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BFE-Direktor Benoît Revaz leitete die Schweizer Delegation für die 62. Generalkonferenz der IAEA vom 17.-21. September in Wien. Sie bestand aus Vertretern des EDA, des BFE, des ENSI sowie des VBS. Die Delegation brachte sich aktiv und kompetent sowohl in den Plenarsitzungen als auch in den Beratungsgremien zu Resolutionen in den Bereichen der nuklearen Sicherheit, Sicherung, Safeguards sowie Technische Kooperation ein. An zahlreichen Side-Events wie auch an nuklear-wissenschaftlichen Veranstaltungen nahmen Schweizer Delegierte teil.

Die wichtigsten Themenbereiche für die Schweiz werden im Folgenden vorgestellt:

  • In der Plenarrede der Schweiz für die IAEA Generalkonferenz ging Benoît Revaz neben den internationalen nuklearen Themen auch auf die Safeguardsaktivitäten der Agentur ein. Weltweit ist Kernmaterial der Kontrolle durch die IAEA unterstellt – dies gilt seit Ende der 1970er Jahre auch für die Schweiz. Ein neuer Standard für die Safeguardsaktivitäten ist das State Level Concept (SLC). In Folge davon soll für jedes Mitgliedsland die Inspektionstätigkeit durch den State Level Approach (SLA) angepasst werden. Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass sich daraus spürbare Erleichterungen bei den Inspektionstätigkeiten resultieren. Dieses Ziel konnte bis jetzt jedoch noch nicht erreicht werden. 
  • Die Schweiz betrachtet die nukleare Sicherheit und Sicherung auch im Hinblick auf die Umsetzung der Energiestrategie 2050 weiterhin mit grosser Aufmerksamkeit. Sie strebt an, dass die nukleare Sicherheit global weiter entwickelt wird und unterstützt die Bemühungen der IAEA im Bereich der nuklearen Sicherung eine globale Koordinierungsfunktion einzunehmen. 
  • Die Sanierung der nukleartechnischen Laboratorien im Rahmen des ReNuAl Programms ist für die Schweiz von grosser Bedeutung. Sie hat deshalb einen namhaften finanziellen Beitrag beigesteuert, damit die IAEA für ihr medizinisches Dosimetrie Labor eine Linearbeschleunigeranlage (LINAC) bauen kann. Damit will die IAEA ihre Mitgliedstaaten bei der Qualitätskontrolle der Strahlentherapie unterstützen.
  • Schliesslich ist die Schweiz an der Weiterentwicklung des Programme of Action for Cancer Therapy (PACT) innerhalb der Technischen Kooperation (TC) sehr interessiert. PACT ist ein umfassendes Programm der IAEA zur Etablierung von Behandlungsmöglichkeiten von Krebs durch ionisierende Strahlung, wie z.B. Gamma- oder auch Röntgenstrahlung für Mitgliedsländer mit niedrigen und mittleren Einkommen. Auch hier ist es für die Schweiz von grossem Interesse, dass Das Potential von PACT soll in Zusammenarbeit mit externen Partnern voll ausgeschöpft wird und finanzielle Ressourcen effizient eingesetzt werden. Deshalb setzt sich die Schweiz für eine gute Integration sowie Akzeptanz von PACT innerhalb der IAEA ein.

Ralf Straub, Fachspezialist Internationale Kernenergie, BFE

               

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