Irena: Power Sector in Transformation


Als Teil der IRENA-Generalversammlung (International Renewable Energy Agency) fand in Abu Dhabi ein Round Table für Minister sowie die Direktoren der Energieämter der 137 Mitgliedländer statt. Die Runde erörterte Konzepte sowie Erfahrungen bei der „Power Sector Transformation“. Der Austausch war höchst informativ und brachte wohl allen Beteiligten neue Erkenntnisse und Impulse. Einzelne Länder stehen vor der Herausforderung, der Bevölkerung überhaupt Zugang zur Elektrizität zu geben und wollen dafür primär Erneuerbare Energien einsetzen, weil dies jetzt oft auch kostengünstiger ist. Boris Schucht, CEO des deutschen Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz,  bekannte freimütig, dass er vor 20 Jahren wohl behauptet hätte, mehr als zwei bis drei Prozent Erneuerbare seien mit Blick auf die Netzstabilität nicht bewältigbar. Heute aber managt 50 Hertz auch Situationen, in denen mehr als 50 Prozent der Produktion aus Wind und Sonne stammt. Aber dafür braucht es intelligente Netze, gute internationale Anbindung, verschiedenste Speichermedien, permanente präzise Messung sowie transnationale Backup-Kapazitäten.

Ich stellte in meinem Beitrag die Auswirkungen der Einmalvergütungen für kleinere Photovoltaikanlagen sowie die Förderung des Eigenverbrauchs dar, welche zum Teil zu Änderungen des Prosumentenverhaltens führen. Vermehrt werden Batterien in den Kellern aufgestellt, um bis zu 80 bis 90 Prozent autark zu sein; vermehrt werden Elektroautos gekauft, weil man die auf dem Hausdach produzierte Energie gleich selbst konsumieren will und gleichzeitig einen zusätzlichen Speicher hat. Kurz streifte ich auch die Möglichkeiten der mit dem Watt d’Or ausgezeichneten GridSense-Technologie, welche dank künstlicher Intelligenz zum Netzausgleich bereits auf Quartierebene führt. Um diese Ansätze in grösserem Umfang weiterzubringen, braucht es nun Smart Grids mitsamt klaren Standards, eine anreiz- und marktorientierte Regulierung insbesondere auch des Messwesens sowie eine zukunftsgerichtete Lösung der Big-Data-Frage.

Walter Steinmann, BFE-Direktor