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In Leuk VS wird die Satellitenschüssel zur PV-Anlage


Knapp 1000 Meter über Meer auf der nördlichen Seite des Rhonetals stehen die rund drei Dutzend Satellitenschüsseln der Signalhorn AG. Vom Tal aus sind sie gut sichtbar. Die drei grössten haben nun ausgedient und werden mit Solarpanels ausgerüstet, die auch im Winter Strom liefern sollen. Was ist die Herausforderung dabei und warum sprechen die Centralschweizerischen Kraftwerke CKW AG von einem Leuchtturmprojekt? Energeiaplus hat nachgefragt.

Bisher holten die drei Satellitenschüsseln in Leuk Daten aus der Luft. Sie wurden ausser Betrieb genommen, weil sie punkto Aufwand für Unterhalt und Energie nicht mehr wirtschaftlich sind. Die anderen Antennen von Leuk bleiben im Einsatz. Sie übertragen dann zum Beispiel Bilder der olympischen Spiele oder der Fussballweltmeisterschaften oder Daten von Unternehmen, die dann in einem Rechenzentrum verarbeitet werden. Auch Geldtransaktionen laufen über die Anlage in Leuk: Bezahlt jemand an einer Tankstelle in den USA oder Australien mit einer Schweizer Kreditkarte, überprüfen die Schüsseln von Leuk die Kontodaten bei den Schweizer Kreditkartenfirmen.

Die Lage der Satellitenbodenstation in Leuk ist günstig. Nebel gibt es dort oben kaum. Nichts steht den Satelliten im Weg an diesem Sonnenhang. Ideale Bedingungen für die Installation einer Solaranlage. Im April 2022 werden deshalb in den drei Schüsseln mit je 30 Metern Durchmesser nun je 260 Solarpanels montiert.

Visualisierung Solarpanels auf den Satellitenschüsseln in Leuk. Bild: CKW

Die Herausforderung dabei: Weil die Satellitenschüsseln gegen innen gebogen sind, braucht es einen speziellen Aufbau, auf dem die Panels befestigt werden. Zudem muss sichergestellt sein, dass die Schüsseln die zusätzliche Belastung tragen können.

Das ist aber nicht das einzig Besondere an dieser PV-Anlage. Die Satelliten-Schüsseln sind nicht fix, sie drehen sich. So kann man sie je nach Sonnenstand ausrichten. Das heisst: Die Schüsseln gehen von Ost nach West mit der Sonne mit. Der produzierte Strom wird vor Ort verbraucht – für das Rechenzentrum der Signalhorn AG. «Wir kommen so unserem Ziel, unseren Betrieb nachhaltig zu betreiben, einen grossen Schritt näher», heisst es bei der Signalhorn AG.

Und dank der Lage auf über 1000 Metern kann die besondere PV-Anlage auch viel Winterstrom produzieren. Schnee bleibe auf den Panels kaum liegen, sagt Marcel Schmid, Mediensprecher der CKW AG. Vereisung sollte kein Problem sein. Weil die Panels nicht waagrecht liegen, sammelt sich auch kein Wasser darauf an.

«Für uns ist es ein Leuchtturm-Projekt. Denn eine vergleichbare Solaranlage gibt es gemäss unseren Informationen nirgends in Europa.» Bereits installiert hat CKW eine 550kWp-PV-Anlage auf dem Gebäudedach der Signalhorn AG. Der jährliche Ertrag aller Solaranlagen bei der Signalhorn AG dürfte rund 875’000 Kilowattstunden betragen. Das entspricht dem Stromverbrauch von 200 Durchschnittshaushalten. Die CKW AG betreibt die Anlage im Contracting-Modell.

Die Schweizerische Post erstellte 1973 für 25 Millionen Franken die Satellitenbodenstation Leuk-Brentjong – zunächst mit einer Satellitenschüssel (Leuk 1). Sie galt als Wunder der Technik, machte Satellitentelefonate von der Schweiz rund um den Globus möglich. Ein Gespräch in die USA kostete damals mehr als 25 Dollar pro Minute und mehr als vier Gespräche parallel waren nicht möglich.

Heute können die gut drei Dutzend Antennen Tausende Gespräche und riesige Datenmengen gleichzeitig übertragen. Leuk 1 ist eine der vier grössten Antennen der Anlage geblieben. Sie wiegt 1750 Tonnen.

Um die Jahrtausendwende verkaufte die Swisscom als Nachfolgerin der PTT die Anlage an ein US-Unternehmen. Die Nachfolge-Firma wechselte darauf mehrmals ihren Namen. 2012 wurde dann die Signalhorn AG gegründet.

Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie

 

 

 

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