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Wo stehen die Watt d’Or-Gewinner heute? Das Beispiel 3S Swiss Solar Solutions AG


Dachziegel und Solarmodul respektive Schutz und Energie in einem: Das produziert die Thuner Firma 3S Swiss Solar Solutions AG seit über 20 Jahren. Sie gehört zu den Pionierinnen der Schweizer Solarindustrie. 2023 wurde sie für ihre Innovationen mit dem Schweizer Energiepreis Watt d’Or ausgezeichnet. Nun nimmt sie in Worb ihren zweiten Produktionsstandort in Betrieb. Was macht den Erfolg von 3S aus? Energeiaplus hat sich am neuen Standort mit Firmenchef Patrick Hofer-Noser getroffen.

Die neue Produktionsstätte von 3S steht direkt neben dem Bahnhof Worb. Zuvor wurde die Fabrikhalle von einem Unternehmen aus der Kälte- und Wärmetechnik genutzt. Nach elf Monaten Umbau wird hier auf 2500 m2 Produktionsfläche nun die neuste Generation Solarmodule hergestellt. In der Halle ist es hell, auch dank der in weiss gestrichenen Maschinen. Schlangenförmig zieht sich die Produktionsanlage durch die Halle. An Bildschirmen entlang der Anlage kann jederzeit überprüft werden, ob die Module die Qualitätsanforderungen erfüllen.

Pro Stunde können rund 120 Module fabriziert werden. Im Jahr sind das im Zweischichtbetrieb bis zu 750’000 Stück. Gesamtkapazität des Werks pro Jahr: 250 Megawatt.An Bildschirmen entlang der Anlage kann jederzeit überprüft werden, ob die Module die Qualitätsanforderungen erfüllen.

Dass das neue Werk in der Schweiz entstehen sollte, stand für Inhaber und CEO Patrick Hofer-Noser ausser Frage. «Wir sind seit jeher Swiss Made, das ist in unserer Unternehmensphilosophie fest verankert.»

Das Herzstück der neuen Anlage ist der etwa 200 Tonnen schwere und rund 40 Meter lange Laminator, in dem Glas, Solarzellenstrings und spezielle Kunststofffolien unter Hitze zu robusten Modulen verpresst werden. Die Module halten so auch extremen Wetterbedingungen (Schnee, Kälte) in alpinen Regionen stand.

3S verwendet die neuste Generation von Zellen für die Innovation. Die Module sind denn auch insgesamt leistungsfähiger. Es sei beeindruckend, wie sich die Technologie in den letzten Jahren entwickelt habe, sagt Patrick Hofer-Noser und illustriert dies im Video mit einem Vergleich an Hand von Solarzellen aus den 1970er Jahren und heute.

Die Leistungssteigerung der Module in Zahlen:

2001: Pro Modul waren 110 Watt möglich
2024: Pro Modul sind 225 Watt möglich

Im vergangenen Jahr wurden 3S-Module auf einer Fläche von 200’000 m2 verbaut – vorab auf Dächern, aber auch an Fassaden und an Balkonbrüstungen. Das entspricht knapp 3’000 Einfamilienhausdächern (bei einer durchschnittlichen Dachgrösse von rund 70 bis 80 m2). Die Kundschaft ist vielfältig: Individuelle Bauherrschaften, Wohnbaugenossenschaften, die öffentliche Hand, gewerbliche Anlagen.

Der Standort in Thun ist aufgrund des neuen Werks nicht in Gefahr, vielmehr existieren bereits Umbaupläne, um an diesem Standort weitere Produktinnovationen herstellen zu können. «Aufgrund des enormen Wachstums der vergangenen Jahre sind unsere Möglichkeiten in Gwatt mehr als ausgeschöpft, die Räumlichkeiten sind für den aktuellen Personalbestand nicht mehr ausreichend,» sagt Patrick Hofer-Noser. Die neue Produktionsstätte in Worb wird zudem auch für Schulungs- und Ausbildungsangebote ausgebaut.

3S ist also weiterhin am Wachsen. Warum kann das Schweizer Unternehmen gegen die ausländische Konkurrenz bestehen? Welche Wirkung hat der Gewinn des Watt d’Or gehabt? Hat die Auszeichnung etwas ausgelöst oder läuft das Geschäft angesichts des Solarbooms ohnehin von selbst? Im Video-Interview nimmt 3S-CEO Patrick Hofer-Noser Stellung.

Text und Video: Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie

 

 

 

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