Wissenschaftlern nahmen auch Sophia Berglas und Andrea Weber von der Regionalkonferenz Nördlich Lägern teil. Beide brachten ihre Perspektiven engagiert in die Diskussionen ein.
Thematisiert wurden unter anderem internationale Erfahrungen aus Schweden und Frankreich, Fragen zu Umfang, Sprache und Form des KIF sowie zur langfristigen Sicherung von Wissen und Erinnerung (Awareness Preservation). Klar wurde dabei: Das KIF ist nicht nur ein Dokument, sondern Teil eines umfassenden Prozesses zum langfristigen Wissenserhalt. Die Resultate des Meetings fliessen nun in einen neuen KIF-Report der NEA ein, welcher in den nächsten Monaten erarbeitet wird.
Am letzten Tag entstand ein Videointerview mit Sophia und Andrea, in dem sie ihre Eindrücke vom Working Meeting und ihre persönlichen Einschätzungen zum KIF teilen. Sie berichten darin auch, was sie für die Regionalkonferenz mitnehmen und welche Erwartungen sie an den weiteren KIF-Prozess in der Schweiz haben – insbesondere den Einbezug der Menschen aus der Region.
Pascale Jana Künzi und Leila Drobi, Fachspezialistinnen Regionale Partizipation
Bild: BFE
Die Nuclear Energy Agency (NEA) mit Sitz in Paris ist eine zwischenstaatliche Institution innerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die NEA unterstützt ihre Mitgliedsstaaten dabei, die wissenschaftlichen, technologischen und gesetzlichen Grundlagen für eine sichere Nutzung der Kernenergie zu erhalten und weiterzuentwickeln. Aktuell sind 34 Länder aus Europa, Nordamerika und dem Asien-Pazifik-Raum Mitglieder der NEA. Die Schweiz ist Gründungsmitglied der NEA und gehört der Organisation seit deren Start 1958 an. Die Expertengruppe Archiving and Awareness Preservation (EGAAP) ist eine Arbeitsgruppe innerhalb der NEA, die sich mit der mittel- bis langfristigen Bewahrung und Weitergabe von Wissen und Information befasst. Die Schweiz ist darin durch das Bundesamt für Energie und die Nagra vertreten.


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