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«Wie würden Sie es beurteilen, wenn sich ein Atomendlager in Ihrer Nähe befinden würde?» Diese Frage liess das BFE seit 2012 zum vierten Mal im Rahmen der Immo-Barometer-Befragung untersuchen. Die Studie zu den Einschätzungen der Deutschschweizer Bevölkerung zeigt, dass die starke Ablehnung eines möglichen Tiefenlagers für radioaktive Abfälle in der Wohnumgebung über die letzten Jahre zurückgegangen ist.

Im Jahr 2012 bewerteten noch 66 % der Befragten der Deutschschweiz ein mögliches Tiefenlager in ihrer Nähe als «sehr negativ». Bis 2018 ist dieser Anteil auf 55 % gesunken. Spannend ist der Vergleich der gesamten Deutschschweiz mit den drei von möglichen Tiefenlagern betroffenen Standortregionen Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost. Die Ablehnung in den Standortregionen war bereits 2012 geringer als in der gesamten  Deutschschweiz und ist bis 2018 deutlich stärker zurückgegangen. Der Anteil mit einer sehr negativen Haltung sank von 59 % (2012) auf 43 % (2018).

Die Studie zeigt weiter, dass hypothetische Infrastrukturanlagen viel negativer bewertet werden als tatsächlich vorhandene. Beispielsweise würden rund 80 % ein mögliches Kernkraftwerk in der Wohnumgebung als negativ empfinden. Bei den Befragten, die tatsächlich in der Nähe eines Kernkraftwerks wohnen, sind noch 50 % negativ eingestellt.

Dieses Phänomen könnte ein Grund sein, warum die betroffenen Standortregionen gegenüber einem Tiefenlager weniger negativ eingestellt sind. Sie setzen sich im Rahmen der regionalen Partizipation schon seit mehreren Jahren damit auseinander. Wer sieht, wie die Standortsuche für ein Tiefenlager umgesetzt wird, gewinnt eine konkretere Vorstellung von diesem Projekt und nimmt die Anlage mit der Zeit weniger negativ wahr.

Stefan Kreis, Fachspezialist Entsorgung radioaktive Abfälle

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