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In den weiten Ebenen von Castilla y León fallen nicht nur die zahlreichen Wind- und Solarparks sowie Stromleitungen auf, sondern auch die vielen Masten, die mit Storchennestern besetzt sind. Es ist gerade Brutzeit, die Jungen sind geschlüpft, die grazilen Eltern fliegen immerzu die Nester an. Für den Netzbetreiber Red Eléctrica ist Vogelschutz zu einer grossen Herausforderung geworden.

Sorgen bereiten nicht nur Störche, diese sind jedoch wegen ihres Brutverhaltens (starrköpfig kehren sie oft zu bekannten Brutplätzen zurück) sowie ihren wenig wendigen Flugeigenschaften besonders durch Stromschlag, Kollisionen mit Kabeln und Herunterstürzen von instabilen Nestern gefährdet. Bei Verteilnetzen verursachen die Vögel allenthalten Unterbrüche. Der Netzunterhalt wird erschwert. Zum Vogelschutz setzt Red Eléctrica Markierungen an den Kabeln an oder baut gefestigte Nestplattformen, wo die Vögel nicht riskieren, mit ihren weiten Flügeln zwei unter Spannung stehende Elemente zu berühren. Für gewisse Arten, wie Wanderfalken, werden künstliche Nester gebaut. Langjährige Studien zeigen auf, dass das Stromnetz zur Ausdehnung von Brutgebieten beigetragen hat, da mancherorts die Vögel die Strommasten gegenüber traditionellen Neststrukturen wie Bäumen oder Klippen bevorzugen. Die Anzahl Storchenpaare stieg von einem Allzeittief von unter 7’000 Mitte der 1980er Jahre auf über 33’000 im Jahr 2004 (die nächste Zählung ist 2024 geplant). 2016 wurde eine GIS-Kartographierung (screenshot) abgeschlossen, mit der die Risikozonen zwischen Wanderflugbahnen von 46 Vogelarten und Stromnetz erfasst wurden.

Jean-Christophe Füeg, Botschafter, Bundesamt für Energie

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2 Antworten
  1. Hans R. Burri
    Hans R. Burri sagt:

    Ich mag Störche. Ich finde sie elegant. Dass das BFE über einen Botschafter verfügt wusste ich bisher nicht. Da würde mich eigentlich interessieren, welches seine Aufgaben im Energiebereich sind. Dazu müsste meiner Meinung nach eigentlich gehören, dass er u.a. mit der EU über den noch immer fehlenden Stromvertrag verhandelt und sich mit ausländischen Kollegen darüber berät, wie die Stromversorgung in Europa auch in 10 Jahren noch sichergestellt werden kann. Insbesondere wie die beim Strom angepeilte Importstrategie des BFE erfolgreich realisiert werden könnte. Im übrigen ist mir nicht ganz klar ob sich der Beitrag rein auf die spanischen Störche bezieht oder ob sich das Problem auch bei uns stellt.

    • bfe_wp
      bfe_wp sagt:

      Guten Tag Herr Burri
      Der Blog wurde während einer Privatreise verfasst und hat nichts mit der Funktion des Schreibenden zu tun und auch keinen Bezug zu Störchen in der Schweiz.

      Die EU knüpft die Verhandlungen zum Stromabkommen an Fortschritte beim Rahmenabkommen. Deshalb ruhen die Stromverhandlungen seit letztem Sommer. Die Kontakte mit der EU bleiben aber bestehen: So bspw. bei der Suche nach einer Lösung zur Begrenzung von unerwünschten Ringflüssen durch die Schweiz. Die Arbeiten im sog. Pentalateralen Energie Forum (Deutschland, Frankreich, Benelux, Österreich, Schweiz) laufen ebenfalls weiter. Dort bereiten Ministerien, Regulatoren und Netzbetreiber eine erneuerte Adequacy-Studie vor, welche jüngste Parameter wie den Kohleausstieg Deutschlands oder die Programmation pluriannuelle de l’énergie Frankreichs einberechnet. Adequacy-Studien befassen sich mit Fragen der Verfügbarkeit von Produktions- und Übertragungskapazitäten.
      Freundliche Grüsse, Redaktionsteam energeiaplus

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