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Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs der Deutschen Bahn in Basel hat die Stiftung Habitat das Quartier Erlenmatt Ost entwickelt. Ein Quartier, das sich durch seine Lebendigkeit, Nachhaltigkeit und Gemeinschaftlichkeit auszeichnet. Zusammen mit der ADEV Energiegenossenschaft hatte die Stiftung im Januar 2019 für das Projekt Erlenmatt Ost den Energiepreis Watt d’Or des Bundesamts für Energie in der Kategorie Gebäude und Raum gewonnen. Im Rahmen eines Weiterbildungsanlasses besuchte die Abteilung Medien und Politik des BFE das Quartier im Oktober und konnte sich vor Ort selbst ein Bild von dem ausgezeichneten Projekt machen.

Erlenmatt Ost wurde nach dem Konzept der 2000-Watt Gesellschaft gebaut. Ein nachhaltiger, schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen steht dabei im Zentrum. Das Quartier verfügt über eine Energiezentrale, die die einzelnen Häuser mit erneuerbarem Strom versorgt. Dabei wird ein Grossteil der Energie auf dem Gelände mittels Photovoltaikanlagen und Grundwassernutzung kombiniert mit einer Wärmepumpe und Speichern selbst produziert. Bernhard Schmocker, Leiter Planung und Bau der ADEV, gab einen Einblick in die Energiezentrale und stellte dieses vorbildliche Projekt genauer vor. «Die Solarstrom-Eigenverbrauchsanlage in Erlenmatt Ost ist die grösste ihrer Art in der Schweiz», so Schmocker. Die Bewohnerinnen und Bewohner kaufen den Strom direkt ohne einen Energieversorger, der dazwischengeschaltet ist. So weiss jeder genau, woher sein Strom kommt.

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Im Einklang mit der Energieversorgung wurde die Mobilität im Quartier ebensfalls erneuerbar gestaltet. Umgeben von Radfahrern, Fussgängerinnen und spielenden Kinder erzählte Urs Buomberger, Projektleiter bei der Stiftung Habitat, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner möglichst oft zu Fuss oder mit dem Fahrrad fortbewegen sollen. Das Quartier ist autofrei und es stehen nur wenige Parkplätze zur Verfügung. Sollte doch einmal eine Bewohnerin oder ein Bewohner ein Auto benötigen, stehen ihnen zwei Elektroautos zur Verfügung, die gemietet werden können. Auch dabei handelt es sich um ein besonderes Pilotprojekt: Die Elektroautos werden mit dem selbstproduzierten Strom betrieben und dienen gleichzeitig als Pufferspeicher. Erzeugt die PV-Anlage zu viel Strom, kann dieser in den Autobatterien gespeichert und bei Bedarf wieder ins Netz des Areals eingespeist werden: eine innovative Lösung, Sonnenenergie zu speichern.

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Auch in sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht liegt der Fokus auf dem Thema «Nachhaltigkeit», wie Vedrana Zalac, Vorstandsmitglied der Wohngenossenschaft Zimmerfrei, ausführt. Das Wohnkonzept umfasst vielfältige Wohnräume für Familien und Wohngemeinschaften, Studierende, Singles, Paare sowie für kleinere und grössere Budgets. Im Vergleich zu herkömmlichen Siedlungen sticht dabei besonders der starke Austausch zwischen den verschiedene Wohnparteien heraus. Regelmässig tauschen sich die Bewohnerinnen und Bewohnern in Gesprächsrunden, Austauschforen, Gemeinschaftsräumen und dem jährlichen Silofest miteinander aus und entwickeln das Quartier gemeinsam weiter. Die Gemeinschaft legt grossen Wert auf Inklusion, hindernisfreien Zugang und soziale Vielfalt. In Erlenmatt Ost leben die rund 500 Bewohnerinnen und Bewohner in einer Siedlung, die einer nachhaltigen Gesellschaft der Gegenwart und Zukunft entspricht – in jeder Hinsicht.

Mehr Informationen zum Quartier Erlenmatt Ost finden Sie auf den Webseiten der Stiftung Habitat und des ADEV sowie auf dem quartiereigenen Blog.

Vera Zotter, Hochschulpraktikantin Medien und Politik, BFE

 

 

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