Pionierprojekt in Zug mit selbstfahrenden Shuttlebussen


Auf Knopfdruck den Bus bestellen und aussteigen, wo du willst? Das ist die Vision eines Pilotprojekts in der Stadt Zug, das  heute vorgestellt wurde. Ab dem Sommer 2017 fahren zwei automatisierte Shuttlebusse durch das Stadtzentrum. Das von der Koordinationsstelle für nachhaltige Mobilität (KOMO)* im Rahmen des Programms Energieschweiz unterstütze Projekt integriert selbstfahrende Busse in ein bestehendes Verkehrs- und Mobilitätssystem. Im Vergleich zu früheren Projekten, wie etwa «SmartShuttle» in Sion, fahren die Shuttlebusse dabei im regulären innerstädtischen Verkehr und stellen den Anschluss an Zugverbindungen am Bahnhof sicher. Zug möchte dadurch langfristig den Verkehr in der Innenstadt reduzieren.

Die zwei selbstfahrenden elektrischen Shuttlebusse transportieren bis zu acht Passagiere kostenlos vom Bahnhof zum Technologiecluster Zug. In der zweiten Projektphase können die Passagiere an beliebigen Standorten innerhalb des Projektgebiets zu- und aussteigen. Verschiedene Einsatzmöglichkeiten werden getestet. Etwa als Teil eines Carsharing-Angebots oder im Netz des bestehenden öffentlichen Verkehrs. Die Komplexität hinsichtlich Routenführung und Angebot wird kontinuierlich gesteigert.

Medienkonferenz SBB

Beteiligt sind die SBB, Mobility Carsharing, die Zugerland Verkehrsbetriebe, die Stadt Zug und der Technologiecluster Zug. Die Projektpartner bringen ihr spezifisches und breites Know-how ein, um gemeinsam innovative Lösungen zu finden.

Das Projekt verfolgt eine langfristige und nachhaltige Perspektive. Selbstfahrende Fahrzeuge haben das Potenzial, das Mobilitätssystem radikal zu verändern und bringen grosses Potenzial für ein effizienteres und kostengünstigeres Gesamtverkehrssystem. Automatisiertes Fahren beinhaltet Chancen aber auch Risiken, wie ein kürzlich erschienener Bericht des Bundesrates aufzeigt. Deshalb wird das Projekt begleitend analysiert, um mögliche negative Auswirkungen auf den Energieverbrauch oder die Umwelt zu vermeiden.

Die Möglichkeit, bereits heute die Mobilität der Zukunft zu erleben, möchte ich mir nicht entgehen lassen. Darum werde ich kommenden Herbst sicher wieder einmal die Stadt Zug besuchen.

Markus Koch, Hochschulpraktikant Sektion Mobilität, BFE

* KOMO wird von den sechs Bundesämtern ARE, ASTRA, BAFU, BAG, BAV und BFE getragen. KOMO dient als zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle für innovative Mobilitätsprojekte sowie als Wissensplattform. Jährlich gibt es zwei Eingabetermine für Projekte: der 30. April und der 31. Oktober.