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Der Stromverbrauch in der Schweiz ist 2017 trotz Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung nur geringfügig, um 0,4%, angestiegen. Dies dank des wärmeren Wetters im Winter und immer effizienteren Anwendungen. Auch die inländische Stromproduktion ist gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil geblieben. Das zeigen die neusten Zahlen des Bundesamts für Energie. Im Vergleich zum Stromverbrauch zu Zeiten der 68er Bewegung, die dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiert, ist der Stromverbrauch um das Zweieinhalbfache gestiegen und die Stromproduktion hat sich in etwa verdoppelt.

Viel kann man derzeit über das Jahr 1968 lesen. Über die wilden Zeiten einer rebellischen Jugend, die neue Lebensentwürfe entwickelte. Kaum thematisiert wird aber der Energieverbrauch zu Zeiten der 68-er Bewegung. Der gesamte Endenergieverbrauch war damals rund eineinhalbmal kleiner als heute. Und er wurde zum grössten Teil, zu 83%, mit fossilen Energien, also mit Heizöl, Benzin, Gas und Kohle gedeckt. Zu 2% trug Holz zur Deckung des Energiebedarfs bei und die restlichen 15% waren Strom, der fast ausschliesslich in Wasserkraftwerken produziert wurde.

Heute präsentiert sich der Energieendverbrauch etwas weniger fossil. Nur noch rund 64% stammen aus Heizöl, Treibstoffen, Gas und Kohle. Der Anteil des Stroms ist dafür auf 25% angestiegen. 2017 wurde der inländische Strom zu 59.6% in Wasserkraftwerken (davon Laufkraftwerke 25.9%, Speicherkraftwerke 33.7%), zu 31.7% in Kernkraftwerken und zu 8.7% in konventionell-thermischen und erneuerbaren Anlagen produziert.

Die ausführliche Elektrizitätsstatistik 2017 wird am 22. Juni 2018 als pdf im Internet verfügbar sein. Die genauen Zahlen zur Stromproduktion aus Sonne, Wind, Biomasse, etc. werden am 29. Juni 2018 im Vorabzug der Schweizerischen Statistik der erneuerbaren Energien 2017 veröffentlicht. Die Zahlen zum gesamten Energieverbrauch 2017 gibt das BFE am 21. Juni 2018 in einer Medienmitteilung bekannt; die ausführliche Gesamtenergiestatistik wird am 10. Juli 2018 als pdf im Internet publiziert.

Marianne Zünd, Leiterin Abteilung Medien und Politik beim BFE

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2 Antworten
  1. Hans Burri
    Hans Burri sagt:

    Die gute Nachricht: Der Stromverbrauch ist 2017 «nur» um 0.4 % gestiegen. Die schlechte Nachricht: Der Importüberschuss nahm markant zu, von 3.9 TWh auf 5.6 TWh. Der Stillstand von Beznau I hatte auf die Zunahme keinen Einfluss. Import macht damit bereits 10 % des Verbrauchs aus. Ab jetzt wird man garantiert jedes Jahr nur noch Importüberschuss ausweisen, vermutlich von Jahr zu Jahr zunehmend. Ein klares Indiz, dass der mit der «ES 2050» eingeschlagene Weg eindeutig falsch sein dürfte. Die Indikatoren werden dies schneller anzeigen als erwartet.

  2. Monika Gisler
    Monika Gisler sagt:

    Der Vergleich mit 1968 hinkt in verschiedener Hinsicht: 1968 stammte die einheimische Elektrizität fast vollständig aus der Wasserkraft, denn das erste AKW ging erst 1969 ans Netz. Der Strom von 1968 ist also nicht der von heute. Und die Importe nahmen seit 1968 massiv zu. Sind diese in der Nachfragestatistik auch entsprechend abgebildet? Und nicht zuletzt hat sich die Methodik zur Erhebung der Zahlen seit 1968 grundlegend geändert.
    Statistiken sind gut und recht, die Herkunft der Zahlen, die Methodik ihrer Erhebung und vor allem der Hinweis darauf, was sie nicht zeigen, gehört jedoch zwingend dazu, wenn sie diskutiert werden.

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