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An der 26. Vollversammlung der Regionalkonferenz (RK) Zürich Nordost blickten Präsident Jürg Grau, Prozessbegleiter Urs Bachmann sowie Fachgruppenleiter Luca Fasnacht, auf die bald abgeschlossene zweite Etappe des Sachplans geologische Tiefenlager (SGT) zurück. Man habe die Gesprächskultur erheblich verbessern können, sagen die drei wie aus einem Mund.

Früher ging es zwischen den verschiedenen Lagern laut zu und her, heute ist der Umgang sehr respektvoll. Das Milizsystem wurde durch die Auseinandersetzung mit der komplexen Thematik zeitweise auf die Probe gestellt. Nicht nur aufgrund der verschiedenen Meinungen in der RK; Geologe müsste man fast sein, Ingenieur und Jurist, um den Erklärungen des Bundesamtes für Energie (BFE) und der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) folgen zu können.

Man kann als Beobachterin unschwer erkenne, dass die Mitarbeit als Mitglied der RK viel Zeit braucht. Es ist daher wenig überraschend, dass die RK Zürich Nordost – wie die anderen RK auch – viele bereits pensionierte Mitglieder hat. Nur eine Handvoll der Anwesenden an der Vollversammlung ist unter 40 Jahre alt. Das ist einerseits ein Problem, weil der Verein so nicht die Gesamtinteressen der Regionsbevölkerung repräsentativ vertreten kann und andererseits, weil ein Wissenstransfer in der regionalen Partizipation, die über mehrere Jahrzehnte andauert und die nächste Generation betrifft, entscheidend für deren Arbeit ist. Das wissen Präsident, Prozessbegleiter und Fachgruppenleiter selbst und möchten die Verjüngung der Regionalkonferenz fördern.

Eine noch bessere Interessensvertretung wünscht sich auch das BFE, wie Stefan Jordi, Leiter Regionale Partizipation, in seiner Präsentation mit Ausblick auf die Etappe 3 des SGT festhält. Er betont die Wichtigkeit der Meinungen und Bedürfnisse der Region für die dritte Etappe. In dieser werden vor allem der Standort der Oberflächeninfrastruktur, die gewünschte Entwicklung der Standortregion sowie potentielle Massnahmen, die Konkretisierung und Begleitung des Monitorings, Abgeltungsverhandlungen sowie eben auch der Wissenstransfer und die Kommunikation in der RK behandelt. Es gibt für die RK Zürich Nordost auch in der dritten Etappe viel zu tun. Man möchte weiterhin in erster Linie die regionale Bevölkerung vertreten, da sind sich alle Mitglieder einig. «Wir dürfen nicht fürs BFE, für den Sachplan arbeiten, sondern für unsere Region, unsere Meinung wollen wir auch künftig vertreten», meint Präsident Jürg Grau und spricht vom Selbstbewusstsein der Region, mit dem man gegenüber «Bundesbern» auftreten will. Denn die Experten der Region sind nicht etwa die Mitarbeitenden des BFEs oder der Nagra, sondern die Mitglieder der RK selbst.

Stephanie Bos, Hochschulpraktikantin Abteilung Medien und Politik, BFE

 

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