Die Arbeitsgruppe des Bundes für die nukleare Entsorgung (Agneb) hat kürzlich ihren Tätigkeitsbericht 2020 veröffentlicht, der Beirat Entsorgung seinen Jahresbericht 2020. Beide haben im Pandemiejahr 2020 ihre Arbeiten uneingeschränkt fortgesetzt.

Der Beirat Entsorgung hat das UVEK bei der Durchführung des Standortauswahlverfahrens für die Lagerung radioaktiver Abfälle beraten, die Agneb beschäftigte sich unter anderem mit Fragen zur Entsorgung von radioaktiven Abfällen aus Medizin, Industrie und Forschung in der fernen Zukunft.

Vor der ersten Sitzung im Jahr 2020 traf sich der Beirat auf dem Bohrplatz Trüllikon. So konnten sich die Mitglieder direkt vor Ort ein Bild vom Fortschritt der erdwissenschaftlichen Untersuchungen machen. Denn: Entsprechend den derzeitigen Schwerpunkten des Sachplanverfahrens befasste sich der Beirat Entsorgung vor allem mit den laufenden geologischen Erkundungen der Nagra und den Diskussionen um die Standorte der Oberflächeninfrastrukturen (OFI) des geologischen Tiefenlagers.

An einer Sitzung mit der Nagra beriet sich der Beirat über die Platzierung der OFI-Standorte. Die Diskussionen um diese Standorte waren stark von Meinungsverschiedenheiten zwischen Bund und Standortkantonen zu Gewässerschutzfragen geprägt. Hier vermittelte der Beirat, indem sich der Präsident des Beirates im Laufe des Jahres bilateral mit Martin Neukom, dem Regierungsrat des Kantons Zürich und Vorsitzenden des Ausschusses der Kantone, sowie mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga traf.

Mit den zuständigen Amtsleitern der Kantone Zürich und Aargau tauschte sich der ganze Beirat an seiner dritten Sitzung aus. Der Auftrag des Beirats ist es, seine unabhängige Aussensicht einzubringen, Konflikte und Risiken frühzeitig zu erkennen, den Dialog unter den Akteurinnen und Akteuren des Verfahrens zu fördern und die Öffentlichkeitsarbeit des Bundes zu begleiten.

Die Agneb ihrerseits hat sich 2020 vier Mal zu virtuellen Sitzungen getroffen. Eine Untergruppe hat im Berichtsjahr ihre Arbeit aufgenommen. Sie beschäftigt sich mit der langfristigen Bundesstrategie zur Entsorgung der radioaktiven Abfälle im Verantwortungsbereich des Bundes. Weiter hat die Agneb eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit der Ablagerung von geringaktiven Rückbauabfällen aus Kern- und Forschungsanlagen beschäftigt. Anfangs 2020 hatte die Agneb einen Bericht zur Entsorgung von radioaktiven Abfällen aus dem Medizin-, Industrie- und Forschungsbereich vor Verschluss verabschiedet und eine weitere Untergruppe eingesetzt, die weiterführende Fragen beantworten wird.

Zudem hielt die Agneb eine Forschungsklausur zusammen mit der Eidgenössischen Kommission für nukleare Sicherheit KNS ab und genehmigte ein Forschungsprojekt zum Felslabor Mont Terri. Im Bericht finden interessierte Leser und Leserinnen auch eine kurze Übersicht über die unabhängige Entsorgungsforschung.

Ausführlichere Informationen gibt es im Jahresbericht 2020 des Beirats Entsorgung und im Tätigkeitsbericht 2020 der Agneb.

Andreas Besmer, Fachspezialist Regionale Partizipation, BFE

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