Nachhaltige und innovative Mobilitätsprojekte fördern


Was sind die Mobilitätsformen der Zukunft und wie kann man diese fördern? Mit dem Beginn meines Hochschulpraktikums im Herbst 2015 begann auch meine Arbeit für die Koordinationsstelle für nachhaltige Mobilität KOMO und meine Auseinandersetzung mit dieser Frage. Denn eine der Aufgaben von KOMO ist es, erfolgsversprechende Lösungsansätze zu unterstützen und die Mobilität der Schweiz dadurch Schritt für Schritt nachhaltiger zu gestalten.

Laufend werden neue Ideen für zukunftsweisende Mobilitätsformen und -angebote entwickelt; und einige Projekte sind Selbstläufer, denn eine gute Idee zur richtigen Zeit kann zur Erfolgsgeschichte werden. Andere Ideen hingegen sind wirkungsvoll und überzeugend, stehen aber vor grösseren Startschwierigkeiten und sind deshalb auch auf eine initiale Unterstützung durch den Bund angewiesen. Die Aufgabe von KOMO besteht darin, die wirkungsvollen und erfolgsversprechenden Projekte, welche auf eine Anschubfinanzierung angewiesen sind, zu erkennen und von denjenigen zu unterscheiden, die  sich auch ohne Bundesunterstützung erfolgreich durchsetzen. Im Rahmend er ersten KOMO-Ausschreibung wurden Ende April 15 Projekte eingereicht. Die vier folgenden Projekte wurden ausgewählt und werden neu von KOMO unterstützt:

  • Langsamverkehr und Gesundheit – eine intersektorale Zusammenarbeit: Raum- und Verkehrsplanung kann einen wichtigen Beitrag zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit leisten. Das Projekt koordiniert und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Raum- und Verkehrsplanern sowie Gesundheitsfachleuten und konzipiert Workshops und Weiterbildungsangebote.
  • Village Office: Mit dem Aufbau eines engmaschigen Netzwerkes an Coworking-Spaces in der Schweiz bringt Village Office die Arbeit in die Nähe des Wohnortes. Dadurch können weite Pendlerdistanzen vermieden und Strassen und Züge entlastet werden.
  • Für einen Modell-Regionalbahnhof: Der Kanton Wallis erstellt einen Leitfaden für die Gestaltung attraktiver, einladender und umweltfreundlicher Regionalbahnhöfe, bei denen das Umsteigen besonders einfach ist und testet dies an einem Pilotprojekt.
  •  Vélo Commun(e): Die Mobilitätsakademie baut ein Netzwerk an eCargo-Bikes in verschiedenen Schweizer Gemeinden auf, die im Sharing-Prinzip genutzt werden können. Dieses Angebot für umweltfreundliche Lastentransporte richtet sich an KMU, Privatpersonen und Vereine.

Ausserdem wurden die Auflagen für folgendes Projekt aus der letztjährigen Eingabe beim Vorgängerprogramm der KOMO erfüllt und es wird nun definitiv unterstützt:

  • Gemeindestrassennetz 2.0: In der Region Appenzell AR – St. Gallen – Bodensee wird das Strassennetz evaluiert: Die Funktionen von Strassenabschnitten werden neu definiert und einer bestimmten Nutzung zugeordnet, wie beispielsweise dem Velo, der Landwirtschaft oder der Erschliessung von Regionen für Bevölkerung und Wirtschaft. So können Unterhaltskosten  gespart und Velorouten verbessert werden. (Projekteingabe vom 31.08.2015)

Falls Sie gespannt sind, welche innovativen Ideen im Bereich Mobilität gefördert werden, können Sie die Vielseitigkeit weiterer Projekte auf der KOMO-Webseite entdecken.

Bildlegende: Die e-Cargobikes, die im Projekt Vélo Commun(e) zum Einsatz kommen werden.
Bildquelle: Riese&Müller

Marilou Jobin, Sektion Mobilität