Täglich legen wir durchschnittlich 36,8 Kilometer im Inland zurück, das ergab 2016 eine gesamte Verkehrsleistung im Personenverkehr von mehr als 132 Mrd. Personenkilometern. Und die Verkehrsperspektiven 2040 zeigen klar: die Verkehrsleistung im Personenverkehr wird bis 2040 im Vergleich zu 2010 um 25 Prozent zunehmen. Haupttreiber dieser Entwicklung ist das Wirtschaftswachstum sowie die absehbare Bevölkerungszunahme.

Wir werden also auch zukünftig mobil sein. Das steht ausser Frage. Aber wie wird sich unsere Mobilität verändern? Mit rund 75 Prozent hat der private motorisierte Strassenverkehr heute den grössten Anteil an der Verkehrsleistung im Personenverkehr. Das private Auto spielt dabei die bedeutendste Rolle. Bei den Personenwagen sah das Geschäftsmodell während Jahrzehnten fast unverändert aus: Hersteller produzierten Personenwagen mit Benzin- oder Dieselmotor und verkauften die Fahrzeuge an Privat- oder Geschäftskunden. Dies hat dazu geführt, dass heute über 4,5 Mio. Personenwagen in der Schweiz immatrikuliert sind. Diese Personenwagen werden im Schnitt pro Tag ca. 33 Kilometer bewegt und sind die übrige Zeit irgendwo abgestellt. Der durchschnittliche Schweizer Personenwagen ist damit eher ein „Stehzeug“ als ein „Fahrzeug“, ca. 96.5 Prozent der Zeit eines Tages ist es abgestellt, braucht dafür Abstellfläche und verliert an Wert.

Dieses Geschäftsmodell wird sich aber in Zukunft radikal ändern: Zahlreiche Trends wie die Elektrifizierung des Antriebs, Sharing-Economy und automatisiertes Fahren und gesellschaftliche Entwicklungen werden zu disruptiven Entwicklungen führen und die Art und Weise, wie wir unterwegs sein werden, tiefgreifend verändern.

Bei Catch a Car ist diese Zukunft heute bereits Alltag. Lanciert im 2014 in Basel und seit 2016 auch in Genf präsent, ist Catch a Car ein Pionier im Bereich des „free-floating Carsharings“, also des stationsungebundenen Carsharings. Auch Catch-a-Cars-Zukunft ist elektrifizierend: Die Flotte in Basel wird seit April mit Elektrofahrzeugen ergänzt. Bis im Herbst werden 20 Prozent der Fahrzeuge in Basel vollständig elektrisch unterwegs sein. Dies ist ein erster Schritt, die Flotte vollständig auf elektrifizierte Autos umzustellen. Zwei Trends – Elektroantrieb und Sharing – fliessen zusammen.

Auf Elektroantrieb zu setzen macht durchaus Sinn: Die Autos von Catch a Car sind hauptsächlich im städtischen Gebiet unterwegs. Dort wo aufgrund des grossen Verkehrsaufkommens und der hohen Bevölkerungsdichte die Auswirkungen von Schadstoffen und Lärm besonders gravierend sind. Durch die Umstellung auf Elektrofahrzeuge werden die negativen Auswirkungen reduziert.

Das bereits gute Netz an öffentlichen Ladestationen wird in Basel eifrig ausgebaut. Hier errichten die Industriellen Werke Basel (IWB) derzeit elf leistungsfähige öffentliche Ladestationen. Basel rüstet auf für eine Stadt frei von Abgasen und Lärm. Für die Stadt der Zukunft – bereits heute.

Kritiker wenden ein, dass ein attraktives Angebot an free-floating Carsharing zu mehr Verkehr führt und eine direkte Konkurrenz zum öffentlichen Verkehr darstellt. Solche Rebound-Effekte müssen stets im Auge behalten werden. Mittels einer Begleitstudie für Catch a Car werden diese Punkte durch das Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich untersucht. Auch wenn die ersten Ergebnisse der Studie nur eine Momentaufnahme zu einem frühen Zeitpunkt darstellen, ermöglichen sie bereits interessante Erkenntnisse und zeigen erste Tendenzen auf:

  • Kundengruppe: Catch a Car zieht überwiegend junge Menschen an. Die Hälfte der Nutzer ist zwischen 18 und 36 Jahre alt
  • Nutzung: Die Nutzung erfolgt für kurze Fahrten im urbanen Raum. In der Regel wird Catch a Car dann genutzt, wenn keine gute ÖV-Verbindung existiert. Nutzer von Catch a Car sind zudem überdurchschnittlich häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.
  • Fahrzeugbesitz: Ein Catch-Car ersetzt vier Privatautos
  • Ökologische Auswirkungen: Durch Catch a Car wird die durchschnittliche Privatfahrzeugnutzung reduziert.

Ob aus den ersten Tendenzen in Basel Verhaltensmuster werden, wird sich zeigen: Im Sommer 2018 folgen neue Ergebnisse, dieses Mal auch unter Einbezug der zweiten Catch-a-Car-Stadt Genf. Dies wird einen interessanten Vergleich zwischen den beiden Städten ermöglichen. Die Integration von Elektrofahrzeugen wird aufzeigen, wie sich diese Modelle im Alltag eines free-floating Carsharings bewähren. EnergieSchweiz ist ein Partner von Catch a Car.

Mehr Informationen finden Sie in der Medienmitteilung von Catch a Car.

Thomas Weiss, Fachspezialist Mobilität, BFE

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