Die Corona-Krise wirkt sich auch auf den Erdölpreis aus. So billig wie zurzeit lässt sich der Heizöl-Tank seit Jahren nicht füllen. Die Drähte bei den Heizöl-Lieferanten laufen heiss: Rund die Hälfte des Heizöls wird laut dem Branchenverband SwissOil mittlerweile mit dem Standard «Extraleicht schwefelarm» – in der Umgangssprache auch Öko-Heizöl genannt – ausgeliefert. Energeiaplus hat ein paar Fakten zum Öko-Heizöl zusammengetragen.

Was ist im Öko-Heizöl drin?

• Der Hauptunterschied von Öko-Heizöl (Extraleicht schwefelarm) zu normalem Heizöl (Extraleicht) liegt beim Schwefelgehalt. Öko-Heizöl enthält maximal 50 mg pro Kilogramm. Im normalen Heizöl kann 20 Mal mehr Schwefel drin sein, 1 g/kg.
• Bei der Herstellung von Öko-Heizöl wird bei der Entschwefelung gleichzeitig auch der Stickstoffgehalt deutlich vermindert.
• Bei der Verbrennung dieses Öko-Heizöls bleiben weniger Rückstände im Heizkessel.

Wie umweltfreundlich ist Öko-Heizöl?

• Weniger Schwefel und Stickstoff im Öl, das heisst: Bei der Verbrennung dieses Öko-Heizöls gelangen weniger Schwefel- und Stickoxide in die Luft. Das ist lufthygienisch von Bedeutung, da die Stickoxid-Belastung in der Schweiz immer noch zu hoch ist.
• Gleich viel CO2: Ökoheizöl produziert bei der Verbrennung gleich viel CO2, wie das konventionelle Heizöl. Kohlendioxid (CO2) trägt zum Treibhauseffekt bei. Dieser ist für die Erwärmung der Erdatmosphäre verantwortlich.
• Fazit: Öko-Heizöl ist besser als normales Heizöl. Besser für die Luftqualität aber schlecht fürs Klima. Auf Öko-Heizöl muss darum wie auf allen anderen fossilen Brennstoffen eine CO2-Abgabe entrichtet werden.

Öko-Heizöl oder nicht?

• Ab 1. Juni 2023 darf in der Schweiz nur noch Öko-Heizöl verwendet werden. Das schreibt die am 11.4.2018 revidierte Luftreinhalte-Verordnung (LRV) so vor.
• Eine Übergangsfrist von fünf Jahren soll es den Hausbesitzerinnen und –besitzern ermöglichen, ihre Vorräte aufzubrauchen und durch Öko-Heizöl zu ersetzen.
• Auch in den Pflichtlagern kann in dieser Zeit der Wechsel von Heizöl Extraleicht zum Öko-Heizöl erfolgen.

Klimaverträglich heizen
Einen Beitrag zum Klimaschutz leistet der Umstieg auf ein erneuerbares Heizungssystem. Der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf einheimische, erneuerbare Energie bringt viele Vorteile. Nicht nur fürs Klima und die Umwelt, sondern langfristig auch fürs Portemonnaie. Wie das geht, zeigt das Programm erneuerbarheizen.ch von EnergieSchweiz.

Brigitte Mader, Kommunikationsberaterin Bundesamt für Energie

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5 Kommentare
  1. Werner Zumbrunn
    Werner Zumbrunn sagte:

    Annahme: Die Heizung eines EFH verbraucht 1800 Liter Heizöl pro Jahr; dabei werden ca. 3’750 kg CO2 pro Jahr emittiert.
    In der Ostschweiz gibt es einen Reiseunternehmer, der nach eigenen Angaben schon mehr als 100 (hundert) Mal in Melanesien war. Gemäss dem Rechner von atmosfair wird bei einem Hin- und Rückflug in der Economy-Klasse ein CO2-Äquivalent von ca. 13 Tonnen emittiert. Diese eine Person hat daher allein für ihre Reisen nach Melanesien ein CO2-Äquivalent von über 1’300’000 kg produziert. Der Besitzer des oben erwähnten EFH müsste daher sein Haus ca. 350 Jahre lang beheizen, bevor er den Reiseunternehmer klimamässig „eingeholt“ hätte. Gleichzeitig hätte jener in diesem Zeitraum noch 125’000 bzw. 273’000 Franken CO2-Abgabe leisten müssen (96 bzw. 210 Fr. /Tonne CO2-Abgabe), während der Vielflieger keine Klimaabgaben bezahlt hat.
    Fazit: Unsere aktuelle Schweizer Klimapolitik ist total verfehlt und wird deshalb grandios scheitern!

