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Die Energiewelt befindet sich in einem radikalen Wandel: Neue Technologien, innovative Produkte sowie differenziertere Märkte kommen auf uns zu. Etablierte Firmen stehen vor Existenzfragen, Neueintretende aus anderen Branchen sind die „Highflyer“, weil sie Antworten auf die neuen Herausforderungen liefern. Unsere Energiewelt wird dezentraler, vernetzter und intelligenter – kurz smarter.

Die Gebäude mit über 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs sind ein klarer Fokus in dieser Energiewelt. Zusammen mit den Kantonen will das Bundesamt für Energie zur Umsetzung entsprechender Massnahmen beitragen. Neben regulatorischen Bestimmungen, die uns bei den Neubauten hin zum Nullenergiehaus oder gar zum Plusenergiehaus bringen sollen, geht es auch um die Sensibilisierung der Kunden, der Investoren aber vor allem auch der Planungs- und Baubranche. Es geht um ein Umdenken, es geht um Weiterbildung, es geht auch hier um neue Geschäftsmodelle.

Messen sind Marktplätze, an denen Produkte, Themen und Ideen gehandelt werden. Interessant ist für mich, dass ich vor der Swissbau 2016 von mehr und mehr Leuten gehört habe, dass sie nicht primär wegen der Aussteller und Produkte sondern wegen der Diskussion der neuen Ideen und Konzepte die Messe besuchen werden. Dies zeigt, dass auch im Zeitalter des Internets Messen als Foren und Begegnungsorte, als Informations- und Weiterbildungsdrehscheiben eine wichtige Funktion haben.

EnergieSchweiz will diese Bestrebungen unterstützen und ist deshalb bereits zum dritten Mal als Swissbau Fokus Partner dabei. In der Lounge von EnergieSchweiz können Sie sich mit Fachspezialisten über aktuelle Energie-Themen austauschen. Wir freuen uns, dass im Swissbau Fokus Hochschulen, Branchenorganisationen aber auch einzelne Unternehmen ihre Konzepte präsentieren. Daneben wollen wir zusammen mit den wichtigen Branchenorganisationen zu einer eigentlichen Weiterbildungsoffensive aufrufen: Viele Ausbildungsangebote gibt es bereits, neue kommen laufend hinzu. Wichtig ist, dass diese auch genutzt werden. Darum geht es auch an der „Konferenz Energiebildung“, die am Donnerstag, 14. Januar 2016 hier an der Swissbau unter dem Vorsitz von Bundesrätin Doris Leuthard stattfinden wird.

Die Baubranche verspricht sich gemäss Swissbau-Slogan „Rettung durch Technik, Architektur etc.“. Ich meine, dass weder staatliche noch private Rettungsaktionen nötig sind, dass aber die Branche in drei Dingen besser werden muss, was ich je mit einem Beispiel aus meinem Bekanntenkreis unterlegen will:

  1. Professionalisierung und Schnittstellendefinition: Warum hat eine meiner Bekannten für den Ersatz eines Gasherdes durch einen Elektroherd permanent mindestens 2 bis 3 Handwerker im Haus, die sich nicht wirklich koordinieren und in die Hand arbeiten, sondern jeder für sich einen möglichst grossen Teil vom Kuchen abschneiden will?
  2. Kundenorientierung: Warum hat eine meiner Mitarbeiterinnen auch nach zwei Monaten noch keine Offerte für die gewünschte neue Wärmepumpe?
  3. Mitarbeiterorientierung: Warum müssen junge Bauingenieure noch und noch Überstunden bolzen, weil deren Vorgänger mit Burn-out ausgefallen sind?Damit kommen wir zu einer wesentlichen Funktion von BauenSchweiz als Organisation und Institution: Es geht um mehr als das Heben des Berufsstolzes, es geht um das Schaffen eines Wir-Gefühls, um den gemeinsamen Einstieg in neue Technologien, eine gemeinsame Neupositionierung in dieser sich rasch ändernden Welt und um ein Verständnis, dass man sich das Leben nicht mit Dumpingofferten und anderen Tricks unnötig schwer machen sollte. Ich hoffe, dass die Swissbau 2016 auch dazu beitragen wird.

Walter Steinmann, Direktor Bundesamt für Energie

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