Die vom Bundesrat beschlossenen Lockerungsmassnahmen sollen dem Programm «erneuerbar heizen» von EnergieSchweiz neuen Schub verleihen. Projektleiter Thomas Jud vom Bundesamt für Energie erzählt, welche Auswirkungen das Coronavirus auf das Programm hat, das seit Anfang Jahr läuft.

Thomas Jud, seit Ende Februar gelten Social Distancing und strenge Hygienevorschriften. Welchen Einfluss hatten diese Regeln auf das Programm «erneuerbar heizen»?
Ein zentraler Bestandteil des Programms sind die sogenannten Impulsberatungen. Eine vom BFE ausgebildete Fachperson besucht die Hauseigentümerin zu Hause, um sie umfassend bezüglich Heizungsersatz zu beraten. Nach dem Lockdown-Entscheid des Bundesrates haben wir jedoch empfohlen, keine Hausbesuche mehr zu machen und haben dies auf unserer Homepage auch entsprechend kommuniziert. Zudem haben wir den Kantonen und unseren Partnern grünes Licht gegeben, die von ihnen organisierten Ausbildungen der Beraterinnen und Berater als Webinare durchzuführen.

Ab Montag, 11. Mai, gelten weitere Lockerungsmassnahmen. Profitiert auch das Programm «erneuerbar heizen» davon?
Ja. Wir haben unsere Empfehlungen an die Impulsberaterinnen und Impulsberater angepasst. So können ab dem 11. Mai unter Einhaltung der BAG-Hygienerichtlinien wieder Beratungen vor Ort stattfinden. Wir empfehlen dabei das Tragen von Schutzmasken, und die Beratung soll möglichst nur als Einzelgespräch durchgeführt werden. Die Ausbildungen werden aber wohl weiterhin online angeboten.

Könnte die Corona-Pandemie auch längerfristig Einfluss auf das Thema Heizungsersatz haben?
Im Moment sind längerfristige Tendenzen schwer abschätzbar. Wir hatten geplant, das Programm «erneuerbar heizen» diesen Frühling an diversen Regionalmessen bekannter zu machen. Diese sind alle dem Veranstaltungsverbot zum Opfer gefallen. Wir rechnen daher damit, dass im ersten Halbjahr 2020 weniger Heizungen ersetzt werden, als wir uns dies zum Ziel gesetzt haben. Ebenfalls noch schwer abschätzbar ist, inwieweit sich der aktuell sehr tiefe Ölpreis auf die Thematik auswirken wird.

Sind Sie sie aber grundsätzlich zufrieden mit der bisherigen Entwicklung des Programms?
Ja, mit der bisherigen Entwicklung sind wir zufrieden. Bis Ende März haben sich fast 1000 Personen zur Impulsberaterin resp. zum Impulsberater ausbilden lassen. Sie stehen nun für Beratungen zur Verfügung. Damit liegen wir weit über unseren Erwartungen. Zudem stellen wir fest, dass wir mit unseren Kommunikationsmassnahmen unsere Zielgruppen tatsächlich erreichen: www.erneuerbarheizen.ch verzeichnete bereits fast 200’000 Zugriffe, und auf den Fernsehspot haben wir positive Reaktionen erhalten.

Ende Mai sowie im Oktober planen wir weitere Kommunikationsschwerpunkte, unter anderem zu den Themen Finanzierung und Technologie. Zudem hoffen wir, dass die geplanten Messeauftritte im zweiten Halbjahr stattfinden können, damit wir die Impulsberatungen weiter bekannt machen können.

Interview: Sabine Hirsbrunner, BFE-Kommunikation

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1 Antwort
  1. Jürg Jehle
    Jürg Jehle sagte:

    Die Energiewende naht, seid ihr parat?
    Ab 2022 werden in Deutschland die letzten AKW abgestellt und das Volk will alle CO2 Erzeuger schnellsten abschalten, auch in der Schweiz. Dann genügen die verbleibenden Kraftwerke nicht mehr für alle Verbraucher bzw. Arbeitsplätze, im Winter seit Jahren nicht mehr.
    Ersatz mit Speicher, Bio, Geo, Wärmepumpen, eAuto, Gas aus Russland, AKW Strom aus dem Ausland usw? Dann wären die Völker die Sorgen Los? Leute kauft Batterien und Notstromaggregate und testet vor der Wende, oder betet für pausenlose Sonne und Winde.

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