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Wie Rivella beim Aufblasen der PET-Flaschen Strom spart


Kleine Rohlinge zu 1,5-Liter PET-Flaschen aufblasen. Das passiert mit hohem Druck. Die Erzeugung dieser Druckluft benötigt viel Energie. Mit der Unterstützung von ProKilowatt, dem Förderprogramm des Bundesamts für Energie für Stromeffizienzmassnahmen, hat der Getränkehersteller Rivella diesen Prozess optimiert – dank zwei neuen Hochdruck-Kompressor-Anlagen.

Je 11 Tonnen schwer sind die beiden Maschinen. Sie stehen in einem Raum neben der Produktionshalle am Firmenstandort in Rothrist. Die Kompressoren erzeugen die Druckluft von rund 35 bar, die dann zur Blasmaschine in der Produktionshalle geleitet wird. Das Aufblasen ist nur ein kurzer Schritt im ganzen Produktionsprozess (siehe Video), der nun aber weniger Strom braucht. Oder genauer: Die Druckluft-Kompressoren arbeiten sparsamer punkto Energieverbrauch.

«370 MWh Strom spart Rivella ein pro Jahr – dank den neuen Kompressoren», sagt Roger Wymann. Er ist Projektleiter Technik und Innovation bei Rivella. Das entspricht einer Einsparung von rund 10 Prozent im Vergleich zu den beiden alten Maschinen respektive 5 Prozent am gesamten Stromverbrauch von Rivella. Weniger Stromverbrauch – das wirkt sich auch auf die Kosten aus.

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Funktioniert hatten die alten Druckluft-Kompressoren eigentlich noch. –. Und auch Ersatzteile dafür waren noch vorhanden. Die Strategie von Rivella sei es aber, das Unternehmen zu dekarbonisieren und energetisch zu optimieren, so Roger Wymann. Dennoch sei der Ersatz der Anlage angesichts des angespannten Umfelds, in dem sich Rivella bewege, nicht unmittelbar zwingend gewesen.

Ein Spannungsfeld, in dem sich viele Unternehmen befinden: Mit einer Investition in energieeffizientere Anlagen liesse sich Strom sparen, doch wie soll das finanziert werden? Dank der Zusage für Unterstützung von ProKilowatt hat Rivella das Projekt schliesslich vorzeitig ausgelöst – und nicht nur einfach die beiden bestehenden Kompressoren ersetzt, sondern den gesamten Prozess der Hochdrucklufterzeugung optimiert.

Dank Frequenzumformern können nun die Schwankungen bei der Drucklufterzeugung reduziert werden und die Betriebspunkte, also dort, wo die Druckluft gebraucht wird, gezielter geregelt werden. Zusätzlich wurden zwei neue Rückkühler installiert, die das erhitzte Kühlwasser runterkühlen, welches bei der Drucklufterzeugung entsteht. Die Kühlelemente werden mit Wasser berieselt, und man nutzt die Verdunstungskühlung (adiabatisches System). So kann die Abwärme effizienter abgegeben werden. Die Ventilatoren müssen weniger arbeiten, brauchen somit wesentlich weniger Strom.

Und weitere Optimierungen sind geplant: Die Abwärme soll künftig für die Gebäudeheizung genutzt werden. Und auch in der neu beschafften Abfüllanlage für Focuswater wird eine Blasmaschine eingesetzt, die mit tieferem Druck funktioniert.

Im Video erklärt Projektleiter Roger Wymann den Optimierungsprozess, den Rivella dank ProKilowatt-Fördergeldern umgesetzt hat.

 

ProKilowatt, das Förderprogramm des Bundesamtes für Energie, unterstützt nicht wirtschaftliche Stromsparmassnahmen in Industrie- und Dienstleistungsunternehmen und Haushalten. Der Förderbeitrag, der bis zu 30% der Investitionskosten betragen kann, soll Anreize setzen, bestehende Anlagen zu erneuern und in hocheffiziente Technologien zu investieren. Dazu gelten für die verschiedenen Technologiebereiche wie z.B. Beleuchtung, Kälte, Druckluft spezifische Anforderungen an die Effizienz der optimierten Anlagen, damit von einem Förderbeitrag profitiert werden kann. Es werden diejenigen Massnahmen gefördert, welche pro Förderfranken am meisten Strom einsparen. Dazu werden die Massnahmen gemäss diesem Verhältnis rangiert (wettbewerbliches Auswahlverfahren).

Die Fördergelder stammen aus einem Zuschlag auf das Stromnetz und betragen jährlich bis zu 70 Millionen Franken. Seit dem Start des Förderprogramms 2010 hat ProKilowatt gegen 700 Projekte und über 200 Programme unterstützt.

Weitere Informationen zum Förderinstrument und zur Gesucheingabe sind zu finden unter www.prokw.ch und www.prokilowatt.ch. Für Fragen steht zudem die Geschäftsstelle ProKilowatt gerne per Mail und Telefon zur Verfügung:ProKilowatt, c/o CimArk, Rue de l’Industrie 23, 1950 Sitten, +41 58 332 21 42, prokilowatt@cimark.ch

 

Bericht und Video: Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie

 

 

 

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