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  2. Werner Zumbrunn
    Werner Zumbrunn sagte:

    Korrektur meines Beitrags vom 17.04.2020: Gemäss aktuellem Heizkostenrechner auf der BFE-Website erneuerbarheizen.ch emittiert eine Ölheizung bei einem Verbrauch von 1800 Litern ca. 3,75 Tonnen CO2. Dieser Wert ist zu niedrig. Ein Wert von ca. 5,7 Tonnen (siehe myclimate.org) entspricht eher der Wirklichkeit. Mein Kommentar vom 17.04.2020 müsste demnach folgendermassen lauten:

    Annahme: Die Heizung eines EFH verbraucht 1800 Liter Heizöl pro Jahr; dabei werden ca. 5’700 kg CO2 pro Jahr emittiert.
    In der Ostschweiz gibt es einen Reiseunternehmer, der nach eigenen Angaben schon mehr als 100 (hundert) Mal in Melanesien war. Gemäss dem Rechner von atmosfair wird bei einem Hin- und Rückflug ein CO2-Äquivalent von ca. 13 Tonnen emittiert (wenn in der Business- bzw. First-Klasse geflogen wurde, wären es ca. 20 Tonnen bzw. ca. 27 Tonnen). Diese eine Person hat daher allein für ihre Reisen nach Melanesien ein CO2-Äquivalent von über 1’300’000 kg produziert. Der Besitzer des oben erwähnten EFH müsste daher sein Haus ca. 230 Jahre lang beheizen, bevor er den Reiseunternehmer klimamässig „eingeholt“ hätte. Gleichzeitig hätte jener in diesem Zeitraum noch 125’000 bzw. 273’000 Franken CO2-Abgabe leisten müssen (96 bzw. 210 Fr. /Tonne CO2-Abgabe), während der Vielflieger keine Klimaabgaben bezahlt hat.
    Fazit: Unsere aktuelle Schweizer Klimapolitik ist total verfehlt und wird deshalb grandios scheitern!

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    • Lukas
      Lukas sagte:

      Da muss ich Ihnen widersprechen. Rund 1/4 des CH CO2-Ausstoss kommt von den Gebäuden. Der Anteil des Flugverkehrs ist tiefer. Ich gebe Ihnen recht, dass der Flugverkehr zu unrecht keine Klimaabgaben bezahlt. Aber ein Reiseunternehmer der 100 Mal in Melanesien war gehört (zum Glück) nicht zum Standard. Jedoch sind Öl- und Gasheizungen leider noch in den meisten Gebäuden der Standard. Deshalb ist es richtig, dass sich ein Hauptpfeiler der Klimapolitik auf die Gebäude fokusiert.

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  3. R: Landolt
    R: Landolt sagte:

    Eine Lenkungsabgabe sollte tatsächlich technologieunabhängig erhoben werden. Ich würde es sehr befürworten, wenn jede entstandene Tonne CO2 gleich besteuert würde, egal ob diese aus einer Heizung, einem Auto, der Industrie oder einem Flugzeug oder vom Konsum von Gütern kommt. Nur so gäbe es einen Wettbewerb unter den Technologien oder Bedürfnissen. Und im Gegenzug könnte (müsste) man sich alle weiteren Einschränkungen und Verbote verzichten und eben die Lenkungsabgabe ihre Wirkung entfalten lassen.
    Im Moment haben wir eine Wirksame Lenkungsabgabe einzig auf Heizöl und Erdgas. Der CO2 Ausstoss der Gebäudeheizungen ist der einzige, der auf Zielkurs ist. Dennoch wird z.B. ernsthaft ein Verbot von fossilen Heizungen diskutiert und die Energievorschriften in Gebäuden sind schon ziemlich weit entwickelt und sogar etwas unübersichtlich. Da scheint mir manchmal. die Politik habe den Überblick über die eigenen Instrumente etwas verloren.

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  4. Werner Zumbrunn
    Werner Zumbrunn sagte:

    Von dem, was auch Herr oder Frau Landolt als sinnvoll erachtet, sind wir meilenweit entfernt. Bei den Treibstoffen gibt es bloss einen „Kompensationsaufschlag“, welcher maximal lächerliche 5 Rappen pro Liter beträgt (Art. 26 Abs. 3 CO2-Gesetz); bei einer CO2-Abgabe von 96 Fr. /Tonne müsste der Liter Benzin aber mit über 20 Rappen belastet werden.
    Viel zu tief sind auch die Abgaben, welche die Industrie bezahlen muss: Betreiber von Anlagen, die einer bestimmten Kategorie angehören und hohe Treibhausgasemissionen verursachen, können auf Gesuch am Emissionshandelssystem (EHS) teilnehmen oder sind zur Teilnahme verpflichtet. Die Schweiz nimmt seit dem 1.1.2020 am EU-System für den Handel mit Treibhausgasemissionen teil. Dort werden zurzeit Emissionszertifikate für ca. 25 Euro/Tonne CO2 gehandelt. Verglichen mit der zukünftigen Abgabe auf Brennstoffe von bis zu 210 Franken pro Tonne CO2 gemäss revidiertem CO2-Gesetz, sind diese 25 Euro/Tonne CO2 geradezu lächerlich.
    Mit den einseitigen und immer höheren CO2-Abgaben auf Brennstoffe werden im Gebäudebereich, der gemäss BAFU einen Anteil von „nur“ 26 % an den CO2-Emissionen hat, vermutlich die Klimaziele erreicht werden. Aber alle anderen, von hohen Abgaben „verschonten“ Sektoren werden sie verfehlen. Dank einer unsinnigen Energiepolitik des Bundes.

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