Smart Metering Systeme – die intelligente Art Strom zu Messen


Smart Grids sind intelligente Stromnetze ausgerüstet mit neuen Technologien und Funktionalitäten. Sie sind die Zukunft der elektrischen Netze in einer Welt mit einer zunehmend dezentralen, fluktuierenden Stromeinspeisung und neuen Dienstleistungen im Energiebereich. Wichtiger Bestandteil von Smart Grids sind Smart Metering Systeme. Die Energiestrategie 2050 schlägt deshalb als ersten Schritt in Richtung Smart Grids eine Einführung von Smart Metering Systemen vor. Ende November 2014 hat das Bundesamt für Energie dazu einen Grundlagenbericht publiziert, der die künftigen technischen Entwicklungen von Smart Metering Systemen aufzeigt und einheitliche, sinnvolle Mindestanforderungen und Einführungsmodalitäten für die Schweiz identifiziert. Der Bericht wurde von einer breit abgestützten Arbeitsgruppe mit Vertreter/innen von Behörden, Kantonen, Gemeinden und Städten, Branchenverbänden sowie der Forschung erarbeitet. Damit wurde ein breiter Konsens über Branchengrenzen hinweg geschaffen. Ein Meilenstein auf dem Weg zu Smart Grids wurde erreicht.

Mit neuen Funktionalitäten tragen die Smart Metering Systeme zu einem einfachen Endverbraucher- und Mieterwechsel, sowie einer stark vereinfachten Stromablesung bei. Weitere Funktionalitäten wie die Visualisierung des Verbrauchs fördern Energieeffizienz und Energieeinsparungen. Interoperabilität und eine national harmonisierte technische Basis gewährleisten Investitionssicherheit und Innovation und unterstützen die Entwicklung von Energiedienstleistungsmärkten. Smart Metering Systeme können auch Effizienzpotenziale in der Produktions- und Netzplanung erschliessen. Diese verschiedenen Nutzen und Vorteile des intelligenten Messens werden im Bericht ausführlich dargelegt.

Der Bericht wird als Grundlage für allfällig erforderliche neue gesetzliche Regelungen auf Verordnungsstufe dienen. Die Schweiz verfügt damit schon frühzeitig über eine inhaltliche Grundlage, von der alle profitieren werden. Sie ist damit auch im internationalen Vergleich auf sehr gutem Weg. Betroffene können sich dank der frühzeitigen Erarbeitung der Grundlagen optimal vorbereiten und passende Strategien für den Umgang mit dieser Technologie entwickeln. Die Modalitäten der angestrebten Einführung von Smart Metering Systemen bis 2025, die im Übrigen einen weitreichenden Bestandesschutz für alte Zähler vorsehen, halten die Kosten der Einführung so gering wie möglich und stärken das positive Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Matthias Galus, Stv. Leiter Netze