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Geothermie-Afficionados freuen sich, wenn sie zu einem Bohrloch laufen und denselben Duft erhaschen wie der gesundheitsbewusste Gast einer Schwefel-Thermalquelle. Warum? Weil hier Thermalwasser aus den Tiefen des Untergrunds gefördert wird.

Zum Bohrloch: im Rahmen des Genfer Programms GEothermie 2020 haben SIG (Services Industriels de Genève) und das Genfer Departement für Raumentwicklung am 13. Oktober 2018 die interessierte Öffentlichkeit zur Geothermiebohrung in Satigny (GE) eingeladen, um die ersten Resultate dieser viel versprechenden ersten Bohrung zu zeigen. Mit dieser Bohrung wollte SIG die geologischen Gesteinsschichten unter dem Genfer Territorium besser kennenlernen, und Vorhersagen zum Vorkommen von Warmwasser bestätigen. Und das haben sie: Die Abfolge der Gesteinssichten entsprechen dem geologischen Modell der Region. Das 744 Meter tiefe Bohrloch lieferte pro Sekunde fünfzig Liter 33-grädiges warmes Wasser, und die Bohrung wurde sicher und ohne Sorgen für Betreiber und Bevölkerung niedergebracht.

Die SIG, ihre Wirtschafts- und Industriepartner, der Kanton und die Forschungspartner, allen voran die Uni Genf, haben hier in bester Weise auch mit ihren Nachbarn aus Frankreich zusammengearbeitet. Die Genfer haben einen wichtigen Meilenstein auf ihrem Weg erreicht, dereinst im Jahre 2035 20% des Kantons mit Geothermie zu heizen. Nun geht es weiter mit weiteren Prospektionsarbeiten und weiteren tieferen Bohrungen in der Region Genf, um nicht nur Warm- sondern Heisswasser zu finden.

Ein Besuch in der Südwestecke der Schweiz lohnt sich immer, und der vielversprechende Blick in den Untergrund erst recht.

Gunter Siddiqi, Energieforschung, Bundesamt für Energie

 

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