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Im Jahr 2016 entfielen 12,4 Prozent des Elektrizitätsverbrauchs in der Schweiz auf die Beleuchtung. Dieser Wert wird in den nächsten Jahren markant sinken. Einerseits wird mit der Umstellung auf LED und der einhergehenden stetigen Erhöhung der Effizienz von Leuchten und Lampen eine Reduktion der installierten Leistung möglich. Andererseits ermöglichen bedarfsgerechte Steuerungen die Reduktion der Volllaststunden. Hier kommt der Sensorik eine Schlüsselrolle zu. Sensoren erfassen die Anwesenheit von Personen und/oder das verfügbare Tageslicht und können dadurch Lichtquellen bedarfsgerecht steuern.

Eine Studie von EnergieSchweiz hat untersucht, wie hoch das Einsparpotenzial der Sensorik bei Innenbeleuchtung bis ins Jahr 2025 ist. Dazu wurden Zielvereinbarungen ausgewertet, die zwischen Schweizer Unternehmen und Bund resp. Kantonen abgeschlossen wurden und die unter anderem auch Massnahmen zum Steigerung der Leuchteneffizienz und zum Einsatz von Sensorik enthielten. Insgesamt wurden rund 7000 Massnahmen verteilt über 1400 Standorte ausgewertet. Das Fazit: Knapp 10 Prozent aller Einsparungen im Beleuchtungsbereich können mit dem Einsatz von Sensoren erreicht werden. Diese Zahl scheint tief zu sein – sie drückt aber vor allem den enormen Sprung im Bereich Effizienz aus, der durch das Aufkommen von LED bei der Leuchteneffizienz noch möglich ist.

Noch wird die Sensorik nicht überall dort eingesetzt, wo sie sinnvoll wäre und vor allem auch wirtschaftlich sein könnte. Eine im Rahmen dieser Studie durchgeführte Befragung von Energieberatern in der Deutschschweiz schätzt die Durchdringung von Sensorik bei Erneuerungsprojekten auf rund 50 Prozent bei der Präsenz-und 25 Prozent bei der Tageslichtregelung, bei Neubauprojekten auf rund 70 Prozent bei Präsenz- und 40 Prozent bei Tageslichtregelungen. Eine Durchdringung von 100 Prozent würde bedeuten, dass sämtliche für die entsprechende Regelungstechnik geeigneten Flächen auch mit dieser ausgestattet wären.

Die Studie fragte auch nach den grössten Hemmnissen beim Einbau von Sensoren. Am meisten genannt wurden fehlende Projektvorgaben seitens der Auftraggeber, aber auch mangelnde Berücksichtigung von Sensorik durch die Installateure. Geeignete Massnahmen, um diese Hemmnisse abzubauen, sind der Aufbau von Know-how bei den Fachleuten sowie stetiger Wissenstransfers zwischen Forschung und Praxis. Um die Ausschöpfung des Sensorikpotenzials weiter zu erhöhen, können auch Tools wie zum Beispiel Datenlogger für Testmessungen, Leistungsgarantien oder Planungshilfen helfen.

Haben Sie eine innovative Idee zur Förderung der Sensorik? Dann wenden Sie sich an EnergieSchweiz – wir bieten Unterstützung dabei, solche Ideen in die Realität umzusetzen.

Markus Bleuer, BFE-Fachspezialist Geräte und wettbewerbliche Ausschreibungen

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