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Im vergangenen Jahr sind insgesamt 301’000 Neuwagen zugelassen worden – 3,2 Prozent davon mit Elektroantrieb. Dies entspricht einer Zunahme von 0,4 Prozentpunkten gegenüber 2017 – trotzdem ist der durchschnittliche CO2-Ausstoss der Gesamtflotte von 134 auf rund 138 Gramm pro Kilometer angestiegen.

Dahinter steht einerseits die anhaltende Diesel-Baisse: Von vormals fast 40 Prozent ist der Anteil Selbstzünder im 2018 auf unter einen Drittel gesunken. Und im laufenden Jahr zeichnet sich im Moment keine Trendwende ab. Andererseits ist der grössere Anteil der Allradfahrzeuge verantwortlich für die höheren CO2-Emissionen. 2018 war rund jeder zweite verkaufte Personenwagen ein 4×4. Sie finden sich vorwiegend in gebirgigen Gegenden und finanziell starken Regionen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der Berggebiete aber eher zu effizienteren und günstigeren 4×4-Fahrzeugen tendieren. Und in den Kantonen Tessin, Obwalden und Jura zeigt sich schliesslich, dass auch in steilem Gelände ein CO2-effizientes Fortkommen ohne Allradantrieb in vielen Fällen offenbar möglich ist.

Im laufenden Jahr ist vorwärtsschauen angesagt. Die Dieselbaisse wird vermutlich dank der neuen 6d-Temp-Emissionsnorm nicht mehr lange Bestand haben. Abseits der Verbrennungsmotoren haben der reissende Absatz des Tesla Model 3 im ersten Quartal 2019 sowie die kecken Werbungen von Audi für den vollelektrischen e-tron gezeigt, dass die Elektromobilität langsam aber sicher auf Touren kommt. Dies ist auch nötig, wenn die CO2-Emissionen und die Sanktionsbilanz der Fahrzeugbranche auf Kurs kommen sollen. Und dieser ist mit dem 95-Gramm-Ziel 2020 vorgegeben. Nicht zuletzt können auch Gasfahrzeuge einen Schritt zum Ziel beitragen – der anrechenbare klimaneutrale Anteil soll von heute 10 auf 20 Prozent ab dem Jahr 2020 steigen. Die Gasbranche trägt mit der steigenden Biogasproduktion für den Verkehrssektor ihren Teil dazu bei.

Die Berichterstattung des BFE vom 4. Juli beinhaltet sämtliche Zahlen und Resultate zur Neuwagenflotte 2018. Einblicke in die kantonal unterschiedlichen Bedürfnisse der Fahrzeugkäuferinnen und -käufer geben die Storymaps dazu.

Sebastian Dickenmann, BFE-Fachspezialist Mobilität

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1 Antwort
  1. Axel Schubert
    Axel Schubert sagt:

    Die Diesel-Baisse als Grund heranzuziehen, dass die „CO2-Effizienz“ gesunken ist (warum wird solch ein schönfärbendes Wording gewählt und nicht gleich getitelt: CO2-Ausstoss der Neuwagen steigt!), scheint für die Strategie des Bundesrats bezeichnend. Der Diesel ist es, der uns retten müsste…., schade, dass hier der Absatz zu gering. Wir müssen innert ganz weniger Jahre auf Netto-Null (nicht erst bis 2050), wenn wir Paris einhalten wollen. Und um das global extrem knappe, verbleibende CO2-Budget wissen wir seit Mitte der 00er Jahre. Dass bisher eine Politik gemacht wurde, die das bei Neuwagen das Ansteigen (sic!) im Jahr 2018 (sic!) noch ermöglicht, ist ein Armutszeugnis sondergleichen. Ausdruck der herrschenden Dringlichkeitsleugnung. Arrivierte Politik des politisch-administrativen-Systems ist offensichtlich nicht in der Lage oder nicht gewillt (im Bereich Mobilität) wirksam Verantwortung zu tragen. Übrigens nicht nur bzgl. der technischen Aspekte, sondern bspw. genauso bzgl. der laufenden, vom ASTRA vorangetriebenen Strassenausbauprogramme. Wir sind völlig auf dem falschen Entwicklungspfad.

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