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Im Interview vom 8. Juli 2018 hat BFE-Fachspezialist Roger Nufer bereits ausführlich über das Gebäudeprogramm berichtet. Nun wurde der Jahresbericht Gebäudeprogramm 2017 veröffentlicht. Er gewährt noch detailliertere Einblicke in das Förderprogramm.

Im Bereich Gebäude ist noch viel Luft nach oben. Die Schweizer Gebäude machen rund 40 Prozent des inländischen Stromverbrauchs und ein Drittel der CO2-Emissionen aus. Diese Umstände sind, wie der Jahresbericht Gebäudeprogramm 2017 erklärt, auf die schlechte Wärmedämmung vieler Gebäude sowie die immer noch weitverbreiteten fossilen oder elektrischen Heizungen zurückzuführen. Mehr als die Hälfte der im Jahr 2017 im Rahmen des Gebäudeprogramms ausbezahlten 174 Mio. Franken Fördergelder flossen daher in Wärmedämmungsprojekte und den Heizungsersatz mit erneuerbaren Energieträger – mit Erfolg! Dank der geförderten Massnahmen können, über deren gesamte Lebensdauer, 5.8 Mio. kWh und 1.4 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden. Oder anders ausgedrückt: Die geförderten Massnahmen sparen den jährlichen Energiebedarf von rund 892’000  Einfamilienhäusern mit Elektroboiler ein. Und sie sparen soviel ein, wie ein VW Golf (1.5l) ausstossen würde, wenn er 85 Mal zwischen der Erde und der Sonne hin und her fahren würde. Das ist ziemlich beeindruckend.

Der Jahresbericht erklärt, wie diese immensen Zahlen zustande gekommen sind, wie oft welche Massnahmen umgesetzt wurden und welchen Einfluss diese auf die positive Bilanz haben. Jeder Kanton hat seinen Teil dazu beigetragen auch wenn manche nicht die ganze Palette an möglichen Fördermassnahmen anbieten, das zeigt der Jahresbericht deutlich. Des Weiteren gibt er Aufschluss über die inländische Wertschöpfung sowie Beschäftigungswirkung, die dem Gebäudeprogramm zu verdanken ist. 

Stephanie Bos, Hochschulpraktikantin Medien und Politik, BFE

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4 Antworten
  1. Markus Saurer
    Markus Saurer says:

    Liebe Frau Bos

    Das ist für sich ganz und gar nicht beeindruckend. Erst müssen Sie die investierte (graue) Energie mitsamt dem damit zusammenhängenden CO2 zum europäischen Strommix in Abzug bringen, wenn dann energetisch und betreffend Treibhausgase noch eine erhebliche Einsparung verbleibt, dann können Sie frohlocken und solche Berichte bringen.

    • Philippe Kühni
      Philippe Kühni says:

      Herr Saurer, haben Sie zahlen, die ihre Skepsis begründen? Ich wäre sehr interessiert daran.

      • Markus Saurer
        Markus Saurer says:

        Ja, ein Kollege vom Carnot-Cournot-Netzwerk, Geologe, hat gewisse Berechnungen angestellt. Schreiben Sie mir eine eMail (markus.saurer@industrieoekonomie.ch), damit ich die Verbindung herstellen kann.

        • Philippe Kühni
          Philippe Kühni says:

          Das Carnot-Cournot Netzwerk ist bekannt dafür, dass sie mit sehr abenteuerlichen (Pseudo-)wissenschaftlichen Argumenten hantieren. Das Ziel des Netzwerks ist der Neubau von Atomkraftwerken, koste es was es wolle.
          Es gibt sehr viel Studien, gerade zu Dämmung, dass der ökologische Payback bei weniger als 1 Jahr liegt.

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