Frühjahrstreffen des Board of Governors der IAEA in Wien


Vom 2. bis 5. März 2015 fand das erste Treffen in diesem Jahr des Board of Governors (BoG) der Internationalen Atomenergie Agentur (IAEA) in Wien statt.  Wie bereits im Blogbeitrag vom November 2014 erwähnt, ist die Schweiz für drei Jahre, d.h. bis 2017 Mitglied des Gremiums und mit BFE-Direktor Walter Steinmann als Gouverneur vertreten. Das Exekutivgremium hat sich intensiv mit den Fragestellungen zur nuklearen Sicherheit von Kernanlagen als Folge der Fukushima Ereignisse von 2011 auseinandergesetzt. Unter Vorsitz von Walter Steinmann hat sich die schweizerische Delegation für die weitere Stärkung der nuklearen Sicherheit von Atomkraftanlagen ausgesprochen, um eine substantielle Verbesserung der Sicherheitsstandards für alle Kernkraftwerke weltweit zu erreichen. Dieses Anliegen ist ein sehr wichtiges Ziel der schweizerischen Mitgliedschaft im BoG. Walter Steinmann hat sich über die bisher erreichten Fortschritte in der globalen nuklearen Sicherheit zufrieden gezeigt, jedoch die IAEA aufgefordert, diese Bemühungen weiter voranzutreiben.

Im weiteren Fokus der mehrtätigen Beratungen standen die Aktivitäten der Agentur im Bereich der Entwicklungen neuer nuklearer Technologien, die einen wichtigen Pfeiler darstellen, wie Director General (DG) Amano ausführte. In diesem Zusammenhang erläuterte DG Amano neue technische Projekte, welche die IAEA entwickelt und die einen zusätzlichen Mehrwert für die Menschen aufweisen, wie z.B. die Implementierung eines Frühwarnsystems zur Erkennung von sogenannten Zoonosen. Das sind Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, wie z.B. das Ebola-Virus. Durch dieses IAEA-Projekt werden die nationalen und regionalen Kapazitäten afrikanischer Länder zur Früherkennung von Zoonosen massgeblich verbessert.

Des Weiteren zeigte sich DG Amano zufrieden über den Fortgang des ReNuAL-Projekts (Renovation of the IAEA Nuclear Applications Laboratories) bezüglich der Erneuerung des nukleartechnischen Labors der IAEA in Seibersdorf nahe Wien. Bei dieser Gelegenheit warb er für weitere freiwillige Zuwendungen betreffend der Renovation des Labors. Die Schweiz hat bereits einen signifikanten Beitrag geleistet, damit diese Einrichtung ihre Arbeitsfähigkeit weiterhin aufrecht erhalten kann.

Das Board of Governors wurde von DG Amano über die Zusammenarbeit zwischen der Agentur und den Ländern Iran, Syrien und Nordkorea informiert und gab der anschliessenden Erörterung einen breiten Raum. Die IAEA sieht das Nuklearprogramm Nordkoreas mit Sorge und rief zur Umsetzung der vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Resolutionen auf. Betreffend Iran setzt sich die Agentur für eine verbindliche Vereinbarung im Rahmen eines Abkommens mit der E3/EU+3 Gruppe ein.

Ralf Straub, Fachspezialist Internationales

Foto: Dean Calma/IAEA