Wer ein Elektro-Auto hat, lädt es meist zu Hause oder am Arbeitsplatz. Das zeigen Umfragen. Was, wenn man mal auswärts das Fahrzeug aufladen muss? Die Karte auf der Webseite «ich-tanke-strom.ch» zeigt, wo es Strom gibt.

Auf der Karte gilt das Ampelsystem: Ein grüner Punkt zeigt an, ob die Ladepunkte bei den Ladestationen verfügbar sind, rot heisst: alles besetzt. Wie lange schon und wie lange noch, das sieht man allerdings nicht, wenn man die Punkte auf der Karte anklickt. Ein grauer Punkt gibt an, dass die Anlage nicht in Betrieb ist. Weiss bedeutet, dass nicht bekannt ist, ob der Ladepunkt verfügbar ist. Die Karte gibt auch das Ladenetzwerk an, zu dem die Ladestation gehört (z.B. Move, Swisscharge, evpass, easy4you, Ost-mobil etc.)

Rund 5000 Ladestationen mit über 7000 Ladepunkten gibt es derzeit schweizweit. Besonders dicht ist das Netz in den urbanen Ballungsräumen. Aber auch in abgelegenen Gebieten, in Bergregionen sind Lademöglichkeiten verfügbar. Wer z.B. von Bern an die Lenk im Simmental fährt – eine Strecke von gut 80km, hat unterwegs über 30 Möglichkeiten, sein Fahrzeug aufzuladen.

Auch punkto Schnellladestationen, wo man sein Fahrzeug innert kurzer Zeit laden kann, steht die Schweiz gut da. Bereits ein Grossteil der Raststätten verfügt über Schnellladestationen und diesen Sommer wurden die ersten Schnellladestationen auf den Autobahn-Rastplätzen in Betrieb genommen.

Was bietet «ich-tanke-strom.ch»

Klickt man auf einen Punkt auf «ich-tanke-strom.ch» erfährt man, wie die Ladestation ausgerüstet ist: Steckertyp, Zugangs-Modalitäten oder wie viel Leistung (in kW) die Ladestation hat. Den Preis, den man beim Tanken an der angeklickten Tankstelle bezahlt, zeigt die Internet-Karte nicht an.

Tatsächlich ist die Preisgestaltung beim Stromtanken etwas komplexer als beim Benzin- oder Dieseltanken. Wieviel man für eine volle Batterie bezahlt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Will ich das Auto schnell aufgeladen haben? Wann lade ich? Habe ich ein Abo beim Anbieter der Ladestation oder lade ich mit meinem Ladeabo bei einem «fremden» Anbieter?

Klarheit vor dem Kauf

Aber: Bevor ich das E-Auto an die Ladestation anschliesse, muss ich wissen, wieviel ich für den Tankvorgang bezahle. Das regelt die sogenannte Preisbekanntgabeverordnung (PBV). Für E-Ladestationen liegt nun seit August 2020 dazu ein eigenes Informationsblatt vor. Dieses ist in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband Swiss eMobilityhttps://www.swiss-emobility.ch/de/ erarbeitet worden und erläutert, wo und wie die Preise für das Stromtanken bekannt gegeben werden müssen. Zweck des Informationsblatts ist es, eine transparente Preisbekanntgabe im Sinne der PBV zu fördern.

Aus der Preisbekanntgabeverordnung (PBV) des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco)

 

Grundsätzlich gilt: Die Anbieter müssen die Preise dort angeben, wo der Vertrag abgeschlossen wird – und zwar vor dem Kauf, sowie dort, wo der Ladevorgang ausgelöst wird.

Konkret heisst das: Die Preise müssen vor dem Abschluss eines Abonnements oder vor dem Eröffnen eines Nutzerkontos auf der Webseite des Anbieters bekannt sein, wenn der Abschluss / die Eröffnung online erfolgt. Zudem sind die Preise vor jedem Ladevorgang zum Beispiel auf einer übersichtlichen und frei zugänglichen Preisliste bei der Tankstelle selber bekannt zu geben. Oder: Wenn der Ladevorgang von den Kunden auf einem MobileDevice (Smartphone, Tablet usw.) ausgelöst wird, müssen die Preise leicht sichtbar und gut lesbar auf der Webseite respektive in der App des Anbieters zu finden sein. Eine Preisbekanntgabe auf der Webseite respektive in der App des Anbieters ist ebenfalls möglich, wenn der Ladevorgang von den Kunden mittels des Badges eines Anbieters ausgelöst wird.

Achtung Roaming

Die grossen Ladenetz-Betreiber in der Schweiz sind untereinander verbunden. Das erlaubt das Tanken bei einem «fremden» Anbieter. Analog zum Mobilfunk können Roaming-Gebühren anfallen. Es kann also sein, dass eine E-Autobesitzerin für die gleiche Ladung bei einer Ladestation ihres «eigenen» Anbieters einen tieferen Preis bezahlt als bei einer Ladestation eines «fremden» Anbieters.

Hilfreich ist es, sich vor dem Ladevorgang auf den Homepages der Anbieter zu informieren – auch punkto Abdeckung des Ladenetzwerks – und, ob man auch Ladestationen im Ausland nutzen kann.

 

Die Betreibenden von Ladestationen, EnergieSchweiz und die Bundesämter für Energie (BFE) und Landestopografie (swisstopo) bieten mit der interaktiven Anwendung «ich-tanke-strom.ch» eine Übersicht der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in der Schweiz an. Die Anwendung zeigt in Echtzeit, welche Ladestation verfügbar ist.

