Elektrizitätsbilanz der Schweiz 2025: Stromverbrauch gestiegen
2025 ist der Stromverbrauch der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um rund 1.1% bzw. 0.6 Terawattstunden (TWh) gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat die inländische Stromproduktion um rund 16.5% bzw. 13.3 TWh abgenommen. Das zeigen die provisorischen Schätzungen zur Elektrizitätsbilanz 2025 des Bundesamts für Energie (BFE).
Diese Schätzungen beruhen auf den provisorischen statistischen Werten der Monate Januar bis Oktober 2025 (siehe Link unter «Gesamte Erzeugung und Abgabe elektrischer Energie in der Schweiz 2025») sowie auf ersten Schätzungen für die Monate November und Dezember 2025. Die definitiven Werte der schweizerischen Elektrizitätsbilanz für das Jahr 2025 werden am 18. Juni 2026 mit dem Überblick zum Energieverbrauch 2025 publiziert, die vollständige Elektrizitätsstatistik 2025 (Jahrespublikation) Anfang August 2025.
Höherer Stromverbrauch in den meisten Monaten des Jahres
Der provisorische Stromendverbrauch der Schweiz (Endverbrauch = Landesverbrauch minus Netzverluste) lag 2025 gemäss der aktuellen Schätzung bei rund 58.1 TWh. Das sind 1.1% mehr als im Jahr 2024 (57.5 TWh). Deutlich mehr Strom als im Vorjahr wurde vor allem in den Monaten Februar (Schalttag-bereinigt) und Oktober verbraucht.
Tiefere Inlandstromproduktion vor allem wegen tieferer Produktion der Wasserkraftwerke als im Rekordjahr 2024
Die provisorische inländische Stromerzeugung (Landeserzeugung) lag 2025 gemäss den aktuellen Schätzungen bei rund 67.7 TWh. Das sind 16.5% oder rund 13.3 TWh weniger als im Rekordjahr 2024 (81.1 TWh). Die Wasserkraftwerke produzierten im Jahr 2025 mit 37.5 TWh deutlich weniger Elektrizität als in den entsprechenden Vorjahresquartalen (total -22.5%). Die vier Kernkraftwerke der Schweiz erzeugten wegen dem mehrmonatigen Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen mit 18.4 TWh rund 20.0% weniger Elektrizität als im Vorjahr (Arbeitsausnutzung inkl. Wärmeabgabe: 70.8%). Die thermischen und erneuerbaren Stromproduktionsanlagen erzeugten im Jahr 2025 gemäss den ersten provisorischen Schätzungen rund 21.8% mehr Elektrizität als im Vorjahr (Produktion ‘Summe thermisch’ ca. 3.6 TWh, Windkraft ca. 0.2 TWh, Photovoltaik ca. 8.1 TWh [inkl. Eigenverbrauch]). Gemäss der aktuellen Schätzung stammten 2025 rund 55.3% des produzierten Stroms von Wasserkraftwerken (Laufkraftwerke 24.1%, Speicherkraftwerke 31.2%), 27.2% aus Kernkraftwerken und 17.5% aus thermischen und erneuerbaren Stromproduktionsanlagen.
Kleiner Stromeinfuhrüberschuss im Jahr 2025
2025 ergibt sich ein kleiner Einfuhrüberschuss (physikalische Einfuhr minus physikalische Ausfuhr) von rund 0.014 TWh (gegenüber einem Ausfuhrüberschuss von rund 14.399 TWh im Jahr 2024).
Disclaimer
In der Elektrizitätsbilanz des Jahres 2025 werden wiederum die monatliche Produktion der thermischen Kraftwerke, der Windkraft- und PV-Anlagen (inkl. Eigenverbrauch) separat ausgewiesen. Diese monatlichen Werte sind erste Schätzungen (‘provisorische Werte’) und werden im Rahmen der detaillierten Jahreserhebungen zur PV-, Windkraft- und thermischen Stromerzeugung im Juni rückwirkend revidiert. Die Publikation erfolgt als Teil der definitiven Elektrizitätsbilanz 2025 am 18. Juni 2026.
Gerold Truniger, Fachexperte Analysen und Perspektiven BFE
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