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An der Hannovermesse, einer der grössten Industriemessen, sind jedes Jahr auch viele exportorientierte Schweizer Firmen mit einem Stand vertreten. Von Grossfirmen wie der ABB bis zu jungen Start-ups wie DEPSys (Yverdon) präsentieren alle ihre neuesten Entwicklungen. Der Umbau der Energiewirtschaft wird in den Energiehallen der Messe nicht mehr diskutiert, sondern schreitet gut sichtbar voran. Zum Beispiel die Brugg Kabel AG: Die Firma zählt zu den Aargauer Cleantech-Unternehmen und zeigt auf der Messe neue Lösungen für das Laden von Elektrofahrzeugen sowie intelligente Kabel für Windkraftanlagen – so entstehen auch im Energiekanton neue Arbeitsplätze in diesem zukunftsträchtigen Sektor.

Beim Gang durch die Messehallen mit den verschiedenen Industriebereichen fällt auf, dass weit über die Energiemärkte hinaus Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Informationstechnologien bei sehr vielen neuen Produkten Innovationstreiber sind.

Der starke Franken war bei den Schweizer Teilnehmenden an der Hannovermesse ein vieldiskutiertes Thema. Es war gut zu hören, dass viele Schweizer KMU wie auch die Grossunternehmen den jüngsten Aufwertungssprung klug angehen: Vermehrtes Einkaufen in Euro-Ländern, mehr Exporte in Nicht-Euro-Länder oder Konzentration auf Nischenmärkte mit höheren Margen sind die wesentlichen Rezepte.

Wenn wir uns diese rasanten Entwicklungen in nur einem Jahrzehnt vor Augen halten, erkennen wir, dass die Energielandschaft in 10 Jahren schon wieder ganz anders aussehen wird als heute: Informationstechnologien werden auch den Energiebereich noch viel stärker revolutionieren. Diese Einschätzung teilt der Hamburger Finanzsenator Dr. Peter Tschentscher, mit dem ich eine Lunch-Diskussion hatte. Hamburg hat nach dem von den Bürgern per Volksabstimmung gewünschten Kauf – der Elektrizitäts-, Gas-, Fernwärme- und Telekom-Netze anstelle von Beteiligungen an Kohlekraftwerken zentrale Elemente für den Umbau der Energiewirtschaft neu ausgerichtet.

Auch die Rolle einer Industriemesse wandelt sich mit wachsendem Einfluss der Informationstechnologien. Die Stärke der Messen liegt jetzt noch mehr auf dem persönlichen Kontakt und dem Austausch mit all den Fachkräften vor Ort. Die beiden Schweizer Gemeinschaftsstände in der Halle für die Start-ups und in der Halle der Industriezulieferer waren von weither sichtbar und machten Promotion für den Standort Schweiz. Die übrigen Schweizer KMU, die einen einzelnen kleinen Stand in einer der drei riesigen Hallen mit Energiefirmen hatten, waren jedoch erst nach einigem Suchen auffindbar und frühestens auf den zweiten Blick als Schweizer Firmen erkennbar. Auch sie könnten vermutlich von einem Schweizer Energie-Gemeinschaftsstand mit grossen Schweizer Flaggen als Qualitätssignal profitieren.

Wir freuen wir uns darauf, bei nächsten Messebesuchen wiederum viele neue energieeffiziente und smarte Lösungen mit erneuerbaren Energien von Schweizer Firmen zu entdecken, vielleicht sogar an neuen Schweizer Gemeinschaftsständen.

Walter Steinmann, Direktor BFE

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