Die Legende der Onlinekarte zeigt an, welche Ladesäulen verfügbar, besetzt oder ausser Betrieb sind. Die Daten dürfen grundsätzlich frei verwendet werden, sofern die Quelle angegeben wird. Das BFE beabsichtigt damit, die Entwicklung von Apps oder anderen Anwendungen in der Privatwirtschaft zu erleichtern. Für eine kommerzielle Nutzung muss zuerst eine Erlaubnis beim BFE eingeholt werden.
Am Aufbau der Ladeinfrastruktur an und für sich beteiligt sich der Bund nicht.

Brigitte Mader, Kommunikation Bundesamt für Energie

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3 Kommentare
  1. Jürgen Baumann
    Jürgen Baumann sagte:

    Die unterschiedlichen Tarife sind wirklich ein Ärgernis. Da gibt es manchmal eine „Startgebühr“ (warum?), dann einen Preis pro kWh und dann noch einen Zeittarif.
    Wenn ich eine bestimmte Menge an kWh laden will, dann muss ich schon einen eigenen Rechner dabei haben, um zu wissen was mich erwartet. Da macht es die App von EVpass gut. Dort sehe ich, was ich aktuell zahlen muss im Laufe des Ladevorganges und kann diesen auch ggf. abbrechen. Und es verhindert auch Überraschungen, wenn plötzlich der Ladevorgang abbricht. So hatte ich am 27.09.2020 12:07 bei einer Anschlussdauer von 110.0 Minuten und einem Verbrauch von 0.00 kWh, bei einem Aktivierungspreis von 1.50 CHF, einem Preis der Ladung (0.05 / min) von 5.92 CHF dann einen Gesamtbetrag von 7.42 CHF. Ärgerlich! So macht man sich keine Freunde der Elektromobilität.
    Darum bin ich froh, dass jetzt zumindest mal etwas Licht in den Dschungel gebracht wird. Ich würde als Benutzer mir wünschen, dass einfach per kWh abgerechnet wird. Wenn eine Säule nach dem Ende der vollständigen Ladung die Säule noch blockiert wird, kann ich mir eine Blockiergebühr vorstellen, z.B. nach nach einer Stunde …
    Wie sehen das andere Elektrofahrer?

    Antworten
  2. Erich Meier
    Erich Meier sagte:

    Die Strecke Bern – Lenk im Text ist genau ein sehr schlechtes Beispiel: die genannten 22 Ladepunkte sind vielleicht in Bern/Thun, aber nicht im Simmental. Zudem sind die spärlichen Ladepunkte im Simmental sehr langsam (11/22kW) oder gar ausser Betrieb, „Ladewüste“. Wer dann in Lenk/Gstaad/Schönried Ferien macht braucht Kreativität oder fährt Umwege, das passt nicht gerade zum Image der Region.

    Als TESLA Fahrer bin ich verwöhnt: da klappt das Laden an TESLA Superchargern sehr schnell und meist problemlos. Belegung und Abrechnung sind transparent und schon im Navi sichtbar. Genau so sollte es sein!

    Ich wünsche mir:
    – deutlich mehr Schnelllader (min. 50kW/100kW) in touristischen Orten/Strecken,
    – viel mehr 11/22kW AC Lader an Orten wo man verweilt oder parkt (Bergbahnen !!!, Restaurants, Ausflugs-PP, Bahnhöfe),
    – möglichst klare Preise (Preis pro kWh, Parkpreis ganze Dauer oder Blockiergebühr nach dem Laden sind ok, sonst nix mehr dazu). Und ja, es darf auch etwas faires kosten.

    Die EV Welle beginnt erst so richtig: wer einmal EV gefahren ist will nicht mehr zurück. Also brauchen wir auch bald deutlich mehr Ladepunkte.

    Da wünsche ich mir vom BFE noch viel mehr Führung und Koordination !

    Antworten
  3. O. B.
    O. B. sagte:

    Ich kann da den beiden Vorrednern (29. und 30. Okt) nur zustimmen. Langsam wird man als EV Fahrer an vielen Orten abgezockt: Startgebühren, Zeittarife und dann teilweise noch die überrissen hohen kWh-Preise! Leider ist dies bei den grossen, verbreiteten Anbietern der Fall. Die setzen die Kosten oft sehr hoch an mit bis zu 59 Rp./kWh! Nebst dem kommen ja dann noch Startgebühr und Zeittarif dazu! Da kommt man dann auf 100 Km gerechnet bald höher als wenn man Benzin tanken geht!
    Generell bin ich als Tesla-Fahrer natürlich auch verwöhnt, lade meistens zu Hause und die Supercharger sind nicht nur transparent mit den Kosten (für die, die nicht gratis laden mit älteren Modellen) sondern die Ladesäulen funktionieren halt immer und fangen nach dem Einstecken an zu laden, ohne wenn und aber und ohne das man da mit Chipkarte, Code oder sonst was sich rumschlagen muss.
    Ich fordere: Bei den allg. nutzbaren Ladestationen sollten die Preise klar vor Ort angezeigt sein – wie die herkömmlichen Tankstellen es ja auch anzeigen. Dies kann z.B. im Display angezeigt werden (ich weiss, oftmals sind diese Displays sehr klein und/oder schlecht ablesbar).

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