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Der 12. Swissmem Industrietag wurde am 19. Juni 2018 im Hallenstadion Zürich durchgeführt – und dies erstmals energieneutral. Da mag man sich fragen: wie ist das möglich? Wurde an diesem Tag im Hallenstadion keine Energie verbraucht?

Um es vorweg zu nehmen: natürlich wurde am Industrietag Energie verbraucht. Dies in Form von Strom aus der Steckdose, Treibstoffen für die An- und Heimreise der Teilnehmenden sowie in grauer Energie, die zum Beispiel in der angebotenen Verpflegung steckte. Es gibt jedoch innovative Schweizer Unternehmen, die freiwillig mehr Energie einsparen, als sie aufgrund ihrer Zielvereinbarung mit dem Bund müssten. Dank dem Effizienzmarkt können diese sogenannten Übererfüllungen in Form von Effizienzzertifikaten gehandelt werden, wodurch Veranstaltungen wie der Industrietag energieneutralisiert werden können. Für diesen Handel muss nicht zwingend Geld fliessen. Es ist auch möglich, die Übererfüllungen der energieeffizienten Schweizer Unternehmen durch Kommunikations- und Marketingaktivitäten abzugelten. Es können übrigens nicht nur Veranstaltungen energieneutralisiert werden, sondern auch ein Produktesortiment oder angebotene Dienstleistungen.

Wie funktioniert der Effizienzmarkt

 

Je mehr Veranstaltungen, Produkte und Dienstleistungen energieneutral durchgeführt respektive angeboten werden, desto grösser wird der Anreiz für Schweizer Unternehmen, zusätzliche Energieeffizienzmassnahmen umzusetzen. Dies unterstützt die Ziele der Energiestrategie 2050 und gibt den Veranstaltern von energieneutralen Veranstaltungen die Möglichkeit, ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit glaubwürdig zu unterstreichen. Im Falle des Industrietages war es sogar so, dass durch die Energieneutralisierung der Veranstaltung eigene Partner unterstützt werden konnten.

Der Effizienzmarkt wurde im Sommer 2015 auf nationaler Ebene lanciert durch die Energie-Agentur der Wirtschaft, das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich, den Verein für umweltgerechte Energie und EnergieSchweiz. Weitere Partner sind inzwischen vom Angebot des Effizienzmarktes überzeugt und unterstützen dieses mit eigenen Angeboten tatkräftig.

Pascal Steingruber, Projektleiter Effizienzmarkt beim Verein für umweltgerechte Energie (VUE)

Bildquelle: Swissmem

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