In Zukunft kann es je nach Wohnort sein, dass man morgens nicht mehr durch den Lärm des Kehrrichtlastwagens aufgeweckt wird. Zu verdanken ist dies der Firma Designwerk GmbH, welche mit dem «Futuricum Collect 26E» ein elektrisch betriebenes Sammelfahrzeug entwickelt hat. Auch wenn der 26-Tonnen-Lastwagen auf den ersten Blick jedem anderen Kehrrichtlastwagen gleicht, so erkennt man an den reduzierten Lärmemissionen und der fehlenden Abgaswolke, dass man es hier mit einer Innovation zu tun hat.

Das Nutzfahrzeug ist das Ergebnis eines Leuchtturmprojekts, das durch das Pilot- und Demonstrationsprogramm des Bundesamts für Energie BFE unterstützt wurde. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Industriepartnern und Hochschulen wurden im Rahmen des Projekts vier Prototypen gebaut und in den Städten Lausanne, Thun, Murten und Neuchâtel erprobt und kontinuierlich verbessert. Es zeigte sich, dass der Energieverbrauch merklich reduziert werden konnte. So wiesen die vier Sammelfahrzeuge einen durchschnittlichen Verbrauch von 190 kWh pro 100 km auf, was einem Dieseläquivalent von 19,6l/100km entspricht. Dies ist eine deutliche Reduzierung gegenüber den 90l/100km, welche die sonstigen Dieselfahrzeuge der vier Einsatzbetriebe durchschnittlich verbrauchen.

Das inzwischen abgeschlossene Projekt hat aufgezeigt, dass im Bereich der Nutzfahrzeuge ein grosses Potenzial zur Energieeinsparung liegt. Die gewonnenen Daten und Erkenntnisse liefern die Grundlage für die Entwicklung von weiteren elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen, wie beispielsweise für eine elektrische 40-Tonnen-Sattelzugmaschine. Die neu gegründete Tochterfirma Designwerk Products AG nimmt nun die Serienfertigung auf und rechnet für das laufende Jahr mit der Produktion von mindestens 50 Fahrzeugen.  Und inzwischen testen sogar auch schon deutsche Städte den Futuricum Collect 26E. Um diese Entwicklung zu würdigen, wurde dem Projekt Anfang Januar der Schweizer Energiepreis Watt d’Or in der Kategorie «Energieeffiziente Mobilität» verliehen – hier geht’s zum Video.

Detailliertere Ergebnisse aus dem Projekt finden Sie im kürzlich erschienen Schlussbericht des Projektteams.

Nathalie Rüegg, Hochschulpraktikantin Energieforschung und Cleantech, BFE

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