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Die Umfrage des Bundesamts für Energie (BFE) bei den Fach-Besucherinnen und -Besuchern der Powertage 2018 zeigt ein klares Bild: Die Hälfte der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die Verbraucher im Strommarkt eine wichtigere Rolle übernehmen, mitbestimmen und Wahlfreiheit haben sollen.

292 oder rund 13% aller Besucherinnen und Besucher der Messe Powertage 2018 haben Anfang Juni an der Umfrage des BFE mitgemacht. Unter dem Motto „Die Mischung macht’s“ und dem Visual zum Strommarkt-Fondue Schweiz (siehe auch Blog vom 29. Mai 2018 ) fragte das BFE, wer im Strommarkt Schweiz stärker mitmischen sollte und wie die Integration der erneuerbaren Energien ins bestehende Stromsystem vorangetrieben werden kann. Es waren jeweils Mehrfachnennungen möglich und es wurden auch die Begründungen abgefragt.

Die grosse Mehrheit der Befragten (145 Personen oder 49,7%) spricht sich dafür aus, dass nun die Verbraucher am Zug sein sollen. Begründet wurde die Forderung nach der vollen Strommarktöffnung damit, dass die Verbraucher letztlich bezahlen und somit auch mitbestimmen sollen. Sie sollen selbst entscheiden, welche Stromprodukte sie wo beziehen. Dies trage auch dazu bei, dass sich die Verbraucher stärker mit den Herausforderungen der Stromproduktion auseinandersetzen, Strom nicht länger nur als Selbstverständlichkeit ansehen, Strom bewusster konsumieren und sie eher bereit sind, für nachhaltig oder regional produzierten Strom etwas mehr zu bezahlen. Auch sollen die Verbraucher mehr Verantwortung übernehmen, indem sie Strom selbst produzieren oder sich zu Eigenverbrauchsgemeinschaften zusammenschliessen. Weiter weisen die Befragten darauf hin, dass die dezentrale Produktion Wettbewerb im Strommarkt schaffe, Innovationen und insbesondere auch die Eigenverantwortung und die lokale Verbundenheit fördere.

In der Verantwortung stehen gemäss Umfrageergebnis aber auch der Bund (93 Personen oder 32%), die Kantone (41 Personen oder 14%), neue Investoren (39 Personen oder 13,4%), die heutigen Stromproduktionsunternehmen (8 Personen oder 2.7%) sowie andere Industriezweige und Fachleute (6 Personen oder 2%). Der Bund solle gemäss den Befragten die Marktöffnung gerecht vorantreiben, Anreize für Investitionen und Innovationen schaffen sowie die Umsetzung der Energiestrategie in der Praxis stärker führen und koordinieren. Gefordert werden vom Bund aber auch von den Kantonen klare Regeln und Ziele, wobei insbesondere die Kantone eine Vorbildrolle übernehmen sollen. Von den Strom- und anderen Technologieunternehmen erwarten die Befragten einen frischen Wind im Strommarkt, eine bessere Zusammenarbeit sowie die Umsetzung von Innovationen, um gemeinsam mit den Verbrauchern ein tragfähiges Stromsystem der Zukunft aufzubauen.

Wichtigster Treiber zur Integration der erneuerbaren Energien ins bestehende Stromsystem sind gemäss Umfrage die digitalen Technologien, die von 131 Personen oder 44.8% genannt werden. Aber auch Subventionen (79 Personen oder 27%) oder Quoten (31 Personen oder 10.6%) sind für rund einen Drittel der Befragten mögliche Instrumente. Ganz andere Instrumente sehen jedoch 39 Personen im Vordergrund. Dazu gehört wiederum die Forderung nach einer vollen Marktöffnung, einfachere und schnellere Verfahren, mehr Öffentlichkeitsarbeit, um die Akzeptanz für Wind- oder Wasserkraftanlagen oder für Netzprojekte zu erhöhen, die Unterstützung von Pilot- und Demonstrationsprojekten und griffige, europaweit geltende CO2-Massnahmen.

Wahlfreiheit wird von den Befragten aber nicht nur im Strommarkt hoch geschätzt. Das Ergebnis des augenzwinkernden letzten Teils der Umfrage „Und wenn wir schon dabei sind: Was ist Ihr liebstes Fondue-Rezept?“ ergab zwar, dass das Fondue moitié-moitié (71 Personen oder 24.3%), gefolgt von Appenzeller-Fondue (11 Personen) und dem Gerber-Fondue (6 Personen) die beliebtesten Mischungen sind. Aber sonst mögen es die meisten „free-style“ mit viel Knoblauch, Kirsch, Whiskey oder Bier, mit Kräutern, Früchten, Nüssen, Pilzen oder Kartoffeln, und am allerliebsten zubereitet von der Grossmutter oder vom Mami. Bon appétit!

Marianne Zünd, Leiterin Medien + Politik BFE

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